Abgeschossen! – Der neue SL 350

50,1 Grad nördlicher Breite, 8,6 Grad östlicher Länge – Wir befinden uns in Frankfurt Rebstock. Auf dem Weg vom Flughafen zu unserem Ziel, sind die Straßen zunehmend leerer geworden. Es scheint als wäre dieser Teil der Stadt von Menschen verlassen. Nur ein paar karge Bäume und eine verwaiste Hochgarage bilden das Panorama an diesem leicht verregneten Novembertag.

Der neue SL 350 vor der Skyline Frankfurts„Ja wir sehen es“, sagt mein Kollege ins Telefon und meint damit das siebenstöckige Parkhaus nahe der Messe Frankfurt. Im Dunkel der Einfahrt zeichnen sich die Umrisse eines Trucks ab. „Okay, wir haben den Laster gefunden“, ruft er noch in den Hörer bevor er auflegt. Wir steigen aus. Ein kühler Wind fegt durch das abgeschiedene Gebäude und wird stärker als wir auf das Dach im siebten Stock gelangen.

Dort wartet auch schon das Auto, das es für die Öffentlichkeit noch gar nicht geben dürfte. Der neue SL 350 erstrahlt im Licht der langsam durch die Wolken brechenden Sonne. Er wird heute das Motiv für Michael Görmann sein, der im Auftrag des Playboys ein exklusives Vorab-Shooting mit dem „Sportlich-leichten“ zugesichert bekommen hat. Die offiziellen Fotos zum Auto erscheinen eigentlich erst am 15. Dezember 2011. Daher wird der SL von zehn wachsamen Augenpaaren während des gesamten Shootings über bewacht. Das Sicherheitsteam scannt den Himmel nach Helikoptern, den Boden nach Vans mit verdunkelten Scheiben oder ähnlichen Gefährten mit Fotografen im Gepäck, die auf sogenannter Erlkönigjagd sind.

Nach den ersten Schüssen vor den gelben Wänden des Parkhauses und der Skyline Frankfurts fängt es an zu regnen. Der SL wird schnell unter das nächstliegende Dach gefahren und trockengewienert bis der Schauer vorbei ist. Es sind ein paar Stimmen der Unzufriedenheit über die Verzögerung zu hören, denn je länger das Fotoshooting dauert, desto höher ist das Risiko, dass der Wagen doch noch vor der Veröffentlichung der ersten Bilder abgeschossen und die Fotos im Internet und der Presse kursieren.

Eine Katastrophe, doch es bleibt alles ruhig. Bis ich als Beifahrer während des Locationwechsels das „Frontbass“-Lautsprechersystem aufdrehe und die Ruhe des Augenblicks zunichte mache. Dank der Wahnsinnsdämmung ist draußen von dem Spektakel nichts zu hören. Doch drinnen vibrieren die Füße beim Wummern der Musik durch die Bassboxen im Boden und die 14 Lautsprecher machen sogar die nur fünfminütige Fahrt in die sogenannte Schnecke des Parkhauses zum Erlebnis. Die Schnecke, die Auffahrt der Hochgarage quasi, mimt nun die Kulisse für die nächsten Einstellungen.

Obwohl während des ganzen dreistündigen Shootings nichts passiert, ist das Sicherheitsteam immer auf den „Ernstfall“ vorbereitet. Wäre doch ein Fotograf auf den neuen SL 350 aufmerksam geworden, hätten sie ihre Maschinerie in Bewegung gesetzt. Durch menschlichen Einsatz wären zuerst einmal Front- und Heckscheinwerfer, sowie Außenspiegel und weitere modelltypische Merkmale abgedeckt worden, ehe dann eine weiße Klebefolie das Auto nahezu komplett bedeckt hätte.

Diese kommt aber erst nach Ende der Fotoarbeiten zum Einsatz als der neue SL, wieder fein säuberlich abgeklebt und unter einer Extraabdeckung versteckt, erneut im Bauch des Mercedes-Benz-Trucks verschwindet, um dort bis zur Veröffentlichung der ersten Bilder vor den Augen der Öffentlichkeit geschützt zu bleiben.

Der Artikel mit den Fotos des Shootings von Michael Görmann erscheint im aktuellen Playboy (Heft: 01/2012)

Hier geht’s zu den Bildern auf Slideshare.


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