Neue Wege gehen…

In der ProzesslernfabrikIm Mai dieses Jahres hatte ich die Möglichkeit, im Rahmen meines CAReer Programmes meinen zweiten Projekteinsatz im Werk Mannheim in der OMCD (Operational Management Council Departement) Prozesslernfabrik zu absolvieren, in welcher ich zur konzeptionellen Erarbeitung von Qualifizierungen und zur Unterstützung bei der praktischen Umsetzung dieser eingesetzt wurde.

Die Prozesslernfabrik ist schon seit einiger Zeit vielen Führungskräften, aber auch vielen CAReerlern, durch die TOS (Truck Operating System) und Lean Schulungen wohlbekannt. Hier werden in einer realen Produktionsumgebung die Grundprinzipien Learning by doing und die Philosophie von Lean Production und TOS  vermittelt.

Lean Production steht für eine schlanke Produktion im Sinne des Lean Managements für die direkten Bereiche. Lean Management ist aus dem TPS (Toyota Produktionssystem) hervorgegangen. Dieses Managementsystem steht für eine schlanke Organisation in allen Bereichen eines Unternehmens. Schlank bedeutet hier die Reduzierung bzw. Eliminierung von Verschwendung und die Optimierung aller wertschöpfender Prozesse. Hierbei wird nicht nur aus der Sicht des Unternehmens gehandelt, sondern die Sicht des Kunden und seine Bedürfnisse spielen eine zentrale Rolle

TOS ist der Name des Produktionssystems von Daimler Trucks, welches diese Grundgedanken von Lean Production im Unternehmen integriert.

Um auch indirekte Prozesse und deren Anforderungen und Besonderheiten zu simulieren, wurde hier ebenfalls eine indirekte Prozesslernfabrik aufgebaut, welche einen kompletten Auftrags- und Bestellprozess simuliert. Wesentliche Elemente und Methoden wie Fluss, Takt, Pull, Shopfloormanagement oder Prozessmapping werden hier den Schulungsteilnehmern näher gebracht.

Neben diesen Qualifizierungen zu „traditionellen“ Lean Themen hat es mich sehr überrascht, wie intensiv an neuen Modulen über Themen aus dem weiten Spektrum des Lean Management gearbeitet und weiterentwickelt wird.

Zum Beispiel das Trainingsmodul „Shopfloormanagement – Wie führe ich vor Ort“. In diesem Modul wird unter Anderem auf die Rolle der Führungskraft, das Führen von Veränderungsprozessen, Kommunikation und Fragetechniken sowie den Umgang mit Fehlern intensiv eingegangen. Das alles wird, den Qualifizierungsmethoden der Prozesslernfabrik folgend, weitestgehend anhand von Rollenspielen oder Ähnliches. erlebbar gemacht und so den Schulungsteilnehmern nachhaltig vermittelt.

Ein weiteres Modul ist „Vom Prozess zur Kennzahl“. In dieser Schulung wird den Teilnehmern eindrücklich der Weg von einer Unternehmens- oder Bereichsvision, die hieraus abgeleitete Strategie und den resultierenden Blue Sky bis hin zu den finalen Kennzahlen aufgezeigt. Mit anderen Worten, der gesamte „Hoshin Kanri“ Prozess wird hier betrachtet.

Die Thematik wird wiederum anhand eines Fallbeispiels praxisnah vermittelt, indem die Teilnehmer für einen simulierten Bereich Kennzahlen nach SQAKM (Systematik, nach der das Shopfloormanagent aufgebaut ist, S=Sicherheit, Q=Qualität, A= Ausbringung, K=Kosten, M=Mitarbeitertemen/Moral) erarbeiten.

Ich fand es sehr interessant, dass solche Themengebiete in der Truckwelt schon so intensiv behandelt und geschult werden, da meiner Meinung nach gerade in diesen Bereichen die Herausforderungen der nahen und mittleren Zukunft liegen. Und es ist schön zu sehen, dass unser Unternehmen auch in dieser Hinsicht allen aktuellen Widrigkeiten zum Trotz die Innovationen auf allen Gebieten vorantreibt.


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