Was gemeinsam alles möglich ist

Die G-Klasse für Bolivien

Über jenen Blog, für den auch ich in diesem Moment einen Beitrag verfasse, gelangte ich vor einem Monat auf einen Eintrag über ein Karitativprojekt namens „G4B“ – G-Klasse & Anhänger für Bolivien. Diesen Eintrag habe ich mehrmals durchgelesen, weil er mich in seiner Ausdrucksstärke so fasziniert hat. Ich hatte beim Lesen das Bedürfnis, einen Teil zur Unterstützung beizutragen. Daher habe ich den Beitrag kommentiert und gefragt, ob und wie ich an dem Projekt teilnehmen kann. Kurz danach erhielt ich zu meiner großen Freude eine von 60 Wildcards – also die Möglichkeit, mich aktiv am Umbau des Anhängers zu beteiligen.

Herr Porth und Herr Schneider montieren Innenradlauf der G-Klasse

Ins Leben gerufen wurde das Projekt vom Daimler-internen HRM (Human Resource Mercedes-Benz Cars) mit dem Ziel, mit der gemeinsamen Kompetenz etwas Karitatives, Nachhaltiges zu schaffen. Schnell hatte man sich gemeinsam mit der CARITAS International auf die Unterstützung eines Hilfsprojektes in Bolivien geeinigt.

Die Kolleginnen und Kollegen von HRM haben einen Anspruch, der ihnen bei allem, was sie sich vornehmen, perfekte Umsetzung abverlangt. Diesen Anspruch finde ich hervorragend. Und zwar nicht nur, weil ich selbst ein Perfektionist bin, sondern auch weil ich der Meinung bin, dass man sich allen Aufgaben im Leben mit voller Hingabe widmen sollte und ich mir sicher bin, dass alles zu bewerkstelligen ist, wenn man es nur wirklich will.

G-Klasse und Anhänger wurden entsprechend der Anforderungen der CARITAS International umgebaut und mit technischem Equipment ausgerüstet. So können in Bolivien z.B. Bohrungen für Bodenproben durchgeführt werden, um Erdrutsche vorherzusagen. Außerdem wurde der Anhänger mit einer Satelliten- und Funkeinheit und einem PC-Arbeitsplatz ausgestattet, um im Falle einer Katastrophe zwecks Kommunikation schnell Hilfe leisten zu können.

Andreas Kellner beim schrauben am Anhänger für die neue G-Klasse

Meine Wildcard habe ich natürlich genutzt! Es ist schön, anderen Menschen, denen nötige Ressourcen und Mittel fehlen, helfen zu können. Am Tag des Umbaus wurde ich im Werk Düsseldorf vom Ausbildungsmeister sehr freundlich begrüßt. Zusammen mit zwei Auszubildenden des Werkes habe ich den Anhänger lackierfertig gemacht: Es galt, alles an den Außenseiten abzumontieren, was beim Lackierprozess im Entferntesten stören könnte. Und das sollte sich als nicht ganz einfach erweisen, da man teilweise von innen Verkleidungen abnehmen musste, um z.B. beim Schrauben mit einer Mutter kontern zu können. Wir drei Auszubildenden haben uns von Anfang an sehr gut verstanden. Es bedurfte keiner langen An- oder Einweisungen und der Spaß blieb auch nicht auf der Strecke.

Am selbigen Tag traf übrigens auch die G-Klasse im Werk Düsseldorf ein. Das Fahrzeug und der Anhänger hatten sich seit Beginn der Umbauarbeiten zum ersten Mal wiedervereint, ein spannender Moment im Projekt!

Die letzten Arbeiten wurden anschließend im Werk Sindelfingen durchgeführt, bevor es zur feierlichen Übergabe an die CARITAS International ins Mercedes-Benz Museum nach Stuttgart ging.

Der Empfang im Museum war beeindruckend. Es wurde ausdrücklich gebeten, bereits ab 10 Uhr zwecks Austauschs über das gesamte Projekt zu erscheinen, um 11 Uhr begann die feierliche Übergabe der Fahrzeuge an die CARITAS International.

Zu Beginn wurde ein Überblick über den Projektablauf vom Auftakt im Mai 2011 über die Umbauphasen bis zur Fertigstellung gegeben. Eine beeindruckende Zusammenfassung all dessen wurde in Form eines Videos gezeigt. Es wurde deutlich, wie viel Leidenschaft jeder Einzelne in seine Aufgaben steckte und wie viel Freude das Projekt machte. Dies lag nicht nur daran, dass dies ein vollkommen neues Erlebnis für alle Beteiligten war, sondern auch an der Erkenntnis, wie wichtig Kommunikation und ein harmonisches Miteinander sind.

Neben der Leistung der Ausbildungsbereiche hat mich die logistische Seite des Projektes besonders beeindruckt: Die Bereitstellung der Materialien und der Transport der Fahrzeuge zwischen den Standorten war in der Kürze der Zeit eine wahre Meisterleistung.

Stellvertretend für alle Projektleiter, Ausbildungsmeister und Auszubildende wurden ausgewählte HRMler auf die Bühne gebeten, um ein kurzes persönliches Statement zum gesamten Projekt abzugeben. Auch der künftige Fahrer des Fahrzeuges, Roberto Castillo, kam zu Wort und bedankte sich. Es wurde deutlich, dass – egal wie komplex ein Auftrag ist – dieser gemeinsam gemeistert werden kann. Dies ist aber nur dann möglich, wenn alle mit- und nicht gegeneinander arbeiten. Wenn im Vorfeld eine klare Rollenverteilung hergestellt wird und man bei auftretenden Problemen gemeinsam eine Lösung sucht und kein Gedanke daran verschwendet wird aufzugeben. Denn eines ist sicher: Dieses Projekt ist das Ergebnis exzellenter Arbeit!

G-Klasse + Anhänger

Damit einhergehend fand ich außerordentlich wichtig, dass oftmals erwähnt wurde, genau diese Einstellung, diese tolle Moral auch ins Unternehmen, in die gewöhnliche Arbeitswelt zu tragen. Denn es gibt nichts Schöneres, als Menschen von etwas Karitativem zu überzeugen und sie dazu zu bewegen, etwas Gutes für andere Menschen zu tun.

Insgesamt war die Zeit rund um das Karitativprojekt absolut faszinierend und abwechslungsreich. Ich habe sie sehr genossen. Es macht Spaß, von Zeit zu Zeit aus dem normalen Arbeitsalltag auszubrechen und über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und sich mit Themen zu beschäftigten, die sonst viel zu oft in Vergessenheit geraten. Ich kann deswegen nur allen empfehlen: Macht mit und engagiert euch, denn nur wer etwas aus voller Überzeugung erreichen will, schafft es auch!

Mein Name ist Andreas Kellner und ich bin Auszubildender zur Fachkraft für Lagerlogistik im 2. Lehrjahr in der Niederlassung Rhein-Ruhr.

Meinungen, Eindrücke und wie die Geschichte für die „Helfer“ weitergeht, gibt es übrigens für interessierte Leser auf dem Blog der Caritas zu lesen.


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