DaimlerDoks – Promovieren unter dem Stern

Vor zwei Jahren stand für mich am Ende meines Studiums die bis dahin wichtigste Entscheidung meines Lebens an. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt meine Diplomarbeit bei der Daimler AG im Bereich Brems-, Assistenz und Fahrwerksysteme nahezu abgeschlossen. Sollte ich mir eine Anstellung als Maschinenbau-Ingenieur suchen? Wollte ich promovieren? Und wenn ja, an einer Universität oder in der Industrie? Wohin sollte der Weg gehen?

Die Entscheidung ist mir schließlich doch sehr leicht gefallen. Ich wollte eine wissenschaftliche Fragestellung ausarbeiten, aber auch meine Erkenntnisse direkt in einem Produkt zur Anwendung bringen. Mir wurde damals seitens meiner Abteilung das Angebot gemacht, dort zu promovieren. Da ich das vorgeschlagene Thema als äußerst spannend empfand und mich im persönlichen Umgang mit meinen Kollegen sehr wohl fühlte, entschied ich mich für eine Promotion bei der Daimler AG.

Als Doktorand hat man die Möglichkeit, Forschungsfragen im Konzern mit wissenschaftlichen Methoden zu bearbeiten und so Wissen und Verständnis für die eigene Thematik zu entwickeln, wie es im „normalen“ Arbeitsalltag kaum möglich ist. Gleichzeitig sammelt man in vielerlei Projekten Berufserfahrung und tritt mit verschiedensten Fachbereichen und anderen Doktoranden in einen interdisziplinären Austausch.

Um diesen Transfer weiter zu fördern, schlossen sich die Doktoranden der Daimler AG im Netzwerk der DaimlerDoks zusammen und treiben seither ihre Vernetzung stetig voran. Die DaimlerDoks sind natürlich nicht mit den Daimler Docs, den Werksärzten, zu verwechseln!

Mittlerweile ist das Netzwerk der DaimlerDoks auf über 290 Doktoranden angewachsen. Der Austausch erfolgt beispielsweise über  Fachgruppen zu verschiedenen Themenschwerpunkten, die dieses Jahr gegründet wurden. Diese ermöglichen einen Wissenstransfer über Bereichs- und Direktionsgrenzen hinweg. Weiterhin schulen sich die Doktoranden gegenseitig mit Ihrem Fachwissen und fördern damit aktiv Ihre persönliche Entwicklung. Neben fachlichen Themen stehen natürlich auch soziale Events wie Mittagstische, Kultur- und Freizeitveranstaltungen, Bildungsreisen und ein alljährliches Hüttenwochenende mit Seminar auf dem Programm. Großen Anklang finden hier auch immer Kamingespräche mit besonderen Führungskräften und der Konzernspitze.

Am 30. Januar 2012 findet wieder eines unserer Highlights statt:
der 3. Doktorandenmarktplatz im Mercedes Event Center in Sindelfingen. Hier stellen die Doktoranden die Inhalte ihrer Arbeiten vor und stehen dem interessierten Fachpublikum für Fragen, Diskussionen und Anregungen gerne zur Verfügung.

Das Besondere am DaimlerDoks-Netzwerk ist, dass es aus eigener Initiative der Daimler-Doktoranden ins Leben gerufen wurde und es auch heute noch eigenverantwortlich in engem Kontakt mit dem Unternehmen organisiert wird. Der wissenschaftliche Einzelkämpfer ist längst durch den integrierten, interdisziplinären und gut vernetzten Doktoranden abgelöst worden. Der Mehrwert, der hieraus und aus den guten Kontakten mit den Universitäten entsteht, kommt nicht nur der eigenen Promotion oder der eigenen Fachexpertise, sondern auch dem Forschungspotential des gesamten Konzerns zu Gute.

Ich bin seit nunmehr einem Jahr Sprecher der DaimlerDoks und koordiniere gemeinsam mit dem Kernteam die Veranstaltungen und die Entwicklung des Netzwerkes und kann voller Stolz sagen, dass ich es toll finde, was hier in den letzten Jahren geschaffen wurde. Ich freue  mich auf die Zukunft!

Zu guter Letzt kann ich sagen, dass ich damals die absolut richtige Entscheidung für mich getroffen habe und mich jederzeit wieder für eine Industriepromotion bei der Daimler AG entscheiden würde. So bekomme ich während meiner Promotionszeit die Möglichkeit, meine akademische Entwicklung weiter voran zu treiben und gleichzeitig wichtige Berufserfahrung zu sammeln.

Habe ich bei Ihnen Neugierde geweckt? Vielleicht arbeiten Sie ab und an mal mit Doktoranden zusammen, aber wissen eigentlich gar nicht wer wir sind oder was uns antreibt? Und was wir in unserem täglichen Arbeiten eigentlich erforschen? Nein? Das wollen wir ändern! Sie werden sicherlich in Zukunft noch von uns hören.


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