„Always on“ oder verbunden mit der „Wolke“

Ich kann mich noch sehr genau an mein erstes Mobiltelefon erinnern. Ein NOKIA 6150. Nun war ich endlich mobil und konnte meine Erfahrungen mit ständiger Erreichbarkeit, aber auch der Möglichkeit unabhängiger Konnektivität sammeln.

Das war 1998 und ich war somit bereits mittendrin in einer rasanten Evolution der Telematik. Nur ein Jahrzehnt zurück, hätte ich für „Mobiles Telefonieren“ ordentlich bezahlen und einiges tragen müssen. Eines der ersten Mobiltelefone, das Siemens C2-portable, kostete stolze 7.600,- DM  und wog satte 7 kg.

Heute, 2011, leben wir dank Smartphones mit uneingeschränktem Internet-Zugang von unterwegs, von zu Hause und vom Büro aus. Mercedes geht nun noch einen Schritt weiter und will mit „Always on“ das Auto in diese Datenwelt integrieren.
Erinnern Sie sich noch an  den Schutzengel auf Wolke Sieben, der im Mercedes-Benz Werbe-Spot von seinen Mit-Engeln als „faule Sau“ tituliert wurde, weil er auf einen Mercedes-Fahrer aufpassen durfte. Heute wohnen auf der Wolke auch jede Menge Daten und das Auto ist direkt mit ihnen verbunden.

Bei dem von mir besuchten TecDay Telematik von Mercedes-Benz Ende Oktober, kam unter den Gästen die Diskussion mit der Aussage auf: „Internet im Auto ist komplett überflüssig und bringt keinen Mehrwert“.
Schaut man aber auch hier in die Vergangenheit, so gab es in allen Epochen Technologie-Skeptiker. Vor rund 60 Jahren war es das Autoradio. Es dauerte nicht lange und jeder wollte eines haben und heute läuft kein Neufahrzeug mehr ohne Infotainment System vom Band. Auch die Einführung der Fahrzeug-Navigation 1992, stand vielen kritischen Äußerungen gegenüber, die in ihr Ablenkung und Erziehung zur Unselbständigkeit sahen. Außer Acht ließen sie die Erkenntnis, wie viel Entlastung und Entspannung die Gewissheit bringt, schnell, sicher und zuverlässig an sein Ziel zu kommen.

Wohin soll also die Reise mit „Always on“ gehen?

Beschrieben mit meinen Worten geht es darum, dass viele der Dinge, die heute bei Telematik und Infotainment machbar sind, in Zukunft komplett aus dem Netz kommen. Dies sind zum Beispiel Musikquellen wie Webradio oder Filme und Google Streetview für die Navigation. Genau hier kommt „Cloud-basiertes“ Infotainment ins Spiel. Mercedes fasst unter @your COMAND die Vision zukünftiger Telematik Systeme zusammen. Nicht nur Daten, sondern auch Funktionen aus dem Netz können genutzt werden. Ein großer Vorteil ist, dass die mühsame Synchronisation verschiedener Kommunikations- und Unterhaltungsgeräte vollständig entfällt. Das heißt, alle Informationen, wie beispielsweise Playlisten, Adressbücher, to-do –Listen und Kalender, sind stets aktuell und stehen während der Reise uneingeschränkt zur Verfügung.

Mit dem in einigen Baureihen  aktuell erhältlichen COMAND Online sind erste Cloud-basierte Funktionen bereits Realität. Es verbindet das Fahrzeug mit dem Internet und bietet die Möglichkeit des freien Surfens im Stand sowie die Nutzung von Internet-Diensten wie Wetterinformationen und Google-Suche auch während der Fahrt.

Als einen echten Mehrwert sehe ich die Planung von Routen am heimischen Rechner mit Google Maps und den Download der Routen ins Fahrzeug. So ist es kein Problem bei der nächsten Fahrt in den Urlaub, Abstecher zu Freunden zu machen, ohne das lästige Programmieren von Zwischenzielen. Und wer seinen „Freunden“ bereits während der Fahrt, in gewohnt detaillierter Weise, jedes Erlebnis seines Lebens mitteilen möchte, kann ab Ende des Jahres auch auf eine Facebook App zurückgreifen.

Der Zugang zum Netz via Mobiltelefon wird übrigens durch Bluetooth hergestellt. Ein ebenfalls neu entwickelter Backend-Server sorgt nicht nur dafür, dass die Applikationen an die Benutzeroberfläche im Auto angepasst sind, sondern übernimmt auch das regelmäßige Update oder die Neuinstallation aller Apps.

Damit jetzt noch die Display-Inhalte des Mobiltelefons wie spiegelbildlich auf den Bildschirm des Fahrzeugs übertragen und die intuitive Bedienung über die Bedienelemente des Autos ermöglicht werden, hat Mercedes noch den MirrorLink als standardisierte Verbindungsart entwickelt.
2013 eingeführt, wird dieser offene Standard die Nutzung von Smartphones wie beispielsweise NOKIA, HTC oder Samsung im Auto ermöglichen. Apple mit seinem iPhone ist über diesen Standard nicht möglich und benötigt eine separate Schnittstelle, welche aber bereits über das „Interface plus“ bereit steht.

Sollte es unserer „faulen Sau“ auf Wolke 7 nun tatsächlich etwas langweilig werden, hat sie nun die Möglichkeit, die gewonnene Zeit  in soziale Netzwerke zu stecken. Eben „always on“!

Aber schauen Sie selbst:

Drei Fragen, drei Antworten:

Sowie Interessante und weiterführende Artikel zum Thema, die ich bei den Kollegen entdeckt habe und die ich gerne empfehle.

Christian Maier zeigt wie wir unsere Smartphones mit dem Auto verbinden – oder: Wie sieht die Zukunft des Fahrzeug-Infotainments aus?

Robert Basic fokusiert mehr auf den Ausblick in die Zukunft des F125! und schildert seine Eindrücke auf Google+


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