Mit Tablet-PC in die neue Ausbildung

Produktionsmitarbeiter mit Pocket PC am Band? Azubis mit Notebook und Smartphone an der Werkbank? Sieht so das Lernen und Arbeiten der Zukunft aus?

Als ich im März, noch während meiner Elternzeit, den Anruf auf meiner Mailbox abhörte, dass im Werk Mannheim im Forschungsprojekt „Berufliches Lernen im Produktionsprozess“ (BLIP) Unterstützung gesucht wird, fragte ich mich, was wohl dahinter steckte. Es dauerte nicht lange bis mich die Begeisterung für das Projekt packte, durch das Auszubildende auf ganz neuen Wegen lernen und statt nur Fachbücher zu wälzen, Bei der Ausbildungselbst Wiki-Artikel verfassen, PodCasts erstellen und ihre Fragen in Foren diskutieren.

Und schon im April war ich mittendrin und unterstütze das BMBF-geförderte (Bundesministerium für Bildung und Forschung) Projekt seitdem im Projektmanagement. Und dabei sieht kein Tag wie der andere aus und es kommt keine Langeweile auf. Von der Arbeit vor Ort, mit den Auszubildenden bis hin zur Steuerung der Teilprojekte, Öffentlichkeitsarbeit und Abstimmungsgesprächen mit den unterschiedlichen externen Projektpartnern ist viel geboten.

Seit meinem Einstieg im Projekt konnte ich selbst erleben, dass Berufschulunterricht auch tatsächlich in Kooperation mit Berufschullehrern und den Ausbildern vor Ort stattfinden kann. Fasziniert hat mich, dass die Web 2.0-gestützte Lernplattform auch von den Berufschullehrern und den Ausbildern genutzt wird, um sich über Stoffinhalte, Gemeinsamkeiten und Verknüpfungen von Theorie und Praxis auszutauschen.

Aktuell bearbeiten zwei Gruppen der Fertigungsmechaniker und Mechatroniker im Werk Mannheim ihre ersten Lernaufgaben in der Ausbildung mit Hilfe der Lernplattform. Dort erhalten Sie Aufträge, die die Ausbilder ihnen zuweisen können. Sie können durch Verknüpfungen in andere wissensbasierte Datenbanken auf Hintergrundinformationen zurückgreifen, können in Foren ihre Fragen besprechen oder ihr Wissen im Wiki mit den anderen Auszubildenden teilen. Hier wird also wirklich selbstgesteuertes Lernen möglich, wie es von Wissenschaftlern und Pädagogen als Methode erfolgreichen Lernens beworben wird.

Auch beim Fachbereichseinsatz der Auszubildenden in der neuen Motorenmontage wird die Plattform genutzt. Die Auszubildenden arbeiten an den einzelnen Stationen am Montageband mit und lernen die Inhalte der Arbeitsplätze kennen. Nach erfolgreichem Beantworten der Lernaufgaben auf der Plattform, können sich die Auszubildenden sicher sein, einen Gesamtüberblick über die An der WerkbankMotorenmontage bekommen zu haben und Handlungskompetenz im Bereich erworben zu haben. Und da sie während des Fachbereichseinsatzes nicht direkt mit den Auszubildenden ihrer Gruppe und ihren Ausbildern zusammenarbeiten, gibt die Lernplattform ihnen die Möglichkeit Kontakt zu ihnen aufzunehmen. Das wird von den Auszubildenden sehr geschätzt. Auch, dass sie von überall aus auf die Lernplattform zugreifen können. In dieser kann dann jederzeit etwas nachgeschlagen oder beispielsweise ein Forenbeitrag kommentiert werden.

Da parallel in unserem Team das Forschungsprojekt „Mobile Learning“ durchgeführt wird, werden unsere Auszubildenden im nächsten Schritt tatsächlich die Möglichkeit haben, mit einem Tablet PC vom jeweiligen Arbeitsplatz aus auf die Lernplattform zuzugreifen. Bei unserer „BLIP“- Fachtagung, zeigten sich auch die Ausbildungsverantwortlichen aus anderen Unternehmen sehr interessiert an den ersten Projektergebnissen. So will nun auch das SRH Berufsbildungswerk Neckargemünd die Lernplattform anwenden und ausprobieren.

So langsam beginnt der Endspurt im Projekt, das bis Ende März 2012 läuft. Ich bin gespannt auf die Ergebnisse der Projektevaluation und darauf, welche der positiven Projektergebnisse in der Praxis des Ausbildungsalltags weiter genutzt werden können.


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