Ein Leben für die Kunst. Und für Autos.

Was für ein Auto mag wohl ein Psychiater mit eigener Klinik fahren? Oder ein bedeutender Sammler abstrakter Kunst? Und womit fährt ein experimenteller Filmemacher durchs Leben? Oder gar jemand, der all das zugleich ist? Sicher etwas Feingeistiges, Filigranes und vielleicht darf der Wagen auch ein wenig alternativ sein.

Eine DS, die berühmte Göttin aus dem Hause Citroën, würde zu so jemandem passen. Ottomar Domnick war all das, eine DS hat er aber nie besessen. Sie wäre ihm wohl auch zu langsam gewesen, denn für den Herrenfahrer war vor allem eines wichtig: „Ordentlich Feuer unter dem Sitz.“

So zumindest stellte ihn Dr. Werner Esser, Kurator der Sammlung Domnick den rund 30 Daimler Kolleginnen und Kollegen vor, die am 5. Oktober zum Vortrag „Kunst im Sinn – Benzin im Blut. Ein Mann und vierzig Autos“ nach Nürtingen gekommen waren. Daimler sponsort im zweiten Jahr die Kunstinstitution am Fuße der schwäbischen Alb mit dem diesjährigen Fokus auf der Ausstellung „ea bertrams (FREMDKÖRPERNAH)“.

Zwischen Gemälden aus der Domnicks großer Sammlung abstrakter Kunst und den Installationen und Skulpturen der aktuellen Ausstellung der Stuttgarter Künstlerin ea bertrams stellte Dr. Esser die Liebe des Kunstsammlers zum Automobil heraus. Oder besser: Zu den Automobilen, denn er besaß insgesamt über 40 davon – und was für welche! Da waren luxuriöse Studebakers, einige ebenso seltene wie rasante Iso Rivolta Grifos, der dritte je in Zuffenhausen gebaute Porsche 356 (der erste in Kundenhand!), Zwölfzylinder-Jaguars und immer wieder: Modelle mit dem Stern. Selbstverständlich mit potenten Motoren unter der Haube, alles andere war nur eine Übergangslösung. Acht Zylinder mussten es schon sein, ausgestattet mit üppigem Hubraum – der Mercedes-Benz 450 SEL 6.9 aus den Siebzigern war da ganz nach Domnicks Geschmack.

Nur mit dem Stern konnte er sich nie anfreunden, weswegen er ihn von der Motorhaube entfernen ließ. Auch mit den Insignien anderer Marken war er nicht zufrieden. So ließ er Porsche und Iso Rivolta Vorschläge für neue Logos zukommen – die dürften allerdings eher amüsiert als inspiriert haben, jedenfalls war das die Reaktion im Publikum.

Autoverrückte wie ich bekommen bei einer solchen Auto-Biografie sehnsüchtig leuchtende Augen. Zumal Domnick zwar Gemälde, aber eben keine Autos sammelte – er hatte zuviel Benzin im Blut, um einen Wagen nur sicher und trocken in einer Garage aufzuheben. Er fuhr viel zu gern, auch in seiner Autobiografie „Hauptwege und Nebenwege“ schwärmt er wiederholt vom Fahren. Entsprechend spulte er zehntausende Kilometer im Jahr ab, gern auch rasant und waghalsig.

16 Jahre lang fuhr Domnick Mercedes-Benz, länger als jeder anderen Marke blieb er den Fahrzeugen aus Stuttgart treu. Da drängt sich die Frage auf: Welches aktuelle Modell würde sein Verlangen nach dem Besonderen, nach Eleganz und nicht zuletzt Kraft und Geschwindigkeit erfüllen? Mein Tipp wäre der Mercedes-Benz CLS 63 AMG – was denken Sie?


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