Nur „zwei Kästen Bier“!

Haben Sie schon mal probiert, mit einem Hula Hoop Reifen als Lenkrad in gefühlt zwanzig Metern Höhe um Hütchen zu navigieren? Schon beim Aufstieg habe ich gedacht: Mann, ist das hoch! Gut, an dieser Stelle muss man sagen: Ich finde auch den Drei-Meter-Turm im Schwimmbad recht hoch. Oben angekommen, gab es jedoch kein Zurück mehr. Kein Zurück auch, weil ich mit fünf anderen wagemutigen Besuchern im Cockpit eines Mercedes-Benz Actros saß, vor die Aufgabe gestellt, sich nach einer kurzen Einführung durch den Fahrtrainer direkt ans Steuer zu setzen und … Slalom zu fahren!

 

Der neue Mercedes-Benz Actros – Publikumsmagnet bei der FahrzeugausstellungAls hätte es nicht gereicht, einfach mal den Motor an- und auszumachen; vielleicht mit einem oder zwei km/h drei Meter geradeaus zu fahren – vorausgesetzt der Fahrlehrer sitzt auf dem Beifahrer-Sitz und hat den Fuß auf dem Bremspedal. Oder einfach mal den Blick aus dem Fenster über Berlin-Tempelhof schweifen zu lassen. Denn bei Mercedes-Benz & Friends gab es viel zu sehen: Einen AMG Test Drive Parcours, bei dem die Besucher Assistenzsysteme kennen lernen konnten. Einen smart electric drive Parcours, auf dem die Agilität des Elektroflitzers deutlich wurde. Und Ausstellungen mit historischen und aktuellen Mercedes-Benz Club-Fahrzeugen, an denen Tausende von Menschen vorbei flanierten. Unter dem Vordach das Kinderprogramm: Mobile Kids mit einem Verkehrserziehungs-Parcours, Hüpfburg, Carrerabahn, und ein „Mercedes am Spieß“, ein Fahrzeug, das sich mit Insassen entlang seiner Längsache drehte, um die Wirkung von PreSafe® zu demonstrieren.

Nein, der Blick aus dem Fenster reichte nicht. Es folgte gleich der Sprung ins kalte Wasser. Gurt an, Gang rein, Handbremse raus, Fuß aufs Gas und los. Gut, das Lenkrad war recht groß, und vielleicht auch das Einzige, was einem bewusst gemacht hat, was für ein Gefährt man gerade auf dem abgesperrten Privat-Gelände von Mercedes-Benz & Friends in Berlin bewegt. Aber sonst war ich überrascht, wie leicht es ging. Einmal geradeaus, dann die erste Linkskurve und dann an sechs Hütchen vorbei Slalom fahren, ja, ich nahm Fahrt auf, Gas geben macht Spaß – und plötzlich hatte ich gleich zwei „umgenietet“. Zwei kleine Hütchen, so winzig, dass sie aus den „gefühlt 20 Metern Höhe“ quasi gar nicht aufgefallen sind – wie ich fand. Wenn nicht der Fahrtrainer gesagt hätte: „Das macht zwei Kästen Bier“. Ok, nur hypothetisch, denn selbstverständlich wird weder im Training noch auf einer solchen Veranstaltung mit „flüssiger Währung“ bezahlt. Der Fahrlehrer war freundlich und hartnäckig, wollte aus mir wohl eine „Truckerin“ machen, denn ich musste den Parcours noch weitere drei Mal fahren.

Vielleicht wollte er aber auch meiner „Kollegin“, die ebenfalls mit in der Kabine saß, noch etwas Zeit geben, sich mental auf die Aufgabe einzustellen. „Nein, ich traue mich nicht“, sagte sie. Aber einmal oben, wollte auch sie den Rückwärts-Abstieg aus der Fahrerkabine nicht ohne vollbrachte Mission antreten. Also fuhr sie los und bewältigte den gesamten Parcours ohne einen einzigen Fehler! „Dafür, dass ich mich am Anfang nicht getraut habe, war ich von der Testfahrt begeistert“, sagte Petra Krebel aus Wilhelmsfelde. „Der Actros hat einen ziemlich großen Wendekreis verglichen mit einem Pkw, aber es ist schon erstaunlich, wie schnell man sich traut, hier Slalom zu fahren – ohne die Kegel umzuwerfen. Auch insgesamt finde ich die Veranstaltung sehr interessant und vielfältig“, sagte Petra Krebel.

Die Marke aktiv erleben

Vielfältig war es hier wirklich. Über 70 Clubs waren an diesem Wochenende vertreten. Für die Clubteilnehmer war vor allem das Rahmenprogramm, das die Marke Mercedes-Benz für die Fahrzeug-Clubs und die Öffentlichkeit zusammengestellt hat, einmalig. Insgesamt konnten die Besucher rund 2.000 klassische und aktuelle Fahrzeuge beim Flanieren über das 250.000 Quadratmeter große Areal bestaunen. Auf den Fahrparcours gab es Möglichkeiten zu Mit- und Testfahrten in diversen Modellen, wie dem smart ed, dem Unimog, der G-, S-, CLS- und E-Klasse oder auch in Mercedes-Benz Lkw und Vans mit verschiedenen Assistenzsystemen wie ESP, PreSafe® oder Bremsassistent Plus.

Dass Fahren im smart electric drive „umweltfreundlich aber nicht langweilig“ bedeutet, demonstrierten die smart Fahrzeuge in einem Handlingparcours. In einer Slalomfahrt stellte der kleine Elektroflitzer sein Fahrverhalten unter Beweis. „Es war toll! Das traut man dem kleinen smart zunächst gar nicht zu, ich bin begeistert, wie viel Tempo er an den Tag legt“, sagte Judith Gloeckner kurz nach der rasanten Fahrt über den Parcours mit dem elektrischen Stadtflitzer.

In Hangar 4 waren die Produkthighlights des Unternehmens in Szene gesetzt. In Fahrzeugpaaren reihte sich Alt und Neu aneinander und zeigte Vergangenheit und Zukunft der Marke, wie bei dem 300 SL Coupé und SLS AMG, oder beim L 206 D und dem Viano Vision Pearl. Allen voran waren das Concept A-Class und der neue Mercedes-Benz Actros die Publikumsmagneten.

An ihm vorbeilzulaufen, ging einfach nicht. Süß, mit Kulleraugen und in Marineblau strahlte er vor sich hin. Der L319 von Bernd Klapheck. Der stolze Besitzer saß mit Cowboyhut und weiß-blau kariertem Hemd am Steuer seines seltenen Exemplars und genoss entspannt die warme Abendsonne auf dem Flugfeld in Berlin-Tempelhof. „An so einer Veranstaltung muss man einfach teilnehmen. So etwas wird es so bald nicht wieder geben, ein solch breites Fahrzeugspektrum. Außerdem gute Gespräche und eine „heterogen-homogene“ Gruppe. Und – seien wir mal ehrlich – man will sein Auto ja auch gerne zeigen.“ Vor allem dann, wenn man, wie Bernd Klapheck, so ein gutes Gespür für Dinge hatte, die über die Zeit an Wert gewinnen, statt zu verlieren. Geschätzte 35.000 Euro würde sein blauer L319 heute kosten. Auf die Frage, wie viel er damals für ihn bezahlt habe, kann sich Klapheck ein Lächeln nicht verkeifen. „Sie werden es mir nicht glauben – zwei Kästen Bier!“ – Kostet denn alles an diesem Tag „nur zwei Kästen Bier?“ Vielleicht sollte ich es mal bei einem der auf Hochglanz polierten Oldtimer probieren  – das 170 V Cabriolet A von 1939 sah schick aus. Jedenfalls: Vor 27 Jahren erwarb Bernd Klapheck das ausgemusterte Fahrzeug bei der örtlichen Feuerwehr. Der L319 sollte verschrottet werden. Und erlebte mit Bernd Klapheck einen ungeahnten zweiten Frühling. Mit Reisen nach Italien und zum Schifahren und einer kompletten Restaurierung durch seinen Besitzer.

Mein Fazit: eine tolle Veranstaltung, bei der man viele „Freunde der Marke“ treffen und die Begeisterung für Mercedes-Benz nicht nur von Werbeanzeigen und Plakaten ablesen, sondern regelrecht spüren, hören und sehen konnte.


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