Müller gegen Müller im Werk Bad Cannstatt

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zu Gast im Motorenwerk Bad Cannstatt

Mein Start bei Mercedes begann 2002, als ich meine Ausbildung zur Fertigungsmechanikerin  anfing. Nach meinen 3 Jahren Ausbildung bin ich wie viele andere Jungfacharbeiter in die Montage gekommen. Ich bin jetzt die 4. Generation von meiner Familie, die bei Mercedes arbeitet und ich glaube es hat noch keiner so einen aufregenden Tag mit erlebt, wie ich es durfte.

Es war für mich zunächst ein ganz normaler Arbeitstag, wie jeder andere Tag, aber gegen später habe ich von meinem Meister erfahren, dass nächste Woche die Nationalmannschaft zu uns ins Werk kommen wird!

Wenn ich ehrlich bin, dachte ich, der Meister macht einen Spaß… aber am Tag darauf fragte ich ihn, ob das denn ein Scherz war und es stellte sich heraus: Es war kein Scherz! Als dann meine Kollegen und ich erfahren haben, dass Gomez, Müller und Co. mit uns zusammen an den drei auserwählten Stationen arbeiten sollen, da überlegte ich mir erst einmal, wie das gehen soll. Immer drei Spieler an jeder Station und dann im Wechsel…

Na ja, auf jeden Fall war es dann ruck zuck Freitag und somit auch schnell wieder Montag und das Wochenende mal wieder vorbei. Es war am Montag früh um 6.00 Uhr, da ich Frühschicht hatte, stand ich an meiner Station „Ölwanne-Oberteil“ am Move-Band.  Mein erster Gedanke war „Oh Gott, wir müssen bestimmt putzen“. Das war aber zum Glück nicht der Fall, also arbeitete ich wie üblich an meiner Station. Es hieß nur: Der Kaffee-Schrank bleibt morgen zu, der Kabelsalat an der Säule sollte weg geräumt werden und an meiner Station musste der Vormontageplatz ein Stück nach hinten geschoben werden, damit drei Fußballer auch gut rein passen und sich nicht die „millionenschwer versicherten Füße“ irgendwo anschlagen bzw. verletzen. Das habe ich natürlich alles gemacht mit Hilfe meiner netten Kollegen/in.

Nur noch ein Tag war es bis zum großen Ereignis! So – endlich ist der beste Tag der Woche da. Die ersten Stunden lief alles normal und ruhig ab. Es gab hier und da mal kleinere Störungen, aber das ist nicht ungewöhnlich, wenn man produziert. Zum Glück nichts Größeres! Aber als es so ungefähr 10.15 Uhr war, hieß es dann schon mal von den Chefs „dies und das“ sollte noch gemacht und verbessert werden. Dann bekamen meine Kollegen und ich die T-Shirts zum sogenannten „T-Shirt gegen Trikot“ Wechsel!

Es war ja noch Pause um 10.40 Uhr, während der Pause habe ich dann schon gemerkt „hoppla, ich werde wohl doch etwas nervös“. Nach der Pause waren es noch 30 Minuten, bis die Deutsche Fußballnationalmannschaft dann endlich kam. Dann war auch schon mein Meister da und sagte: „Komm Nina, jetzt ist Trikotwechsel“ und da dachte ich nur noch „uff, bin ich jetzt aber nervös“, obwohl ich eigentlich nichts mit Fußball am Hut habe, außer es ist WM oder EM-Zeit, dann natürlich schon.

Na, auf jeden Fall tauschten 5 Spieler mit 5 Mercedesarbeitern – darunter auch ich – die Trikots gegen Mercedes Polo-Shirts aus. Meine Kollegen und ich hatten die Polo-Shirts an, wir hatten natürlich noch ein anderes T-Shirt darunter – na ja bis auf einen Kollegen – aber das machte nichts, das war ein Applaus wert! Und es klatschten natürlich alle! Wir dachten uns halt, wenn schon Trikot-Wechsel, dann richtig, aber unsere Spieler trugen die Trikots in der Hand und nicht am Körper, schade! Jedenfalls war ich dann an der Reihe und wechselte mein Polo-Shirt mit dem Spieler Mats Hummels. Es folgte ein Händedruck und ein Foto von der Übergabe.

Danach wurden die Spieler aufgeteilt in 3-er-Gruppen. Als mir die Spieler dann zugeteilt wurden, habe ich gehofft, dass die Nervosität nachlässt – von wegen, als wir an der Station waren und ich die Montage der ersten Ölwanne erklärte, merkte ich „oh je meine  Hände zittern!“ Ich war wohl doch nervöser als ich gedacht hatte. Ich atmete tief durch und zeigte dann den Spielern Gomez, Müller und Boateng die Arbeitsabläufe meiner Station.

Die Spieler montierten jeweils eine Ölwanne unter meiner Anleitung und bestanden mit Bravour, abgesehen von ein paar kleinen Schwierigkeiten. Für die nächsten Spieler blieb leider wenig Zeit, um Ihnen die Station zu zeigen. Es warteten schon die Kollegen/innen auf die Autogramme. Als die Autogrammrunde zu  Ende war, gab es hier und da ein Interview mit den Spielern und danach ein schönes großes Gruppenbild! Leider habe ich davon noch keinen Abzug erhalten. Aber ich hoffe mal, dass ich noch ein schönes Foto bekomme.

Wer weiß, vielleicht schaue ich mir jetzt doch noch häufiger und regelmäßiger ein Fußballspiel an!

Ich hoffe, Euch Leser/innen hat mein Blogeintrag über diesen nicht ganz gewöhnlichen Arbeitstag gefallen!


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