GASTBEITRAG: SLK 250 CDI – Antritt wie ein Pferd, Durst wie ein Spatz

Mercedes-Benz hatte mich eingeladen, einmal kamerawirksam den neuen SLK 250 CDI zu testen – den ersten Roadster von Mercedes mit Dieselmotor.

Die Zusage fiel mir nicht schwer, denn auch privat bin ich ein großer Fan von Dieselmotoren. Zum einen mag ich diesen dieseltypischen Antritt aus dem Drehzahlkeller. Und zum anderen gebe ich mein Geld viel lieber für andere Dinge als für Benzin aus. Und als ich auch noch hörte, dass ich meinen ehemaligen DTM-Widersacher Roland Asch beim Dreh wiedertreffen würde, war die Vorfreude doppelt so groß.

ellen-lohr

Dass wir unseren alten Fight am Hockenheimring fortsetzen konnten, gefiel mir sehr, denn der Hockenheimring hat für Roland Asch und mich eine große Bedeutung: Schließlich gewann er am 24. Mai 1992 das zweite Rennen dieses Wochenendes – und ich erfreulicherweise das erste. Worauf ich heute noch ein bisschen stolz bin, denn das war das erste und bisher einzige Mal, dass eine Frau ein DTM-Rennen gewann.

Ein Rennen gegen die Ikone

Roland trat mit einem 190 E 2.5-16 Evolution 1 auf unserer gemeinsamen Schicksalsstrecke, an der es an diesem Tag ununterbrochen weiter regnete, gegen mich und den SLK 250 CDI an. Die Eckdaten seines Autos: Baujahrs 1989, 204 PS, 240 Nm. Die Eckdaten des neuen SLK 250 CDI: ebenfalls 204 PS, aber stolze 500 Nm – und damit mehr als doppelt so viel Drehmoment wie der Evo 1. Ich war mir ziemlich sicher: Die Drehfreudigkeit seines Autos würde das fehlende Drehmoment nicht ausbügeln können. Das sah Roland aber ganz anders. Er, der weder den Sinn eines Dieselmotors in einem Sportwagen noch die Lebensberechtigung eines Automatikgetriebes anerkennen wollte („So lange mein linker Fuß noch funktioniert, fahre ich Schaltung“), gab sich siegesgewiss.

Dass er sich nach einigen Runden nicht mehr ganz so sicher war, sah ich im Rückspiegel: Ich wurde von Runde zu Runde schneller, Roland dagegen musste kämpfen und stand an fast jedem Kurvenausgang quer. Und tatsächlich fehlte es ihm beim Herausbeschleunigen an Dampf – auch wenn sein Motor fast 8000 Touren drehte, gegen meine 500 Nm und die sehr ausgewogene Gewichtsverteilung meines Diesel-SLK hatte er keine Chance.

Fahrerwechsel

Natürlich ließ ich ihn dann auch mal für ein paar Runden hinter das Lenkrad des Diesel-SLK. Dass Roland dann aber so begeistert wiederkäme, hätte ich nicht gedacht: „Das Auto ist ja der Wahnsinn, ein Hammer.“ „Der fährt ja wie auf Schienen.“ „Die Automatik passt perfekt zu diesem Motor.“ Roland, hallo? Wie war das noch mit Diesel und Automatik?

Mich selbst verwunderte dieser Ausgang nicht. Wohl aber der sagenhafte Verbrauchswert von 4,4 Liter auf 100 Kilometer, der sich bei der verregneten Hinfahrt zum Hockenheimring auf der Autobahn mit zähflüssigem Verkehr ergab.

 


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Dieser Artikel wurde von geschrieben. Sie ist eine Exotin in der Männerwelt des Motorsports. Sie begann ihre Karriere im Alter von 14 Jahren mit Kartrennen. Im Jahre 1990 wechselte sie nach etlichen Erfolgen in der Formel Ford und Formel 3 in die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft, bei der Sie zwei Jahre später den größten Erfolg ihrer Karriere feierte: am 24. Mai 1992 konnte sie auf dem Hockenheimring als bis dato erste Frau einen Lauf der DTM für sich entscheiden.

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