Teure Elternzeit

Vor ziemlich genau 3 Jahren habe ich über meinen schönsten Aprilscherz hier im Daimler-Blog berichtet: Die Geburt von meiner Tochter am 1. April 2008.

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In den vergangenen 36 Monaten hatte ich insgesamt 16 Monate Elternzeit! Wie jetzt? 16 Monate? Ja, eine Tochter allein macht ja noch nicht so viel Spaß, und daher kam im August 2009 noch ein Sohn gleich hinterher!
Die Elternzeit hatte ich mir in 4 Blöcke aufgeteilt: Mai/Juni 2008 und März/April/Mai 2009 bei der Ersten. August 2009 bis März 2010 und Juni/Juli/August 2010 beim Zweiten.
Allein schon auf Grund dieser Aufteilung, der Tatsache, dass ich als Vater beim zweiten Kind 11 Monate genommen habe, dazwischen arbeitete, der Geschwisterbonus dazu kam und und und wurde das Ganze zu einem anstrengenden Kampf mit der Bürokratie. Hier ein Nachweis, da noch ein Formular. Ach halt, ja ne, da fehlt noch was. Alles da? Ja, klar… Nein, war dann doch nicht so… Aber ich hatte ja Zeit.

Herrlich unspektakulär und damit sehr angenehm war es im Werk: Antrag eingereicht und kurz darauf die Bestätigung bekommen. Natürlich alles im Vorfeld in Absprache mit meiner Abteilung.

Nun habe ich vor ein paar Wochen mal ausgerechnet, was mir so finanziell entgangen ist. 67% vom Nettolohn hört sich ja mal ganz spannend an. Tja, Theorie, und zwar eine ganz Graue. Meine Schichtzuschläge aus der Dauernachtschicht, die ja steuerfrei sind, fallen hier zum Beispiel raus. Sonstige Zulagen ebenfalls. Dadurch blieben bei mir von 67% gerade mal rund 45% übrig. Rechne ich alles dazu, weniger Weihnachtsgeld, weniger Gewinnbeteiligung, weniger Urlaubsgeld, die monatlichen Verdienstausfälle, so sind mir in diesen 16 Monaten etwas über 25.000€ netto entgangen.

ABER: Für dieses Geld hatte ich viel, sehr viel Zeit für meine Familie! Zeit, Erfahrungen, Erlebnisse, Bindungen, die mir nie wieder jemand nehmen kann, nehmen wird und die mit keinem Geld der Welt aufzuwiegen sind.

Und was man so macht, mit 358 freien Tagen in zweieinhalb Jahren und wie man sich trotz oder vielleicht auch gerade wegen solch einer Auszeit beruflich weiterentwickelt, ja das erzähle ich ein andermal.


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