Wenn der Paketdienst leise vorfährt

TeaserKein Lärm der Straße stört die Ruhe an diesem sonnigen Nachmittag. Nur das Rascheln der Zeitung zur Tasse Kaffee ist zu hören. Erst das Klingeln an der Haustür lässt mich hochfahren. Ein Lieferant des DPD überreicht mir ein lang ersehntes Päckchen. Verwundert frage ich mich, ob der DPD mittlerweile mit dem Fahrrad ausliefert, da ich keinerlei Motorengeräusch wahrgenommen habe. Die Antwort ist einfach. Der DPD fährt elektromotorisch angetriebene Transporter von Mercedes-Benz.

Anfang Januar war es so weit. Auf dem Gelände der Mercedes-Benz Niederlassung am Hallschlag in Stuttgart wurden die Schlüssel von fünf Vito E-CELL an ihre zukünftigen Besitzer übergeben. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich die Fahrzeuge noch in der Erprobungsphase und zusammen mit dem DPD möchte man erste Erfahrungen sammeln. Wie bei Erprobungsfahrzeugen üblich, gibt es eine ausführliche Schulung, bei der die potenziellen Fahrer auf alle Besonderheiten vorbereitet werden.

Gefördert durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Straßenentwicklung geht man bei dem Zustellservice auch erst einmal kein Risiko ein. Im Juni lief die Förderung aus und man musste sich entscheiden, die Fahrzeuge weiter in der Flotte zu betreiben. Ich nehme nicht zu viel vorweg, wenn ich sage, dass dies nicht zur Debatte stand.
Was sind nun aber die Gründe für einen Dienstleister, der in seinem Regionaldepot bei Ludwigsburg 207 Zustelltouren fährt und ca. 34.000 Pakete am Tag ausliefert, seine Flotte mit elektrisch betriebenen Transportern zu ergänzen?

Video: Kundeneinweisung zu den Besonderheiten des Vito E-CELL

Ich möchte es genauer wissen und mache mich auf den Weg und frage direkt bei Herrn Hirsch, Leiter Transportlogistik, bei DPD nach. Anhand von einem Beispiel macht er mir deutlich, dass sich durch Online-Einkäufe im Privatbereich, zum Beispiel bei Amazon, das Verhältnis von „großen“ Paketen zu „kleinen“ Päckchen verschiebt. Logisch! Privatleute haben ein anderes Nutzerverhalten als Unternehmen. Das heißt, es werden mehr Adressen angefahren, die Stopp-Zahlen auf der Tour steigen und aufgrund der geringen Päckchengröße machen kleinere Fahrzeuge mehr Sinn.

Der uns im Straßenbild bekannte, klassische 3,5t Kastenwagen mit Kratzspuren an den Schwellern, da die oft jungen Verkehrsteilnehmer die Länge des Wagens beim Einbiegen in die engen Straßen in Stuttgarts Wohngebieten unterschätzen, entfällt quasi. Und für die großen Unternehmenstouren ist es einfach effektiver einen 5t zu beladen.
Nun ist das die nüchterne betriebswirtschaftliche Sichtweise. Kann mir denn keiner etwas von seinen Erfahrungen der letzten 6 Monate erzählen. Kooperativ wie ich den DPD kennengelernt habe, steht auch hier sofort ein junger Kollege bereit. Christoph Richter, seit 2003 bei DPD und Ausfahrer. Ihm scheint man nichts mehr vormachen zu können. Denn im Laufe der Jahre hat er 30 verschiedene Ausliefergebiete und damit verbunden über 200.000 Adressen angefahren. Groß geworden im Einzelhandel, ist für ihn Kundenpflege das „A“ und „O“. Anfangs war er eher skeptisch und konnte sich unter einem Vito E-CELL nicht viel vorstellen. Wichtig für ihn, als in seiner Freizeit ambitionierter DJ war, dass ein ordentliches Radio an Bord sei. Kein Problem, die besagten Vitos E-CELL sind mit der aktuellen Generation des COMAND Systems ausgerüstet und so wandelt sich seine Skepsis schnell in Begeisterung. Zwischenzeitlich ist er sogar interner Reichweiten-Rekordhalter mit 138 km und 3% übriger Reserve in der Batterie. Hergeben möchte er sein Fahrzeug nicht mehr, da seine positiven Eindrücke und auch die der belieferten Kunden überwiegen, wobei wir wieder bei der ungetrübten Ruhe in Stuttgarts Vororten wären, denn Lärmreduzierung ist nur einer der Pluspunkte eines Vito E-CELL.

Video: Ein Tag im Praxistest des DPD


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