„Auf die Piazza, fertig, los!“

Eine Messeerfahrung fernab von schwarzen Anzügen, Werbekugelschreibern und Smaltalk

Der 14. Deutsche Kinder- und Jugendhilfetag in Stuttgart – Europas größte Messe rund um die „Generation U27“. Und da mittendrin eine Gruppe Praktikanten – also eigentlich eine Zielgruppe – als Unterstützung für die Stände der Daimler Initiativen „MobileKids“, „Genius“ sowie der „Sternchen“-Kinderkrippen der Daimler AG.

Doch während sich Fachkräfte und Experten in den Messehallen mit ernsten Herausforderungen, derer sich Kinder- und Jugendliche zu stellen haben – beispielsweise sozialer Ungleichheit und Benachteiligung oder Antirassismus – auseinandersetzten, richtete sich die angegliederte Interaktive Schülermesse 2011 auf der offenen Messepiazza direkt an Schülerinnen und Schüler insbesondere der Klassen drei bis zehn, die sich im Vorhinein kostenlos anmelden konnten. Das versprach drei Tage lebhaften Jubeltrubel mit vielen Kindern und Jugendlichen aus der Region. Die Daimler-Stände reihten sich dabei ein in das bunte Aktionsprogramm von insgesamt 45 Partnern der Kinder- und Jugendhilfe, vom Polizeipräsidium Stuttgart über das Gesundheitsamt der Stadt bis hin zum Stand der Stuttgarter Jugendhaus Gesellschaft. Als „Unterstützungspraktikantin“ aus dem Bereich Politik und Außenbeziehungen versprachen die hochkarätigen Politikerbesuche, wie z.B. des Oberbürgermeisters der Stadt Stuttgart, Herrn Dr. Wolfgang Schuster, sowie des Bundespräsidenten, Herrn Christian Wulff, weitere Highlight des Messeeinsatzes.

Unser Plan lautete also, die Kinder und Jugendlichen, wie im Falle der Daimler Bildungsinitiative „Genius“, mit Anwendungsmaterial und Praxisobjekten für Naturwissenschaft und Technik zu begeistern, oder beim „MobileKids“-Stand für sichere und nachhaltige Mobilität zu sensibilisieren. Und auch die kleinsten Messebesucher sollten sich direkt angesprochen fühlen: Zwei SLK Bobby Cars standen für einen Slalomwettbewerb zur Verfügung. Dank einer höchst wechselhaft angesagten Wetterlage ausgerüstet mit Sonnencreme und Regenschirm, verging der erste Vormittag mit dem Versuch, unser Angebot gleichzeitig so wetterflexibel und sichtbar wie möglich zu platzieren. Eine Herausforderung für uns Schreibtischtheoretiker, die sich sonst eher über die ideale Anordnung von Ordnern und Dateien auf dem Desktop Gedanken machen müssen. Hochmotiviert und gespannt auf die Resonanz der Schüler/innen positionierten wir uns zwischen dem „Lebende-Batterie“-Versuch (Genius), Infobroschüren (Sternchen) und dem bevorzugten Schattenplatz mit dem Laptop-Mobilitätsspiel (MobileKids).

Und während wir auf den wilden Ansturm am Nachmittag warteten, nutzten wir die Zeit, um die „Konkurrenz“ um die Aufmerksamkeit der Kinder und Jugendlichen auszuspähen. Wie auch wir mit unserem Stand, richtete diese sich an unterschiedliche Altersgruppen. Das Gesundheitsamt, ausgestattet mit überdimensionalen Gebissen, führte die richtige Zahnputztechnik vor, auf dem Mountainbike Parcours konnten Jugendliche ihre Geschicklichkeit und Balance testen, und die Polizei informierte mit eindrücklichen Selbsttests über die unmittelbaren Auswirkungen des Alkohol- und Drogenkonsums. Mittags verrieten knurrende Mägen uns beim Anblick einer außerordentlich aufwendig gedeckten Bierbank neben unserem Zelt. Sofort wurden wir von der Standbesitzerin über die Bedeutung von Knigge-Kursen für die Kleinsten unserer Gesellschaft aufgeklärt – gefolgt von der Anfrage, ob solch ein kindgerechter Benimmkurs nicht auch eine interessante Aktion für die Sternchen-Kinderkrippen wäre, versteht sich. Überhaupt ist ja Netzwerken das A und O. Auch auf einer solchen Veranstaltung und ungeachtet der unterschiedlichen Backgrounds der Aussteller. Und wo kommt man als Praktikant eines Automobilunternehmens schon einmal dazu, Polizisten über die Verkehrserziehung mittels fortschrittlicher und online-basierter Lernmaterialien zu informieren!

Doch wie sich zeigen sollte, waren dies nicht nur nette Messebekanntschaften. Vielmehr wurden die Standnachbarn zu unseren Komplizen im Wettbewerb um die Schülerinnen und Schüler. Denn wer sich zum einen Stand begab, wurde gleich mit dem Versprechen von „coolen Aktionen“ oder Mitnehmgeschenken zum nächsten weitergelotst. Obwohl wir zu Beginn der Schülermesse noch um unsere 3000 MobileKids-Schlüsselanhänger gebangt hatten, wurden wir angesichts eines zunächst eher verhaltenen Besucheransturms großzügiger im Verteilen. Ob dies nun an einer zögerlichen Informationskampagne der Veranstalter, Mittagschule oder den beginnenden Ferien lag – am ersten Tag waren wir Aussteller wohl die besten Kunden des Pizzastandes vom Jugendhaus M9.

Da das Wetter am nächsten Morgen entschieden hatte, uns einen Strich durch die Rechnung zu machen, standen wir gleich vor einer doppelten Herausforderung. Neben der Kinderakquise galt es, den Stand vor dem Wegfliegen zu bewahren. Also hängten wir uns zum Beschweren an die Zeltpfosten und bemühten uns simultan, Schülergruppen von unseren Angeboten zu begeistern. Im Laufe des Nachmittags forderte die große Anzahl junger Besucher unsere Platz- und Angebotsmanagement-Fähigkeiten. Insbesondere, als sich auf einmal eine ganze Schulklasse aus Norddeutschland, die die Schülermesse im Rahmen ihres Schullandheims besuchte, vor dem Daimler-Zelt einfand, vergaßen wir schlagartig Wind und Wetter. Großen Anklang fand dabei alles, wo es hieß „selbst anpacken und ausprobieren.

Größenänderung$#BCC_45EA03FADie Kindernot am Vormittag – die Messe fiel noch in die Schulzeit– machte erfinderisch. Also spezialisierten wir uns nebenbei auch auf die „Erwachsenenbildung“, denn ein Großteil der Teilnehmer der Fachmesse passierte die Daimler-Stände auf dem Weg zwischen S-Bahn und Messehallen. Das rege Interesse der Besucher – meist Studierende, Auszubildende und Berufstätige aus dem sozialen oder Lehrbereich – nutzten wir, um über die MobileKids Initiative, Berufsaussichten in Sternchen-Einrichtungen und Genius-Aktionen mit Schulklassen zu informieren. Die überwiegend sehr positive Resonanz lässt uns erwarten, dass die Angebote nun den Weg über begeisterte Pädagogen/innen zu den Kindern und Jugendlichen finden. Anziehend wirkte die Schülermesse auf der Messepiazza nicht nur auf die „Generation U27“. Zwischen Zirkuszelt und Showbühne „verirrte“ sich auch eine beträchtliche Anzahl offiziell gekleideter Menschen, die das bunte und lebendige Angebot nach dem Besuch der BlechExpo (Messe für Blechbearbeitung), die zeitgleich zum Jugendtag stattfand, sichtlich zu genießen schienen.

Den Höhepunkt des bunten Treibens erreichte die Veranstaltung mit dem Besuch des Bundespräsidenten zur Abschlussveranstaltung. Während dieser mit seiner Delegation minutengenau getaktet und einem genauen Wegplan folgend das Messegeschehen besuchte, wuselten Kinder und Jugendliche fröhlich von Stand zu Stand. Wir haben an unseren Ständen während der drei Tage, von den Kleinsten in „ihrem“ SLK und deren begleitende Großeltern, über Jugendliche am „Genius-Zelt“ bis zu Fachkräften, die sich mit der „Sternchen“-Pädagogik auseinandersetzen, durchweg positive Rückmeldungen zu den Daimler Initiativen bekommen. Das Interesse, welches den Projekten dabei entgegengebracht wurde, beflügelte unser Team, auch über zwei wettermäßig sehr maue Tage motiviert hinwegzusehen.

Sandra Hennig ist zur Zeit Praktikantin im Bereich „Politik und Außenbeziehungen“.


Wie bewerten Sie diesen Artikel?
No votes yet.
Bitte warten...

Tags: , , , ,

drucken

Wollen Sie wirklich das Internet ausdrucken?

Sparen Sie Papier und schonen Sie die Umwelt! Nutzen Sie die Funktionen zum Bookmarking oder zur E-Mail-Weiterleitung.

Ihre Daimler AG

Erst wenn Sie klicken, wird die Schaltfläche aktiv und stellt eine direkte Verbindung mit dem jeweiligen sozialen Netzwerk her. Hierdurch werden Daten an das jeweilige soziale Netzwerk übertragen. Bitte lesen Sie unsere Datenschutzhinweise.

Lesen Sie mehr über das Blog.

Letzte Kommentare

  1. „S 124“ oder eine unerwartete Reise

    Jessica Abt: Hallo Matthias, klar liest deinen Kommentar noch jemand :) Die aktuellsten Kommentare...

  2. „S 124“ oder eine unerwartete Reise

    Matthias: Ob den Kommentar noch jemand lesen wird :-) Ich kann die...

  3. Mercedes-AMG GT 4-Türer Coupé: Familien-Liebling und Rennstrecken-Biest

    Rudi: So genial das Auto sein mag, wer hat den Namen verbrochen? ...

  4. Die neue B-Klasse: Sportlich, praktisch, großzügig

    Franz-Josef: Ja, ein schönes Automobil. Mercedes hat außen an den richtigen Stellen "geschraubt"....

  5. Mercedes-AMG GT 4-Türer Coupé: Familien-Liebling und Rennstrecken-Biest

    Stein: Man muss nicht alles toll finden, was da so gebaut wird. Habe...