Zwischen Verschleißuntersuchungen und Airbrush-Kunst

Daimler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind nicht nur während ihrer Arbeitszeit motiviert, sondern engagieren sich oft auch in ihrer Freizeit in anderen, teilweise außergewöhnlichen Projekten. Diese wollen wir in der Reihe “Off Duty” kurz vorstellen.

Um was geht’s?

Airbrush – Malen, oder einfach etwas mit den eigenen Händen zu erschaffen.

Wie kam es dazu?

Das Interesse am Airbrush bestand bei mir schon ziemlich lange. Als ich mit 16 Jahren den Führerschein fürs Moped machte, hatte ich schon den Wunsch, aus meinen fahrbaren Untersatz mittels eines Airbrush ein Unikat zu machen. Als dann ein Freund erzählte, dass er sich eine Airbrushpistole gekauft hatte, war klar, dass das Moped so schnell wie möglich mit einem Airbrushbild verziert werden muss.

Aber, weit gefehlt. Es stellte sich nämlich heraus, dass die Sache nicht ganz so einfach war.

Airbrush

Mal abgesehen vom richtigen Lack stellte uns die fachgerechte Handhabung der Airbrushpistole vor größere Probleme. Dazu kam die richtige Einstellung der Farben, damit sie auch noch durch die Düse ging und sich trotzdem nicht gleich großflächig auf dem Untergrund in wilden Läufern verteilte…
Kurzum, das Projekt Airbrush wurde anschließend für mehrere Jahre wieder auf Eis gelegt.

1998 begann ich dann begann ich dann bei Daimler-Benz in der Forschung in Ulm. Für mein damaliges sehr zeitintensives Hobby, -ferngesteuerte Autos mit Verbrennungsmotor im Maßstab 1:5 hatte ich wegen der größeren Distanz vom Wohnort zum Arbeitsplatz dann viel weniger Zeit. Kurzerhand verkaufte ich den ganzen Krempel und begnügte mich nach der Arbeit zunächst mit “Extrem Relaxing“ auf dem Sofa.

Doch schon bald stand für mich fest, dass mein Tagesablauf nicht nur aus arbeiten, fernsehen und schlafen bestehen kann. Durch Zufall landete ich in den Herbstferien 1998 in einem Spielwarenladen, dort kaufte ich mir einen Plastikmodellbausatz und dazu eine Airbrushpistole mit Single-Action Funktion (Farb- und Luftmenge werden nur über eine Hebelfunktion gesteuert), um dieses Fahrzeug dann dem Vorbild entsprechend lackieren zu können.

Dabei stellte ich fest, dass sich die Probleme bezüglich Handhabung und Farben im Laufe der Jahre nicht einfach von selbst erledigt hatten. Der Kauf einer weiteren Airbrush mit Double-Action Funktion stellte mich dann vor zusätzliche Herausforderungen, da bei diesem Pistolentyp durch Druck auf den Bedienhebel zunächst der Luftstrom geöffnet wird und durch Zug am Bedienhebel die Farbmenge entsprechend geregelt wird.

Beim Studium der Wochenendausgabe der örtlichen Tageszeitung entdeckte ich dann eine kleine Anzeige: “Airbrush-Kurse“ sowie eine Telefonnummer. Nach einem Telefonat und kurzer Information hatte ich nun einen Termin für meinen ersten Airbrush-Kurs bei Spencer Design in Baienfurt. Spencer Design ist heute eine der ersten, wenn nicht überhaupt die Adresse für Airbrusharbeiten im Raum Bodensee – Oberschwaben. Es folgten dann noch weitere Kurse bei Spencer’s um die Techniken und Feinheiten beim Airbrush zu verfeinern.

Was waren die Highlights?

Zu den Highlights zählen für mich bisher die Anfertigung zweier Bilder, u. a. mit Motiven von Entwürfen von Gordon Wagener, die im Zuge der Umgestaltung einer Abteilungswand im Forschungszentrum in Ulm hängen.

Des Weiteren eine Ausstellung verschiedener Bilder von mir im Rahmen der Kulturnacht 2010 in Bad Schussenried im Jugendcafe, bei der ich ein Live-Airbrush auf eine Motorhaube einer A-Klasse gemacht habe. Die Haube wurde mir freundlicherweise von der Forschung und Vorentwicklung in Ulm als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt und ziert nun eine Wand im Jugendcafe. – Herzlichen Dank nochmals an dieser Stelle.

Wie motivieren Sie sich nach acht Stunden Arbeit?

Ich glaube nicht, dass ich eine große Motivation dazu brauche. Die Motivation etwas zu erschaffen ist denke ich grundsätzlich vorhanden. Entscheidender ist vielmehr im richtigen Augenblick die Muße, die Ruhe, die Gelassenheit zu haben und vor allem den Blick und das Gefühl die Farbe im richtigen Moment auf die richtige Stelle des Maluntergrundes zu bringen.

Wie geht’s weiter?

Da ich in der Zwischenzeit auch Bilder in Acryl- oder Aquarelltechnik in allen möglichen Stilrichtungen male, sind der Kreativität nur wenige Grenzen gesetzt. Ich möchte auch versuchen, die verschiedenen Techniken miteinander zu kombinieren.

Darüber hinaus gibt es seit Februar eine Airbrush-Gruppe durch die Initiative von Spencer Design. Die Gruppe besteht aus 6 Personen und wir treffen uns dort einmal im Monat zum freien Airbrushen. Momentan sucht sich jeder von uns sein Motiv selbst aus, das er bearbeiten will. Wir wollen uns aber auch mal gleiche Bilder oder Themen aussuchen, die dann von jedem selbst individuell bearbeitet werden. Auch der Besuch von Airbrush-Messen oder Events steht natürlich auf dem Plan. Wenn wir dann mal genügend Bilder gebrusht haben, wäre dann auch eine gemeinsame Ausstellung ein Highlight.

Was arbeiten Sie beim Daimler?

Zurzeit arbeite ich in Ulm in der Group Research & Advanced Engineering (GR & AE) im Bereich der Tribologie (Reibung und Verschleiß). Ich mache dort Versuche zu Rotations-Reibverschleißuntersuchungen an Zylinderlaufbuchsen zum Thema Verschleiß und Ölverbrauch.


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