To Be or not to FB

Jubiläum: 1 Jahr Daimler Career auf Facebook

Vor etwas über einem Jahr wäre die Frage noch gewesen: muss das sein? Ein Jahr und 8.500 Fans später gibt es neue Fragen: sind wir erfolgreich und wie können wir das messen? Was funktioniert, was nicht? Was haben wir gelernt?

Diese Woche vor einem Jahr haben wir mit der Seite Daimler Career auf Facebook einen weiteren wichtigen Schritt ins Social Web getan. Nach einem gelungenen Start in Twitter vor zwei Jahren war schnell klar, der logisch nächste Schritt führt ins größte Social Network.

Daimler CAReer3

Sind wir erfolgreich? Kommt darauf an…

Quantitativ: Wie bei Börsenkursen kann man laufend das Ranking der Fanzahlen von Karriereseiten verfolgen. Interessant dabei finde ich, dass hier unter den Top 5 Seiten vier Automobilhersteller zu finden sind. Aber was sagen die absoluten Zahlen aus und in welches Verhältnis sollte man sie setzen? Würden wir die Fanzahlen ins Verhältnis zum Umsatz oder zu den Mitarbeiterzahlen setzen, wären viele kleine und mittelständische Unternehmen auf den Top Plätzen – deren Erfolge verdienen Hochachtung.

Qualitativ: Social Media ist keine Einbahnstraße und wir messen die Aktivität unserer Fans: das Engagement. Unsere durchschnittliche Engagement-Rate ist höher als die von Lady Gaga und Starbucks. Die Engagement-Rate (Likes + Kommentare + Fototags im Verhältnis zur Fanzahl) zeigt uns, welche Themen und welche Art der Kommunikation ankommen und das Feedback unserer Fans zeigt uns damit eine Richtung auf. Frei nach dem Motto „die wollen doch nur spielen“ kommen kurze Quiz-Formate wie „What do you see?“ am besten an. Unsere gefühlt schwierigen Quizfragen werden nicht nur in wenigen Minuten richtig beantwortet, sondern führen auch zu humorvollen und leidenschaftlichen Reaktionen.

Ausgerechnet die konkreten Karriere- und Einstiegsthemen landen dagegen im Mittelfeld des Engagements. Das beunruhigt mich nicht, ich finde es im Gegenteil sogar großartig, dass wir Interessierte ganz spielerisch und unverkrampft über die vielfältigen Karrieremöglichkeiten unseres Unternehmens informieren können. Gleichzeitig werden wir fast täglich wie auf einer virtuellen Messe besucht und angesprochen.

Das zeigt einmal mehr, ein Social Media Konzept baut auf Interaktions- und Dialogorientierung auf und kann nicht wie ein herkömmlicher Marketingkanal installiert werden. Für die konkrete Umsetzung gilt es den Mut zum Ausprobieren aufzubringen und sich mit der Taktik „try and reflect“ auf nicht planbare Reaktionen einzulassen. Und so musste ich auch aushalten lernen, dass lange vorbereitete und mit Hochspannung  veröffentlichte Beiträge like- und kommentararm untergingen während eine simple „Denkpause“ zu einer Flut an Reaktionen führen kann.

Social Media ist keine Maßnahme, sondern eine Einstellung.

Ich glaube, dass der Hauptnutzen in den Diskussionen liegt, die wir intern führen. Und dabei geht es mir jetzt nicht darum, über Skepsis und Sorgen zu berichten. Genauso spannend ist die Hoffnung, besser Illusion, dass mit einem Engagement bei Facebook für jede noch so schwierig zu besetzende Stelle der passende Bewerber anzulocken ist.

Social Media in der Kommunikation einzusetzen bedeutet auch, sich mit den Auswirkungen auf die Organisation zu beschäftigen. Die Lernkurve ist steil (und anstrengend). Wir lernen, dass sich Resonanz nicht kalkulieren lässt, dass unterschiedliche und manchmal kritische Rückmeldungen auszuhalten sind. Und, es hat wohl so eine Plattform gebraucht, auf der Fans und Mitarbeiter ihre Begeisterung für das Unternehmen ausdrücken können.

Karriere und Enterprise 2.0

Ich beschäftige mich erst (oder schon?) seit etwas mehr als zwei Jahren intensiv mit Social Media. Das Thema sprang mich an, nicht umgekehrt. Und was ich als abwechslungsreiches Sonderprojekt zu meinem regulären Job als Teamleiter im Recruiting quasi nebenbei aufgegriffen habe, war der Auftakt für eine spannende berufliche Neuausrichtung. Daraus ist jetzt ein Team entstanden, das neue Bindungskonzepte für potenzielle Nachwuchskräfte entwickelt, dazu gehören auch Hochschulkooperationen und eben die Integration von Social Media, die von Sandra Karner und Jenny Arndt betreut wird, jede mit einem Teil ihrer Zeit.

Mein standortübergreifendes Team nutzt Social Media auch zunehmend im Arbeitsalltag indem wir chatten und bloggen, unser Wissen in einer Wiki teilen, Gedanken in Mindmaps sammeln, einfach neue Wege der Interaktion sowie der Meinungs- und Entscheidungsfindung ausprobieren.

Das ist der eigentliche Megatrend. Es geht im Kern nicht darum, dass sich Arbeitgeber in Facebook präsentieren. Es geht darum, die Prinzipien von Dialog, Transparenz und Authentizität in alle Kommunikationsaspekte einfließen zu lassen, extern wie intern, funktions- und hierarchieübergreifend. Ich bin gespannt, wo wir nächstes Jahr in diesem Thema stehen.


Wie bewerten Sie diesen Artikel?
No votes yet.
Bitte warten...

Tags: , , ,

drucken

Wollen Sie wirklich das Internet ausdrucken?

Sparen Sie Papier und schonen Sie die Umwelt! Nutzen Sie die Funktionen zum Bookmarking oder zur E-Mail-Weiterleitung.

Ihre Daimler AG

Erst wenn Sie klicken, wird die Schaltfläche aktiv und stellt eine direkte Verbindung mit dem jeweiligen sozialen Netzwerk her. Hierdurch werden Daten an das jeweilige soziale Netzwerk übertragen. Bitte lesen Sie unsere Datenschutzhinweise.

Lesen Sie mehr über das Blog.

Letzte Kommentare

  1. Die Zukunft des Parkens: Meine Top 5 der Parkinnovationen

    Atorf: zu: Die spannende Frage, die ich mir stelle: Macht das Auto auch...

  2. Großer Preis von Großbritannien 2018 – Hamilton nach Aufholjagd auf 2

    Brandenburger: Das erste F1-Rennen das ich live erleben durfte. Ich fands super :)...

  3. Die Zukunft des Parkens: Meine Top 5 der Parkinnovationen

    Rene Baumann: Nummer 2 finde ich mega cool und nutze ich aktuell auch schon...

  4. Die Zukunft des Parkens: Meine Top 5 der Parkinnovationen

    Cengiz Han Seker: Ich hatte letztes Jahr ein Idee in die RD-Community eingereicht. Es geht...

  5. Die Zukunft des Parkens: Meine Top 5 der Parkinnovationen

    Tobias: Hallo Julia und Danke für den Beitrag. Von Punkt...