Carl und Bertha Benz – Der Traum vom Automobil

Oft braucht es den Mut und die Willensstärke weniger, um Geschichte zu schreiben. Carl und Bertha Benz gehörten zweifellos zu dieser kleinen Gruppe entschlossener Menschen, die nicht nur einen Traum lebten, sondern alles dafür taten, diesen auch in die Realität umzusetzen. Es war die Vision eines „pferdelosen Wagens“, die Carl Benz umtrieb. Seine Frau Bertha stand ihm bei und gemeinsam veränderten sie die Welt. Ungezählt sind die Bücher, Beiträge und Veranstaltungen, die den Mythos Benz thematisieren. Zum Festakt „125 Jahre Automobil“ zeigt die ARD am 23. Mai einen Film über das Leben der beiden Visionäre. Im Vorfeld lud Mercedes-Benz ausgewählte Journalisten (und mich) zu einer kleinen Zeitreise in die Welt und Lebensstationen von Carl und Bertha ein.
Reisen sie mit…

Für die damals stolze Summe von 48.500 Goldmark erwarb das Ehepaar Benz 1905 ein stattliches Haus in Ladenburg, in dem beide bis zu ihrem Tode lebten. Seit 1986 ist das Carl-Benz-Haus Sitz und Tagungsstätte der Daimler und Benz Stiftung; und hier sollte unsere Tour beginnen. Nach einer informativen Vorstellung der Geschichte des Hauses schloss sich direkt der erste Höhepunkt des Tages an – eine historische Kutschfahrt zum Benz-Museum Ladenburg. Wer jedoch die ideelle Vorstellung  hat, „eine Kutschfahrt, die ist lustig, eine Kutschfahrt, die ist schön“, der sei hier eines Besseren belehrt. Lustig ging es zwar auf den zwei PS-starken Vehikeln zu, doch ebenso wackelig war es auch. Und wenn die Pferde keine Lust hatten, einen Anstieg zu bewältigen (wohl aufgrund des Gewichtes der Teilnehmer), dann kommen Kutscher und Gäste schnell an ihre Grenzen. Da hilft nur gut zureden, streicheln, notfalls absteigen und wenn gar nichts mehr geht, eine neue Route wählen. Spätestens dann waren allen Beteiligten die Wichtigkeit der Erfindung des Automobils und damit die Unabhängigkeit vom Pferd klar. Man stelle sich den heutigen Pendlerverkehr mit Kutschen vor: Kilometerlange Schlangen, in den gestreichelt und gut zugeredet wird, nur, um an die Arbeit oder nach hause zu kommen. Angekommen ist der Tross trotzdem und eine gewisse Romantik lässt sich der Fahrt auch nicht absprechen. Am Ende waren sich alle einig, dass es eine schöne Erfahrung war, der in unserer heutigen reizüberfluteten Technikwelt eine besondere Bedeutung zukommt.

In den Hallen der historischen Fabrik von „C. Benz Söhne“, in denen Carl Benz und seine Söhne von 1908 bis 1923 rund 350 Autos herstellten, empfing der leidenschaftliche Oldtimersammler Winfried A. Seidel die interessierte Schreiberzunft. Mit Unterstützung von Mercedes-Benz gestaltet und verantwortet er seit 2004 das Dr. Carl Benz-Museum. Dass er ein Mann ist, der weiß, von was er spricht, war schnell klar. Fachkundig ging es vom Benz-Patent-Motorwagen bis zum McLaren Mercedes Formel 1 Rennwagen.

Doch das Highlight am diesem Tage waren nicht die circa 70 historischen Fahrzeuge oder die original nachgebaute Werkstatt von Carl Benz. Der Höhepunkt hatte drei Räder, 0,75 PS und eine Höchstgeschwindigkeit von 16 km/h. Die Rede ist vom Benz-Patent-Motorwagen (die spätere Fernfahrt, die Bertha Benz mit ihren Söhnen von Mannheim nach Pforzheim unternahm fand jedoch im Nachfolgemodell Typ 3 statt, was gerne in den Medien und Publikationen zum Thema durcheinander gebracht wird). Vorsichtig bestiegen die Journalisten einzeln das Dreirad (Nachbau!) und stellten schnell fest, wie leicht und wendig es sich fahren ließ. Eindrücke, die jeder Anwesende lange in Erinnerung behalten wird. Hier musste auch nicht viel Überzeugungsarbeit geleistet und Streicheleinheiten zur Beruhigung gegeben werden. Der Wagen rollte ohne Probleme; teilweise näher an die geparkten S-Klassen heran, als so manchen Verantwortlichen bei Mercedes-Benz lieb gewesen wäre. Denn mit den drei S-Klasse Hybrid wie auch einer B-Klasse F-Cell ging es schließlich zurück nach Stuttgart, wo am Abend die Sneak-Preview des Films „Carl & Bertha“ auf die Gäste wartete.

Und damit schloss sich der Kreis aus erlebbarer Geschichte und Zukunft des Automobils unter dem Stern. Was mit einer Kutschfahrt begann, endet mit dem innovativen Hybrid- bzw. Brennstoffzellenantrieb. Carl und Bertha hätte es bestimmt gefallen, denn „die Liebe zum Erfinden höret nimmer auf.“ (Carl Benz). Dem ist wohl nichts hinzu zu fügen.

Der Film „Carl & Bertha“ wird am 23. Mai um 20.15 Uhr in der ARD ausgestrahlt.


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