Ready to Dance!

Zum 25jährigen Jubiläum des Theaterhauses Stuttgart hat sich die Mercedes-Benz Bank, als Hauptsponsor des Theaterhauses, etwas Besonderes ausgedacht: Die Bank initiierte und förderte eine Kooperation zwischen dem Theaterhaus und den ebenfalls von der Mercedes-Benz Bank geförderten Kinder- und Jugendhäusern JimPazzo Neugereut und Hallschlag, mit dem Ziel, die Kinder aus den beiden Jugendhäusern nachhaltig zu fördern.

„Are you ready to dance?” fragen  Armando und ich und „Yes!” rufen die Kids zurück. Es ist Dienstag, der 5. April 2011, 18:55 Uhr, fünf Minuten vor Vorstellungsbeginn. An der Begeisterung, die die Luft zum knistern bringt, spüre ich, dass das gegenseitige Vertrauen, genauso wie die tänzerischen Fähigkeiten mit dem Probenprozess gewachsen sind. Zwölf Wochen lang haben die zwölf Teenager mit unserem Tänzer Armando Braswell von Gauthier Dance, der Dance Company Theaterhaus Stuttgart und mir, als Dramaturgin, geprobt und unter der Begeisterung von Presse und Publikum das Tanzprojekt Ready to Dance! auf die Bühne des Theaterhauses gebracht.

Größenänderung$#BCC_738BA4E2Nun liegt dieser Erfolg zwei Wochen zurück. Es ist still auf der Theaterhausprobebühne am Löwentor. Wo sind Emely, Rafailia, Nick, Stefania, Sahron, Daniela, John, Luna, Rashid, Mert, Katja und Endrit? Was machen sie wohl, jetzt, da unser Projekt vorüber ist?
Was macht John, der, als wir ihn zum ersten Mal erlebten, nicht mit der rechten Hand sein linkes Knie berühren konnte und umgekehrt? Der aber, als Einziger von zwölf Kindern, jedes Mal zum Training erschien. Was macht Nick, der die Chancen des Projekts ergriffen hat und es so zum Showmaster des Abends brachte? Was macht Daniela, die sich zwölf Wochen lang immer auf Mittwoch freute?

Und was machen wir im Theaterhaus, seit das Projekt vorüber ist? Zugegeben: Es ist noch kein Tag vergangen, an dem ich nicht an die Kids gedacht hätte. Ich erinnere mich daran, wie die Begabungen der einzelnen Kids langsam zum Vorschein kamen, wie sich die Kids allmählich, durch ein Ziel, das sie vor Augen hatten, veränderten. Und ich erinnere mich an mein Staunen, als die ersten Szenen nach langem Proben zum ersten Mal wirklich konzentriert getanzt wurden. „Ich fühle mich wie ein kleiner Star“ höre ich John in meinen Erinnerungen sagen. Und: „Ich kann stolz auf mich sein“ hatte Rashid zu Recht von sich behauptet.

Stellen Sie sich vor, sie möchten an einem Tanzprojekt teilnehmen.

Stellen Sie sich vor, Sie hatten aber noch nie Gelegenheit dazu, sich darin zu probieren.

Würden Sie es trotzdem tun?

Einfach so? Tanzen?

Diese Teenager verdienen unsere Anerkennung!


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