Zwischen Bits, Bytes und betrieblichen Prozessen

Ein Blick hinter die Kulissen der Berufsausbildung zum Informatikkaufmann

Barack Obama wird zum 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt, die Olympischen Sommerspiele finden in Peking statt und Mitteleuropa wird vom Orkan Emma heimgesucht. Sicher, sind Vielen diese Ereignisse aus 2008 noch in Erinnerung.
Für mich persönlich kommt noch ein Ereignis hinzu, dass ich wohl nie vergessen werde: Der Beginn der Ausbildung zum Informatikkaufmann bei der Daimler AG im Mercedes-Benz Werk Wörth.

Die ersten Eindrücke

Wenn ich mich heute an den ersten Tag, den 23.07.2008 zurückerinnere, kommt mir unweigerlich ein Lächeln über die Lippen. Nervosität, Vorfreude und vor allem großes Interesse waren damals die Emotionen, die nicht nur mich, sondern sicherlich auch die anderen 3 INK´s (Kurzform für Informatikkaufleute) unserer Jahrgangsgruppe bewegten.Vieles war neu, vieles war ungewohnt und vieles sollte während der 3-jährigen Ausbildung auf uns zukommen. Sowohl in der Berufsschule, als auch während der Fachbereichseinsätze innerhalb der betrieblichen Phasen. Die Ausbildung selbst orientiert sich nämlich am sogenannten „Dualen System der Berufsausbildung“, was bedeutet, dass sowohl Phasen in der Berufsschule als auch betriebliche Zeiträume die Berufsausbildung mit Leben füllen. Während der Berufsschulzeit werden die notwendigen theoretischen Grundlagen in 11 Lernfeldern und 5 weiteren Fächern (z.B. Sozialkunde, Englisch) vermittelt.

Alles nur Theorie oder was?

Den Schwerpunkt der Ausbildung bildet jedoch die Zeit im Betrieb, die neben den Einsätzen in verschiedenen Bereichen auch diverse Schulungen und Lehrgänge beinhaltet.

So war auch meine Ausbildungszeit sehr stark von verschiedenen Fachbereichseinsätzen geprägt. Neben diversen IT – Bereichen konnte ich beispielsweise auch einen Einsatz innerhalb des Personalbereiches durchlaufen. Insgesamt waren es bei mir 4 Fachbereichseinsätze. Für Abwechslung ist also gesorgt, besonders wenn man bedenkt, dass neben den oben aufgeführten Bereichen auch Einsätze im Controlling, Vertrieb oder beispielsweise dem Lieferantenmanagement möglich sind. Für mich waren die verschiedenen Einsätze sehr interessant, besonders auch deshalb, weil man so einen sehr umfangreichen Blick in die Prozess- und Systemlandschaft der einzelnen Teams und Abteilungen erhalten konnte. Man wird in den Abteilungen direkt als Kollege aufgenommen und geschätzt. So konnte ich beispielsweise bereits in meinem ersten Einsatz bei der Organisation, Durchführung und Nachbereitung einer Veranstaltung mitwirken, bei der über hundert Personen aus verschiedenen Ländern teilnahmen.  Oder aber durch die Mitarbeit innerhalb mehrerer Projekte im Laufe der Ausbildung weitere Erfahrungen hautnah erleben und sammeln. Meiner Meinung nach sind es genau solche Möglichkeiten die das Erfolgsrezept für die „Ausbildung unterm Stern“ ausmachen.

Neben den Zeiträumen innerhalb der Fachbereiche standen auch mehrere Schulungen auf dem Plan, bei manchen als Teilnehmer, bei anderen als Trainer. So konnte ich beispielsweise eine 3-wöchige Schulung über Netzwerktechnologien, Betriebssysteme und Webtechnologien oder aber die Einführungsschulung für neue Auszubildende planen und durchführen. Diese Schulungen waren toll, weil man in dieser Zeit die anderen Azubis noch besser kennenlernen und eigenes Wissen vertiefen und weitergeben konnte.

Meine persönlichen Highlights der Ausbildung waren aber die zwei einwöchigen sozialpädagogischen Lehrgänge sowie die Durchführung eines Projektes in dem wir den Auftrag hatten einen Markenfilm zum Motto „Trucks you can Trust“ zu konzipieren, zu drehen und nachzubearbeiten.

Für Abwechslung ist also definitiv gesorgt!

Endspurt und wie geht’s weiter?

Ende 2010 war es dann soweit. Der Endspurt der Ausbildung hatte begonnen, für mich bereits ein halbes Jahr früher, da ich mich dazu entschieden hatte die Ausbildung um ein halbes Jahr zu verkürzen.
Die betriebliche Projektarbeit für die IHK (Industrie- und Handelskammer) musste durchgeführt werden und die Vorbereitungen für die schriftlichen Prüfungen liefen auf hochtouren. Ganz „nebenbei“ wurden noch in einem letzten Schulblock die entscheidenden Klausuren für das Abschlusszeugnis geschrieben.

Die Ausbildung endete dann durch eine betriebliche Abschlussfeier sowie die Projektpräsentation und dem anschließendem Fachgespräch vor der IHK am 28.01.2011. Seitdem bin ich als Mitarbeiter im Team ITM/HD tätig, indem ich auch meine Projektarbeit sowie einen Fachbereichseinsatz absolvieren konnte.

Resümee

Wenn ich heute auf die Zeit der Ausbildung zurückschaue, so kann ich nur sagen „Gerne jederzeit wieder“.  Die Ausbildung war sehr strukturiert, aber dennoch mit der Möglichkeit seinen eigenen Weg zu gehen. Die Vielfalt an möglichen Einsätzen und die Kombination aus Schule, Fachbereich, Seminaren und weiteren „Events“ macht die Ausbildung zu einem ganz besonderen und individuellen Abschnitt innerhalb der beruflichen Entwicklung.

Mein besonderer Dank gilt an dieser Stelle auch unserem Ausbilder, der während der Ausbildungszeit stets mit Rat und Tat zur Seite stand und einen klasse Job gemacht hat!
Ich wünsche meinen drei INK-Kollegen für die bevorstehenden Prüfungen sowie die Projektarbeit noch viel Erfolg!

Allen die darüber Nachdenken eine Berufsausbildung zu beginnen, kann ich die Karriereseite der Daimler nur ans Herz legen. Oder den Berufsinformationstag am Samstag, den 14. Mai 2011, 09:00 – 13:00 Uhr im Gebäude der Berufsausbildung im Mercedes-Benz Werk Wörth.

Abschließend bleibt noch die Fragestellung offen, wie es anderen Azubis während der Ausbildung ergangen ist? Über einen Erfahrungsaustausch zum Thema Berufsausbildung (gerne auch aus anderen Ausbildungsberufen und Standorten) im Kommentarbereich würde ich mich freuen…


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