Konzepte und Visionen – Mercedes Benz Design at School

Design zählt - Mercedes-Benz Design at schoolIm Design ist es wie in der Kunst; nicht immer verständlich und nicht jedermanns Geschmack. Auch ich stutzte das ein oder andere Mal bei der Betrachtung der in den Räumen des Haus der Wirtschaft präsentierten Abschluss- und Seminararbeiten, die in Kooperation mit Mercedes-Benz Design entstanden sind. Die interessierte Öffentlichkeit hatte unter dem Titel „Design zählt – Mercedes-Benz Design at School“ die Möglichkeit, Arbeiten aus den Bereichen des Transportation Designs, des Produkt- und Industriedesigns sowie der Textilgestaltung zu betrachten. Auf Hochglanz polierte Kreationen der Hochschulen Pforzheim, Reutlingen, Stuttgart, München und Karlsruhe, wie aber auch aus Budapest, Bratislava und Valenciennes blitzten um die Wette.

 

 

Laut Gertrud Bühler, Abteilungsleiterin im Regierungspräsidium Stuttgart, stellten sich dem Betrachter „zukunftsorientierte Akzente und visionäre Leistungen“ zur Schau. Mercedes-Benz, als Erfinder des Automobils, kommt dabei eine besondere Rolle zu. So gibt Mercedes-Benz Design schon seit Jahren Studierenden und Nachwuchsdesignern die Chance, sie durch die Betreuung ihrer Abschlussarbeiten an die spätere Berufswelt heranzuführen. Gleichzeitig eröffnet sich für das Unternehmen die Möglichkeit, „von den Studenten auf unverbrauchte Art und Weise Anregungen und Impulse zu erhalten.“ Hans-Peter Wunderlich von Mercedes-Benz Design spricht gar von einem „unendlichen Kreativpotential“, das auf einem „Geben und Zurückbekommen“ basiere.

Hervorzuheben ist die Idee der Designer, sich stark an der Natur zu orientierten. Wieso das Rad immer wieder neu erfinden? Schon oft orientierte sich der Mensch an seiner Umwelt. Von dem nahezu strömungsoptimierten Profil der Delphine bis in den Mikrokosmos hinein fanden die jungen Kreativen ihre Anregungen. Ob die Konzepte und Visionen jemals einen Einzug auf unsere Straßen (bzw. Gewässer, Berge und Schotterpisten) finden werden, scheint bei einem Großteil der Arbeiten aber eher fraglich.

Trucks, deren Räder sich bei Bedarf zur Seite klappen lassen, um den Hügel hoch zu laufen oder Maybachs, die sich in Reminiszenz an ihre Umgebung unsichtbar machen, um mit ihrem Luxus nicht vom eigentlichen Umfeld abzulenken, scheinen doch in die Sphären der Science Fiction Filme zu passen. Andere Modelle waren da schon realistischer; blieben jedoch die Antwort schuldig, wie lange es dauern wird, ob sie oder Teile Ihrer Konzeption realisiert werden.

Am Ende noch eine Frage an den Leser: Können Sie sich an ihre erste Liebe erinnern? Herr Wunderlich wohl schon, so ist gutes Design für ihn „wie die erste Liebe; man schwärmt ein Leben lang davon.“ Auch diese Aussage lässt sich diskutieren. Doch in einem Punkt gebe ich allen Designern auf dieser Welt Recht. Gutes Design lässt einen wirklich schwärmen – und ohne Visionen gibt es auch keine Innovationen.


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