Ein Kraftwerk mit Sound

70.000 Euro. Mindestens soviel kostet eine Führung bei AMG in Affalterbach. Denn die bekommt man nur beim Kauf eines Fahrzeuges der Performancemarke von Mercedes-Benz.

Nicht so am 14. März 2011. AMG öffnete ausnahmsweise seine Tore für eine Gruppe aus 20 jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer des DSP-Studentenförderprogramms der Daimler AG.

DSP, das steht für Daimler Student Partnership und ist für Studenten technischer und kaufmännischer Fachrichtungen gedacht, die einerseits sehr gute Leistungen zeigen und andererseits noch eine Reststudienzeit von mehr als einem Jahr vor sich haben. DSP beinhaltet unter anderem eine Entwicklungspartnerschaft zwischen dem Teilnehmer und einem Mentor aus dem Unternehmen, sowie drei Schulungen auf dem Lämmerbuckel oder im Haus Lautenbach.
Während der Zeit im Förderprogramm wird der Teilnehmer durchgängig vom Personal- und Fachbereich betreut, und das sehr gut wie ich an dieser Stelle anmerken darf. Ich selbst bin seit 2008 Mitglied bei DSP schreibe zurzeit meine Diplomarbeit im Team meines Mentors in Sindelfingen.

Hier zeigt sich Herzblut

Doch zurück zur AMG-Führung. Treffpunkt ist 9:20 beim Werkschutz und schon das erste Highlight: Überall hören wir den typischen V8-Klang der AMG-Motoren. Dann um 9:30 eine kurze Präsentation der Unternehmensgeschichte und der Fahrzeugpalette von einem motivierten, freundlichen und kompetenten AMG-Ingenieur. Generell beschreiben diese Attribute das Arbeitsklima bei AMG recht gut, jeder Mitarbeiter ist motiviert und mit Herzblut bei der Arbeit, was sich im Verlauf des Tages immer wieder zeigt.

Die eigentliche Führung beginnt um 10:00. Aufgeteilt in zwei Gruppen, beginnen wir im Showroom. In Gesellschaft von CL63, CLS63 und SLS erklärt uns der Ingenieur was einen AMG von einem „normalen“ Mercedes unterscheidet und ihn damit so besonders macht. Ein Blick in die Gesichter zeigt Begeisterung. So genau kann man das Fahrzeug-Trio nur selten begutachten.

Weiter geht’s ins Performance Studio und schon der nächste Höhepunkt: Versteckt in der hintersten Ecke steht ein C63-Renntaxi. Es ist mit vier Schalensitzen plus Überrollkäfig ausgestattet und in Karbon-Optik beklebt. Auch nicht Serienstand ist die Rennabgasanlage, die beim Motorstart und kurzem Gasstoß zeigt, dass es um brachiale Leistung geht. Spätestens jetzt leuchten auch beim Letzten die Augen.

Ein Kraftwerk mit Sound

Vom Performance Studio aus überqueren wir schnell die Straße, lange Wege gibt es bei AMG nicht, und betreten den Show-Prüfstand. Hier wird ein 5,5 Liter-V8-Biturbo Triebwerk auf Haltbarkeit geprüft. Wir kommen genau zum richtigen Zeitpunkt, denn das Programm sieht in den nächsten 5 Minuten eine Volllastphase vor. Mit beeindruckendem Sound und rot leuchtenden Turbinengehäusen gibt der Motor seine 420KW Leistung ab. Die geht übrigens nicht nur in Wärme über, sondern wird durch einen Generator ins Stromnetz von Affalterbach eingespeist. „AMG hat zwar nicht das umweltfreundlichste Kraftwerk, dafür aber das mit dem besten Sound.“ War der treffende Kommentar des AMG-Ingenieurs.

„Ein Mann – ein Motor“

Der letzte Teil der Werksbesichtigung führt uns in die Motorenmanufaktur der V8 und V12 Motoren. Als erstes fällt auf dass etwas fehlt. Nämlich das Laufband. AMG produziert nach der „1 Mann – 1 Motor“ Philosophie. 1 Techniker fährt mit seinem Motor von Arbeitsstation zu Arbeitsstation und setzt den Motor von Hand zusammen. Dabei achtet AMG sehr auf die Qualität: Jedes Bauteil und jedes Werkzeug samt Einstellung sind digital erfasst und werden vor der Verwendung eingescannt. So kann jederzeit die Geschichte des Motors nachvollzogen und geprüft werden. Damit stellt AMG sicher, dass trotz dem Verzicht auf vollautomatisierte Prozesse, sich das Ergebnis auf höchstem Niveau befindet. Neben dem Fließband fehlt noch etwas. Der Lärm. Die Lautstärke in der Motorenmanufaktur ist nur knapp über der eines Großraumbüros.

Zum Abschluss jeder Motorenmontage bringt der Techniker eine Plakette mit seinem Namen am Motor an. Damit steht er persönlich für die Qualität seiner Arbeit. Die Plakette des SLS, so erfahren wir, ist nur halb so dick wie die Plakette der restlichen Modelle um auch das letzte Gramm Gewicht einzusparen.

Damit endet die Führung durch das Werk aber nicht unser Besuch. Es ist mittlerweile 12:00, der Leiter eines der drei Konstruktionsteams stellt sich vor. Er präsentiert uns, genauso kurzweilig wie schon sein Vorredner, welche Motoren AMG produzierte und aktuell produziert und gibt uns Einblicke in Konstruktion und Entwicklung der Motoren bei AMG. Der abschließende Ausblick auf zukünftige Entwicklungen lässt viel erwarten. Es bleibt also spannend und ein halber Tag voller Eindrücke und Emotionen bei der Performancemarke AMG geht zu Ende. Danke an dieser Stelle nochmals an AMG und das DSP-Team für die Führung. Vielleicht kommt der ein oder andere ja wieder, als Kunde oder Mitarbeiter.


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