The Sprinter works in Canada

Kanada. Unendliche Wälder, Ahornsirup und Eishockey. So ungefähr stellen sich die meisten Europäer das Land im Norden des amerikanischen Kontinents vor. Dass Kanada viel mehr zu bieten hat, konnte ich im Rahmen eines spannenden CAReer-Projekts im letzten Sommer erfahren. Für drei Monate unterstützte ich Mercedes-Benz Canada bei einem Marktforschungsprojekt und lernte Land, Leute und den Markt für unseren Sprinter rund um die großen Seen kennen.

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Der erste Eindruck: viel Wasser, imposante Skyline und ein freundliches Völkchen

Schon beim Anflug hat man als Reisender bei guten Sichtverhältnissen einen tollen Blick auf Kanadas größte Metropole. Da es im Umland kaum nennenswerte Erhebungen gibt, schmiegt sich Toronto weitläufig an das nordwestliche Ende des Ontariosees. Im Verhältnis zum Bodensee ist der kleinste der „Großen Seen“ eine gewaltige Wassermasse. So würde das schwäbische Meer in seiner Fläche über 36-mal in das riesige Gewässer zwischen Kanada und den USA passen. Fährt man auf das Zentrum Torontos zu, baut sich aus Bankentürmen und überall neu entstehenden Wohnhochhäusern die imposante Skyline auf. Überragt wird alles vom Wahrzeichen der Stadt, dem berühmten CN Tower. Wie viele Städte Nordamerikas wird auch Toronto durch Straßenzüge wie ein Schachbrett unterteilt. Entsprechend ist für die Orientierung in der Stadt die Kenntnis der Himmelsrichtungen enorm hilfreich. So liegt die Hausnummer 110 auf der Bloor Street gleich zweimal – jeweils in Ost und West. Zwischen beiden Adressen liegen jedoch etwa 17 Kilometer – ein Missverständnis, das fast jeder Neuankömmling auf ähnliche Weise erlebt. Das Stadtzentrum erschließt man sich am besten zu Fuß und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Auf Plätzen und Straßen trifft man auf eine lebendige, bunte und sichere Stadt, in der sich Besucher auf Anhieb wohlfühlen. Obwohl mehr als 5 1/2 Millionen Einwohner in der „Greater Toronto Area“ leben, habe ich die „Torontonians“ als ein gelassenes, tolerantes und freundliches Völkchen kennengelernt.

Zwischen Großraumbüro und Tischfußball

Büros sind in vielen nordamerikanischen Unternehmen ganz ähnlich eingerichtet. Vielen sind sicher die berühmt-berüchtigten „Cubicles“ bekannt, die die üblichen Großraumbüros in „Abteile“ für jeden einzelnen Mitarbeiter unterteilen. So gibt es auch bei Mercedes-Benz Canada für jeden Mitarbeiter im Großraumbüro rund um den Arbeitsplatz Stellwände, die den Arbeitsplatz begrenzen. Im Gegensatz zu vielen anderen Büros ist man bei Mercedes jedoch nicht „eingekerkert“, da die Trennwände nur etwa 1,10m hoch sind. Dies führt dazu, dass trotz der Abtrennung nach Arbeitsplätzen eine offene Atmosphäre im Büro herrscht. Zwei der Highlights in der Einrichtung bei Mercedes-Benz Canada sind sicher der rote 300 SL Roadster aus den Fünfzigern des letzten Jahrhunderts sowie der Tischfußball im Pausenraum, der zur Mittagszeit über Abteilungen und Hierarchieebenen hinweg zum beliebten Treffpunkt wird.

Die kulturelle Vielfalt des Landes spiegelt sich natürlich auch bei Mercedes-Benz Canada wieder. So trifft man beim Mittagessen Kanadier mit Wurzeln in Pakistan, Portugal, China und Deutschland und tauscht Erfahrungen, Ideen und Meinungen aus. Vor allem Dank der damals noch stattfindenden WM gab es immer spannende Diskussionen. Beim „Public Viewing“ im Pausenraum war also auch im Publikum vor Ort (auch dank einiger Vuvuzelas) Stadionstimmung.

the_sprinter_works_in_canada_3Im Rahmen meiner Tätigkeit hatte ich die interessante Aufgabe, ein Marktforschungsprojekt für den Mercedes-Benz Sprinter durchzuführen. Zwar ist der Sprinter seit einigen Jahren in Nordamerika am Markt, wird jedoch erst seit Anfang 2010 unter der Marke sowie dem Vertriebsnetz von Mercedes-Benz verkauft. Um der Vertriebsorganisation bei MB Canada ein genaues Bild der Kunden im Markt zu vermitteln, wurden mehrere hundert Transporterkunden im Land zu ihren Anforderungen an leichte Nutzfahrzeuge befragt. Da wir außer den telefonisch durchgeführten Interviews auch einen „direkten“ Eindruck von unserer Zielgruppe gewinnen wollten, besuchte ich mit einem Kollegen einige Unternehmen mit Transportern in Ontario und Québec.

On the Road…

Mit unserem silbernen Sprinter, einer Videokamera und vielen Fragen ausgestattet, starteten wir unseren „Road Trip“ zu den teilnehmenden Unternehmen rund um Toronto und Montreal. Dass Kanada flächenmäßig der zweitgrößte Staat der Erde ist, wird dem Reisenden spätestens auf den schnurgerade verlaufenden Highways des Landes bewusst. So scheint Kanada nur eine Handvoll Kurven zu besitzen, da jede Strasse schnurgerade verläuft und nur an Kreuzungen einen Richtungswechsel erlaubt. Als bestes Beispiel für die sehr geradlinige Verkehrsführung lässt sich die legendäre Yonge Street nennen. Diese beginnt direkt am Lake Ontario, führt in Richtung Norden durch die Stadt und zieht sich gerade hinauf durchs Land – und zwar 1900 km weit!

Mercedes-Benz Transporter im Einsatz

Unternehmen der unterschiedlichsten Branchen hatten sich bereit erklärt, uns zu zeigen, was sie mit Transportern im Alltag unternehmen. Dies führte zu hochinteressanten Begegnungen mit Menschen in den verschiedensten Arbeitswelten und Anforderungen an ihre Fahrzeuge. Besonders spannend war die Erfahrung bei Zeitungsverteilerdiensten, die Nacht für Nacht dafür sorgen, dass am Morgen die Zeitung zum Frühstück beim Leser bereit steht.

Ich begleitete auf einer Fahrt Fay, eine resolute Dame mittleren Alters, die mit ihrem Sprinter 364 Nächte im Jahr und bei jedem Wetter den „Toronto Star“ verteilt. Ein anderes Interview führte uns zu Michael, einem Kurierfahrer mit jamaikanischen Wurzeln, der mit seinem grandiosen Akzent bereitwillig seine Vorstellungen über Transporter und die Welt als solche teilte. Am Ende des Projekts stand eine interessante Videodokumentation mit Interviews und Berichten unserer Teilnehmer.

Aus den Ergebnissen konnten mittlerweile konkrete Maßnahmen für die Weiterentwicklung des Sprinters abgeleitet werden. Eine interessante Erkenntnis aus der Untersuchung war, dass Transporterkunden einige „kulturelle“ Unterschiede zu europäischen Kunden aufweisen. So ist es für viele Kanadier schwer zu glauben, dass in Europa die meisten Transporter mit 4-Zylinder-Motoren betrieben werden – ist doch der durchschnittliche Transporter in Kanada mit der doppelten Anzahl an Brennkammern unterwegs.

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Time flies when you’re having fun. Auch für mein Projekt in Kanada fand dieser Spruch wieder einmal Geltung und so flog ich nach genau 90 Tagen wieder zurück nach Stuttgart. Ich hatte einen tollen Sommer am Ontariosee verbracht, viel Neues gesehen und gute Freunde in Kanada gefunden. In diesem Sinn gilt mein Dank den Kolleginnen und Kollegen bei MB Canada für die spannende Zeit und ich freue mich sehr auf ein Wiedersehen!


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