Lost in Translation

Nach meinem Wirtschaftsingenieurstudium an der Uni Karlsruhe bin ich im März 2010 bei Daimler im CAReer-Programm eingestiegen. Mein erstes Projekt absolvierte ich in meiner Zielabteilung, in der internationalen Logistikplanung für Daimler Trucks. Ich beschäftigte mich zuerst vier Monate mit der Planung eines Routenzugkonzeptes für das neue Truck Werk in Chennai in Indien, bevor ich die Möglichkeit bekam für drei Monate nach Japan zu gehen.

Ich arbeitete dort von Juli bis Ende September 2010 ihm Werk von Mitsubishi Fuso Truck and Bus Corporation (MFTBC) in Kawasaki. Kawasaki liegt im Einzugsgebiet von Tokio.
Dort hatte ich die Aufgabe, europäische und brasilianische Logistikkonzepte zu untersuchen und mit den gewonnenen Ergebnissen die Kollegen in Japan bei der Planung eines neuen Konzeptes zu unterstützen.

In Tokio anzukommen war das erste Mal sehr beeindruckend. Auffallend war vor allem die Sauberkeit überall, und dass alles sehr gut organisiert ist. So kommt man auch problemlos ohne Ortskenntnisse mit der Bahn vom Flughafen in die Innenstadt von Tokio, wo sich auch mein Apartment befand. Dort angekommen startete ich zunächst eine kleine Rundtour um die Gegend zu erkunden. Es ist unglaublich wie voll die Straßen auch noch abends sind. Man hat das Gefühl, dass Tokio niemals schläft und es immer irgendetwas zu erleben gibt.

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Am ersten Tag durfte ich schon die Fahrt in einer gut gefüllten japanischen Metro genießen. Wobei im Allgemeinen das Pendeln aus der Innenstadt hinaus morgens meist nicht so anstrengend ist, wie in die Innenstadt von Tokio hineinzukommen. Mein Weg zur Arbeit dauerte etwa eine Stunde, was für Tokio-Verhältnisse noch relativ kurz ist.

In Kawasaki angekommen wurde ich sehr freundlich empfangen. In Japan ist es üblich als Neuankömmling eine kurze Rede vor der gesamten Abteilung zu halten um sich vorzustellen.
Die Mittagspause am ersten Tag war anfangs noch sehr ungewöhnlich. Die Pause wird ähnlich wie bei einem Schulgong um Punkt 12:00 Uhr eingeläutet und dauert eine Stunde. Um 12:00 Uhr wird auch sofort das Licht im ganzen Büro ausgeschaltet. Am Ende der Pause ertönt wieder ein Gong.

Interessant ist, dass nur etwa die Hälfte der Leute zum Mittagessen in die Kantine geht. Die andere Hälfte macht es sich im eigenen Bürostuhl bequem und nutzt die Pause für einen ausgedehnten Mittagsschlaf. Das ist dort völlig normal und auch voll akzeptiert.

Ansonsten ist es sehr angenehm mit den japanischen Kollegen zusammen zu arbeiten. Sie sind durchweg freundlich und sehr hilfsbereit. Manchmal ist die Kommunikation nicht ganz so einfach, da nur ein Teil der Kollegen Englisch sprechen kann und ich leider kein japanisch spreche. Dafür gibt es aber die Möglichkeit sich von einem Übersetzer helfen zu lassen oder man kommuniziert über Email in Englisch, was den japanischen Kollegen leichter fällt.

JapanUnter der Woche hat man durch den langen Arbeitsweg und der relativ langen Arbeitszeiten wenig Zeit um Japan oder Tokio zu erkunden. Dafür hat man am Wochenende viele Möglichkeiten für Ausflüge in Tokio und Umgebung.
In der Stadt gibt es sehr viele interessante Stadtteile wie Shibuya, Odaiba oder auch Roppongi, wo oft moderne Bauten neben traditionellen Tempeln und Schreinen stehen. Diese Gegensätze machen die Stadt unglaublich interessant.
Immer wieder wird man auch durch die Größe der Stadt überrascht. In der Metropolregion von Tokio leben inzwischen 35 Millionen Menschen und damit ist sie die größte Stadt der Welt.

Auch außerhalb von Tokio gibt es viel zu erleben. An einem Wochenende haben wir den Fuji-Mountain (nicht Fujiyama) bestiegen. Der Vulkan ist 3776 m hoch und damit der höchste Berg Japans. Man startet die Besteigung üblicherweise um 22:00 Uhr abends und läuft mit einer Stirnlampe die verwundenen Pfade bis zum Gipfel. Dort sieht man dann gegen etwa 6:30 Uhr am nächsten Morgen einen unglaublich schönen Sonnenaufgang. Dieses Erlebnis ist jedoch nur im Juli und August möglich, da der Fuji ansonsten durch Schnee und Eis nicht bis zum Gipfel zu besteigen ist.

Des Weiteren gibt es in der Nähe von Tokio schöne Strände zu besuchen oder traditionelle Tempel und Buddha-Statuen zu besichtigen.

Tokio ist immer eine Reise Wert. Wer also die Chance hat nach Japan zu Reisen, sollte diese Möglichkeit auf jeden Fall wahrnehmen.

Japan

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