Goldene Aussichten und glühende Kulis

Es heißt, Journalismus wäre „Literatur in Eile“. Dementsprechend schnell und viel zu schreiben hatten die geladenen Journalisten zur gestrigen Bilanzpressekonferenz der Daimler AG. Denn glänzend waren nicht nur die in Reih und Glied aufgestellten Autos.

Auch die Zahlen und Prognosen des Unternehmens konnten sich sehen lassen: Konzernweit betrug der Umsatz 2010 rund 97,8 Milliarden Euro. Das EBIT lag bei 7,3 Milliarden Euro, das Konzernergebnis bei 4,7 Milliarden Euro. Ergebnisse, die nicht nur die 105 angereisten Medienvertreter beeindruckten.

Bilanz PK 2011Jeder der Gäste im gut besuchten Carl Benz Center fühlte, dass es mit Daimler wieder bergauf geht. Nach schwierigen Monaten sprachen die Zahlen für sich. „Im Jubiläumsjahr des Automobils ist dessen Erfinder in sehr guter Verfassung“, so Vorstandschef Zetsche.

Die Jahrespressekonferenz bietet neben weiteren Veranstaltungen Jounalisten aus aller Welt die Möglichkeit, sich direkt mit dem Vorstand auseinander zu setzen. Ein Angebot, was immer wieder dankend angenommen wird. Vertreter des Spiegels, Manager Magazins oder der Zeit gaben sich die Ehre. Auch die Fachzeitungen wie Automobilwoche und Auto Motor Sport schickten ihre Schreiberzunft. Kaum zu übersehen waren zudem die Kameras von Sendern wie RTL, SWR oder Reuters TV. Die Medienwelt war angereist und ließ es sich nicht nehmen, nach der Rede von Dr. Dieter Zetsche und Finanzvorstand Bodo Uebber ihre Fragen zu stellen.

Faktenkundig und erfahren gaben die Vorstände Antworten vor allem zu Finanzthemen wie Dividendenpolitik, Renditen und Absatzstrategien. Aber auch alternative Antriebe, Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung und die Zukunft des Automobils kamen zu Wort. Ich hatte das Gefühl, die professionellen Schreiber kämen teilweise mit Zuhören und Notizen machen gar nicht schnell genug hinterher. Da wurden die Kulis heiß geschrieben und die Laptoptastatur strapaziert.

Daimler hatte halt was zu berichten. Dementsprechend optimistisch blickt Zetsche in die Zukunft: „Die Erfolgsgeschichte des Automobils geht weiter; die besten Kapitel kommen erst noch. Und der Erfinder des Automobils hat exzellente Voraussetzungen, um auch diese Ära unserer Branche von der Spitze weg zu gestalten.“
Auf die Journalisten warten also noch viele Themen. Da wird so mancher Kuli weiterhin glühen müssen.

Die Kernaussagen in 140 Zeichen: @Daimler auf Twitter

Christian Salzborn, Doktorand in der Unternehmenskommunikation, untersucht die öffentliche Meinung gegenüber Premium-Automobilen im Web 2.0.


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