Wie der Actros für mich bremste…

Active Brake Assist 2 im EinsatzAls Praktikant in der Kommunikationsabteilung für Nutzfahrzeuge ist man des Öfteren in der ersten Reihen dabei, wenn es um die Präsentation neuer Produkte und neuer Technologien geht. Buchstäblich „ganz vorne dabei“ war ich bei einer Demonstration des Active Brake Assist 2 im Mercedes-Benz Actros. Der ABA 2 funktioniert so: Wenn der Radar ein stehendes Hindernis, z.B. ein Auto am Ende eines Staus erkennt, wird eine Teilbremsung mit 50 Prozent der Bremskraft eingeleitet. Der Fahrer wird zuvor mit einem Warnton auf die Bremsung aufmerksam gemacht und kann dann selbst bis zum Stillstand abbremsen. Im Führerhaus des gelben “Safety Truck“ saß ich nun also neben Dr. Zoltan Zomotor, einem Entwickler des ABA2, der mit gut 80 km/h auf der Untertürkheimer Einfahrbahn auf eine vor uns geparkte Mercedes-Benz C-Klasse zuschoss. Etwa 70 Meter vor der silbernen C-Klasse begann es in der Fahrerkabine zu piepen, Dr. Zomotor reagierte jedoch nicht. Bevor ich mir mehr Gedanken über den mit 32 Tonnen beladenen Trailer hinter mir, oder den vom Schnee feuchten und schmierigen Asphalt unter mir machen konnte, gab es plötzlich einen Ruck und der LKW begann zu hupen. Während wir auf den vor uns stehenden PKW zurutschten, schaute mich Dr. Zomotor an und meinte: „Jetzt bremst der LKW für Sie.“ Da waren es vielleicht noch 30 Meter bis zum möglichen Crash. Dann drückte endlich auch der ABA 2-Entwickler auf die Bremse – der “Safety Truck“ kam zum stehen. Die C-Klasse und der LKW sind beide heil geblieben, kein Blechschaden. Und der Praktikant auf dem Beifahrersitz war gerettet. Puh.

Was genau verbirgt sich hinter ABA 2?

Der Active Brake Assist 2 gehört zu den sogenannten aktiven Sicherheitssystemen. Der Notbrems-Assistent erkennt selbstständig Hindernisse auf der Straße, macht den Fahrer durch Signale auf ebendiese aufmerksam und leitet bei fehlender Reaktion seitens des Fahrers selbst eine Bremsung ein. In der Vorgängergeneration reagierte das System bereits auf bewegte Hindernisse, wie ein langsam fahrendes Fahrzeug. Die zweite Generation erkennt auch stehende Hindernisse – zum Beispiel ein stehendes Fahrzeug am Ende eines Staus – und reagiert auf diese. Ziel ist es, in jedem Fall einen Unfall zu verhindern oder – wenn das nicht mehr möglich ist – zumindest die Unfallschwere zu mindern.

Ein Radarsystem verleiht dem ABA 2 Augen und ermöglicht, Hindernisse bis zu 200 Meter vor dem LKW zu erkennen. Während andere Hersteller auf Kamera gestützte Erkennungssysteme gesetzt haben, fiel die Entscheidung für Entwickler Ingo Scherhaufer klar auf das Radarsystem. „Eine Kamera hat die gleichen Schwächen wie die Augen des Fahrers“, erklärte Scherhaufer. „Das Radarsystem hat den Vorteil, dass es Hindernisse unabhängig von der Witterung oder den Lichtverhältnissen erkennt.“ Um die Kurve schauen, gibt er dann aber zu, kann auch das Radarsystem nicht.

Übrigens: Auch das Dutzend deutscher Fachjournalisten, das an der Veranstaltung teilgenommen hat, hat die Mitfahrt im “Safety Truck“  gut überstanden und war offensichtlich beeindruckt. „Ihr habt ja schon ziemliches Vertrauen in Eure Technik, wenn Ihr so eine Demo bei solch einem Wetter macht“, meinte einer der Tester und spielte damit auf die feuchte Fahrbahn und den Schneefall in Untertürkheim an. Da hat er Recht.


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