GASTBEITRAG: Mobilität 3.0 – Wir müssen aus den Startlöchern kommen

Ob Megacitys, Elektromobilität, Rohstoffknappheit oder ein verändertes Komfort- Sicherheits- oder Kommunikationsbedürfnis: Die vom Autokunden – und von uns selbst geforderte „Mobilität der Zukunft“ wird sich drastisch von der heutigen abheben. Die Bedürfnisse verändern sich rasant. Das Auto von morgen ist nicht mehr das Auto von heute. Was nutzt das sparsamste (oder auch PS-stärkste) Automobil, wenn ich gequält im Stau stehe und mich nur millimeterweise vorwärts bewege? Warum stehe ich überhaupt im Stau? Und wenn ich hier schon stehe, warum kann ich meine Zeit nicht sinnvoll nutzen?

Sinnvoll für mich, versteht sich. Warum kann ich das Hörbuch, das ich gestern zu Hause gehört habe, nicht jetzt weiterhören. Ich habe doch Zeit. Bin ich schneller zu Hause, wenn ich in die Bahn umsteige, oder hat die auch wieder Verspätung? Die Auto-Revolutionen der Zukunft kommen nicht mehr durch die Erhöhung von PS und Drehmoment, sondern den intelligenten Einsatz von Bits & Bytes. „Die IT nimmt im Automobilbau eine zentrale Rolle ein“: so definiert Daimler-Entwicklungsvorstand Thomas Weber den Paradigmenwechsel der Branche. (Interview und eine car2go-Story im Magazin carIT. Das kostenlose eBook unter www.automotiveIT.eu/carIT“)

Dieser Wandel bedingt auch eine neue Denk- und Herangehensweise für die Lösung der anstehenden Herausforderungen. Gemeinsam mit der Universität St. Gallen und T-Systems hat automotiveIT im Dezember zum 2. Automotive Open Space für kreative Querdenker eingeladen, um über Mobilität 3.0 und die Zukunft der Branche zu diskutieren. Statt Kongresssaal, Themenvorgaben und minutengenaue Agenda erwartete die Teilnehmer eine rustikale Industriehalle und viele leere Flip-Charts. Innerhalb kürzester Zeit wurden aus der Gruppe heraus über 15 Herausforderungen definiert, die anschließend in (sich selbst findenden) Gruppen auf- und ausgearbeitet wurden.

Wie sollte zum Beispiel die Reiseplanung der Zukunft aussehen und welche Rolle spielt unsere Industrie dabei? Welche Chancen ergeben sich durch Augmented Reality für die Automobilindustrie? Welche Apps sollte ein OEM künftig anbieten? Im Vordergrund stand hierbei nicht allein die Ideenfindung, sondern insbesondere die Definition von dazugehörigen Business-Modellen und die Erarbeitung von umsetzbaren Lösungsansätzen für entstehende Herausforderungen.

Spannend, wie schnell sich die Gruppen fanden, und wie effizient diese gearbeitet haben. Der bunte Mix aus verschiedenen automobilnahen Unternehmen – z.B. Automobilhersteller, Zulieferer, IT-Dienstleister, Analysten, Werbeagenturen, Universitäten oder Medien hat das Arbeiten besonders effizient gemacht. Jeder konnte andere Einsichten, Ansichten und Gedanken in der Gruppe einbringen, was diesen Nachmittag so effizient machte. „Tolle Atmosphäre, spannende Diskussionen und wichtige Ansätze für die tägliche Arbeit“ urteilten die Teilnehmer von Daimler.

In den kommenden Tagen werden die ersten Ergebnisse auf der Facebook-Seite www.automotivereloaded.com veröffentlicht. Wer sich hier anmeldet, erhält auch alle Informationen für den 3. Open Space – geplant im Sommer 2011.

Ich freue mich schon auf viele spannende Diskussionen auf dem 3. Open Space oder der Facebook-Gruppe.

PS: Das Magazin carIT – Mobilität 3.0  ist leider vergriffen. Wegen der vielen Nachfragen haben wir das kostenlose eBook unter www.automotiveIT.eu/carIT zur Verfügung gestellt.

Dominik OrtleppÜber den Autor:

Dominik Ortlepp ist Herausgeber der Magazine „automotiveIT“ und „carIT“. Diese kümmern sich um den wachsenden Stellenwert der IT im Unternehmen und im Auto. Im 2009 gestartet, gehört automotiveIT schon jetzt zu den hochkarätigen Fachmedien Deutschlands. Gleich zweifach wurde das Magazin 2010 zum Fachmedium des Jahres und zusätzlich für den Bayerischen Printmedienpreis nominiert.
Vor dem Start der automotiveIT war er unter anderem Verlagsleiter bei der amz-auto motor zubehör und im Gründungsteam der Automobilwoche.


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