Daimler mit oder gegen den Strom?

Klausurtagung des Arbeitskreises Umwelt in Bad Boll

Gruppenbild der TeilnehmerVor zwei Jahren habe ich an gleicher Stelle schon einmal über die Aktivitäten des AKU, des „Arbeitskreises Umwelt der MitarbeiterInnen“, berichtet. Damals waren die Gespräche von der allgemeinen Wirtschaftskrise geprägt, die wir aber erst so richtig im Jahr 2009 zu spüren bekommen sollten.

Der AKU hat sein Ziel, auf die Umweltbelange in den verschiedenen Ausprägungen aufmerksam zu machen und dabei nicht immer bequem zu sein, sondern durchaus auch kritische Fragen anzuspre­chen, dennoch nicht aus den Augen verloren.

So führten wir eine Exkursion zur Fa. Weleda durch. Dort konnten wir die hoch effiziente Klimatisierung im Verwaltungsgebäude, eine mitarbeitergerechte Produktion und nachhaltiges Wirtschaften und die nachhaltige Rohstofferzeugung sehen. Neben Werksplanern, Umweltschützern und Werksärzten der Werke, war auch der ehemalige Werksleiter Volker Stauch als Teilnehmer mit dabei.

Es gelang uns ebenfalls wieder, Referenten zu den unterschiedlichsten Themen aus dem Bereich Umwelt und Soziales für unsere KollegInnen zu gewinnen. Die MitarbeiterInnen von Daimler hatten Gelegenheit, sich  über die Kraftstoffgewinnung aus Kohlenstoffdioxid zu informieren, wie es z.B. in großen Mengen in Kraftwerken anfällt. Anstatt das Kohlenstoffdioxid in die Luft zu blasen oder in unterirdische Gesteinsschichten zu pressen, wurde vorgeschlagen, daraus Methan mit Hilfe von erneuerbaren Energien zu gewinnen und für den Einsatz in Fahrzeugen aufzubereiten oder das Methan zur Pufferung des globalen Stromnetzes mit Hilfe von Windenergieüberschüssen in Erdlagertanks zwischen zu speichern.

Des Weiteren hatten wir den Träger des Alternativen Nobelpreises, Hermann Scheer, zu Gast. Er zeigte uns auf, wie wir die Energieautonomie nur mit erneuerbaren Energien in Deutschland schaffen können und zwar sofort.

Ein weiteres Thema kam direkt aus unserem Haus. Es wurde an vielen Beispielen aufgezeigt, wo die  Daimler AG heute schon sehr effizient auf den Klimaschutz achtet, indem z.B. das Motorenwerk in Kölleda von einem Holzhackschnitzel-Heizwerk versorgt wird.

Auf unserer diesjährigen Klausurtagung in Bad Boll wurde nicht zuletzt auch darüber diskutiert, dass die vielen positiven Projekte, die es bei Daimler schon gibt, so wenig bekannt sind.

Wir haben uns in diesem Jahr unter dem Thema „Daimler mit oder gegen den Strom“ getroffen und daher stand neben dem Rückblick, natürlich dieser bewusst doppeldeutig gewählte Titel im Mittel­punkt unserer Arbeit.

Zur Einstimmung hat uns ein Mitarbeiter vom IFEU-Institut über das Spannungsfeld zwischen der Herstellung und der Nutzung von Elektrofahrzeugen informiert. Können wir durch die Elektrifizierung von Fahrzeugen eine Entlastung des Verkehrs erreichen, verlagern wir unsere Umweltbelastungen von der Nutzungsphase auf die Herstellungsphase der Fahrzeuge, oder können wir, durch die neuen Möglichkeiten, die uns die Elektrifizierung von Fahrzeugen bietet, einen echten Gewinn für die Umwelt erzielen? Was müssen wir tun, um dahin zu kommen und welchen Beitrag muss oder kann jeder Einzelne leisten. Brauchen wir Atomstrom, um die vielen Elektrofahrzeuge betreiben zu können oder können oder müssen wir sogar auf alternative Energie setzen?

Probefahrt auf dem E-RollerDamit waren wir voll im Thema, das der nächste Referent mit seinem Beitrag über das Modellprojekt „Elektromobil in der Region Stuttgart“ uns nicht nur theoretisch näher brachte, sondern auch praktisch vorführte, denn er war mit einem Elektromotorrad gekommen, das auch noch in der Region produziert wird. So hatten wir die Gelegenheit, dieses Gefährt einmal selber ausprobieren zu können. Dies hat auch Frau Sladek von den „Elektrizitätswerken Schönau“ begeistert, die gekommen war, um uns nicht nur das Projekt der Stromrebellen von Schönau vorzustellen, sondern auch Ihre Vorstellung von den Möglichkeiten, der vollständigen Stromversorgung mit Energien, die nicht auf Atom- und Kohlekraftwerke setzen. Hierbei sind  hohe moralische Grundsätze zu erfüllen, bevor eine Zusammenarbeit mit den Elektrizitätswerken Schönau zustande kommen kann. So kommt deren Strom aus erneuerbaren Energien nicht von Anlagenbetreibern, die auch an Atom- oder Kohlekraftwerken beteiligt sind.

Gut gerüstet mit jeder Menge Information und Inspiration haben wir nun die Eckpunkte für unsere Arbeit für das Jahr 2011 festlegen können. Wir haben viele gute Ideen für das AKU-Programm 2011 entwickelt, deren Möglichkeiten zur Umsetzung wir nun prüfen werden.

Wir laden alle Daimler-MitarbeiterInnen auch im nächsten Jahr ein, wieder zahlreich an den Veran­staltungen und Vorträgen teil zu nehmen und uns dadurch in unserer Arbeit zu unterstützen. Viel­leicht hat ja auch der eine oder andere Kollege Lust, direkt beim Arbeitskreis Umwelt in Untertürk­heim oder in Sindelfingen mitzuarbeiten. Wir freuen uns über Nachwuchs-AKU’ler aus allen Berei­chen und Interessen.


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