Vom Instandhalter zum Student oder was der Tarifvertrag Qualifizierung bewirkt

Mit diesem Beitrag möchte ich denjenigen Mut machen, die vor der Entscheidung stehen sich weiterzubilden und ihren jetzigen Beruf aufzugeben.

Mein Name ist Florian Hörz, ich habe am 10. September 2001 eine Ausbildung, damals noch bei DaimlerChrysler, zum Industriemechaniker begonnen. Diese habe ich erfolgreich im Januar 2005 abgeschlossen und wurde danach direkt in der Abteilung PAC/IS (Produktion Achsen, Instandhaltungs- und Serviceleistungen) als Instandhalter übernommen. Im September 2006 begann ich meine Fachhochschulreife in Abendform nachzuholen. Als dies nach zwei Jahren geschafft war, stand ich vor der bis jetzt wichtigsten Entscheidung in meinem Leben, soll ich meinen Arbeitsplatz bzw. mein sicheres monatliches Einkommen aufgeben und mit 24 Jahren noch zum Student werden.

Nach vielen Gesprächen mit meinen Kollegen, Vorgesetzten, Produktionsplanern und Betriebsingenieuren bin ich auf den Tarifvertrag Qualifizierung aufmerksam geworden. Dieser regelt, kurz gesagt den Fall/Ablauf einer Weiterbildungsmaßnahme. Dies bedeutet, dass man zwar seinen Arbeitsvertrag kündigen muss, man aber eine bis zu 5 Jahre lange Wiedereinstellungsgarantie besitzt. Eine solche  gilt auch bei Abbruch des Studiums/der Weiterbildungsmaßnahme.

Nach einem längeren Gespräch mit dem Personalbereich stand für mich fest, dass ich diesen Tarifvertrag für mich beanspruchen möchte. Als diese Dinge nun alle geklärt waren, habe ich mich an der HTW Aalen für den Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen eingeschrieben.

Dann war es also nun soweit, am 13. März 2009 hatte ich meine erste Vorlesung an der HTW Aalen.
Da ich jetzt meinen Vorbachelor abgeschlossen habe und in das 4. Semester komme, kann ich rückschauend schon einmal sagen, dass meine Ausbildung sowie spätere Berufserfahrung vor allem  in den technischen Fächern von sehr großem Vorteil war. Am Anfang war noch die Umstellung da, jeden Tag Vorlesungen zu besuchen und diese aktiv aufarbeiten, aber dies war auch nach kurzer Zeit geschafft und ist heute ein Selbstverständnis.

Eine weitere Unterstützung, wie ich es auffasse, habe ich durch die Firma erhalten, in dem ich dieses Jahr die Möglichkeit hatte, während meiner Semesterferien als Ferienbeschäftigter in PAC/GPA (Produktion – Getriebeproduktion Achsen) tätig zu sein.

Sollte jemand ebenfalls kurz vor diesem Schritt stehen und mit dem Gedanken spielen ein Studium aufzunehmen, kann ich diesen nur ermutigen, dass sich dieser Schritt auf jeden Fall  lohnt und auch ganz neue Erfahrungen mit sich bringt.

Mein Praxissemester, welches ich im 5. Semester bestreiten muss, werde ich ebenfalls hier im Haus absolvieren. Da ich dies als gute Möglichkeit empfinde, zu sehen, welche Richtung ich später im Unternehmen einschlagen möchte. Für mich steht nämlich jetzt schon fest, dass ich von meiner Wiedereinstellungszusage Gebrauch machen werde und zurück zur Daimler AG komme.


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