Mein erster Tag bei Daimler

Bremen, Nieselregen, 9:00, die Frisur sitzt. Der erste Tag meines Praktikums im Mercedes-Benz Werk Bremen. Mein Vater prophezeite mir lange Tage in tristen Büros. Ein Irrtum, denn der Treffpunkt war draußen, hinter dem Kundencenter auf der Kontrollstrecke. Ich wusste, es geht um ein Fahrerlebnis für Mitarbeiter. Meine Aufgabe sollte es sein, die Teilnehmerliste zu führen und Fotos zu machen.

Jede Abteilung im Werk Bremen hatte eine bestimmte Anzahl an Plätzen zur Verfügung um aus Mitarbeitern Beifahrer führ dieses Event zu machen. Meist entschied das Los. Während ich mit den Kollegen, denen die ersten Startplätze zugelost wurden wartete und für mich rätselte welcher Wagen wohl für dieses Fahrerlebnis vorgesehen war, bemerkte ich ein dumpfes Grollen in der Ferne.

Mein Blick ging nach oben, denn ich vermutete, dass das mit dem Wetter zu tun hatte. Die Köpfe der Kollegen drehten sich allerdings in Richtung Straße. Aus dem Grollen wurde ein voluminöses Donnern und es schoss ein Mercedes-Benz SLS AMG an uns vorbei. Das Motorengeräusch und die Kraft dieses Supersportwagens waren überwältigend. Ich meinte sogar, ein leichtes Kribbeln von den Vibrationen im Boden in meinen Füßen zu spüren.

SLS AMG

SLS AMG

Was für ein Beginn! Das hier war der Stoff aus dem feinste Vater-Tochter-Gespräche gemacht sind. „Benzingespräche“ nennt meine Mutter diese Events, bei denen Sie zwar kopfschüttelnd aber amüsiert neben mir und meinem Vater steht, während wir Motorengeräusche imitieren, Fahrzeugbewegungen nachturnen und uns gegenseitig begeistert in Rage reden.

Um mich herum sah ich jetzt grinsende Gesichter, in denen deutlich Vorfreude zu erkennen war. Alles klar! DAS war also der Wagen für das Fahrerlebnis. Der SLS hatte seine Runde beendet und stand nun vor uns. Es stieg jemand aus, der nicht zuletzt aufgrund der Kleidung – AMG von Kopf bis Fuß – verdächtig nach Profi-Fahrer aussah.

Peter Ebner, seines Zeichens Instructor bei der AMG Driving Academy, begrüßte die Runde und nahm gleich den ersten Freiwilligen mit. Der Mann von AMG ließ keinen Zweifel daran, dass er den SLS beherrscht. Mit ausgeschaltetem ESP für die Steilkurve, genossen wir als Außenstehende einige schöne Drifts, die beeindruckende Beschleunigung und das damit einhergehenden Sounderlebnis.

Mein erster Tag bei Daimler sah also wie folgt aus: Glückliche Gewinner nach rasanter Fahrt zur Erinnerung fotografieren. Das war im Übrigen einfach, denn Peter Ebner sorgte vorbildlich dafür, dass alle mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht ausstiegen. Nebenbei konnte ich von erklärungsfreudigen Kollegen viel über schöne Autos lernen.

In der Mittagspause stand der SLS vor der Kantine und jeder konnte sich den Wagen in seiner ganzen Pracht anschauen. Wie erwartet gab es kaum jemanden, der keine Lust dazu hatte. Die Kollegen nahmen den Wagen liebevoll „auseinander“: Materialien, Spaltmaße und Speziallackierung wurden befühlt und mit anerkennendem Blick wurden mehrere Runden um das Fahrzeug gedreht. Auch der Wunsch nach einer Hörprobe wurde bereitwillig erfüllt. Der SLS ist ein wirklich guter Kollege in Sachen Kommunikation, denn er beherrscht es wie kaum ein anderes Auto, die Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen.

Deshalb empfehle ich den SLS ― natürlich völlig uneigennützig ― für eine andauernde Zusammenarbeit mit Praktikanten.

Nach der Mittagspause meinte es Fortuna gut mit uns, schob sie doch die Regenwolken beiseite und sorgte dafür, dass die Sonne die Fahrbahn trocknen ließ. Peter Ebner gab in den Nachmittagsrunden noch einmal alles, um das Dauergrinsen der Kollegen nicht erlöschen zu lassen. Die Top 3, der am häufigsten genannten Wörter war an diesem Tag: Wahnsinn, brutal und hammerhart.

Die Frage der Fragen kommt natürlich am Ende dieses Berichtes und die Antwort lautet: Ja, ich durfte auch einmal mitfahren, und ja, auch ich zeigte das typische Symptom des Dauergrinsens während der Fahrt und noch einige Zeit danach.  Beim Aussteigen fiel mir folgender Satz meines Vaters ein: „Mercedes kann ja wirklich viel, aber sportliche Autos bauen, das können sie nicht“…zweiter Irrtum Papa, das können sie doch und wenn ich am Wochenende zuhause bin, gibt es darüber eine Menge zu erzählen.

Über die Autorin:
Lena Wagenknecht, Studentin des Master- Studienganges Internationale Fachkommunikation an der FH Flensburg und begeisterte Praktikantin im Bereich Kommunikation im Werk Bremen (August 2010 – Februar 2011)


Wie bewerten Sie diesen Artikel?
No votes yet.
Bitte warten...

Tags: , ,

drucken

Wollen Sie wirklich das Internet ausdrucken?

Sparen Sie Papier und schonen Sie die Umwelt! Nutzen Sie die Funktionen zum Bookmarking oder zur E-Mail-Weiterleitung.

Ihre Daimler AG

Erst wenn Sie klicken, wird die Schaltfläche aktiv und stellt eine direkte Verbindung mit dem jeweiligen sozialen Netzwerk her. Hierdurch werden Daten an das jeweilige soziale Netzwerk übertragen. Bitte lesen Sie unsere Datenschutzhinweise.

Lesen Sie mehr über das Blog.

Letzte Kommentare

  1. moovel im Test: Das kann die Mobilitäts-App

    Stephan Kempf: Hallo Laurin, guter Bericht, wirkt authentisch und nicht schöngefärbt. Und...

  2. GLC F-Cell: 3000 Kilometer, zwei Erlebnisse, Null Emissionen

    Zoltán Körmendy: Ein sehr informativer und begeisternder Artikel! Die Schlussfolgerung von Herrn Göke möchte...

  3. Boliden bauen, Business planen: Das Rennteam der Uni Stuttgart

    Manjul Vashishtha: Tolle Artikel !!! Ich wünsche unseren Team alles gute und drücke Euch...

  4. Boliden bauen, Business planen: Das Rennteam der Uni Stuttgart

    Dragan: Congrats for an AMAZING Endurance Show and fastest Lap Time of the...

  5. GLC F-Cell: 3000 Kilometer, zwei Erlebnisse, Null Emissionen

    Tessa Freund: Super Artikel, der auf informative und zugleich mitreißende Art und Weise eindrucksvoll...