GASTBEITRAG: Formula Student FH-Esslingen – Teil I

aison 2010 – Entwicklung, Fertigung, Testen, Hockenheim

Die vierte Rennsaison für den Rennstall Esslingen. Traditionell begann sie mit dem Abschluss der Saison 2009 in Varano de‘ Melegari im September des vergangenen Jahres. Nach nur einer kurzen Verschnaufpause begann pünktlich zum Start des Wintersemesters die Entwicklung unseres neuen Rennfahrzeuges. Unser Stallardo ’10 sollte eine Revolution darstellen. Zum ersten Mal in der Geschichte wollten wir einen Motorradmotor in unserem Rennboliden einsetzen. Der Wechsel vom MAHLE 3 Zylinder, der längsverbaut wurde, auf den 4 Zylinder Motor aus einer Honda CBR 600 RR (querverbaut) sollte uns vor allem im Packaging vor große Herausforderungen stellen. Nichtsdestotrotz gab es keine Schwierigkeiten, die wir nicht lösen konnten.

Formula Student in Hockenheim

Der Daimler-Konzern unterstützt uns in vielen Bereichen. Heute möchte ich vorrangig über die Unterstützung beim Exterieur berichten, da ich im Bereich Styling vorwiegend mit dem Exterieur zu tun habe und hierüber am besten berichten kann. Die Zusammenarbeit mit Daimler sollte in erster Linie bei der Fertigung der Außenhaut erfolgen. Bei einem ersten Treffen stellten wir  mit den

beteiligten Personen bei Daimler eine erste Road-Map auf. Hier stimmten wir ab, wann welche Daten von uns zur Verfügung gestellt werden müssen, damit der Fertigungsprozess unseres Stallardo ’10 auch erfolgreich verläuft. Planmäßig haben wir zum Ende des Jahres die Daten für die Fräsarbeiten an unserem 1:1 Urmodell für unsere Außenhaut fertiggestellt. Mit dem Start ins neue Jahr konnten wir dann zum ersten Mal in Augenschein nehmen, was wir im vorangegangenen Herbst im PC umgesetzt haben. Die Zusammenarbeit mit Daimler sollte hier aber noch nicht enden. Große Unterstützung erhielten wir auch aus der Modellbau-Lehrwerkstatt in Sindelfingen. Durch die Unterstützung  vieler eifriger Auszubildender, erhielten wir planmäßig im Frühjahr die Werkzeuge für die Außenhaut unseres Rennboliden. Wie man am späteren Ergebnis sehen kann, war die Qualität spitzenmäßig. Somit war es für uns möglich ein extrem leichtes Exterieur mit höchsten Ansprüchen an die Oberflächenqualität zu realisieren. Es freute uns sehr, dass einige Auszubildende unserer Einladung gefolgt sind und später bei unserem Rollout und bei unserem wichtigsten Event des Jahres in Hockenheim zu Gast waren.

Der zuvor genannte Rollout, also die Präsentation unseres Rennfahrzeuges erfolgte dieses Jahr im Mai. Dieser läutete zugleich den Start in die Testphase vor unserem ersten Event, der für uns in diesem Jahr Anfang August auf dem Hockenheimring stattfinden sollte, ein.

Unsere Testfahrten verliefen vielversprechend. Kleinere technische Probleme ließen sich ohne Probleme lösen. Weiterhin stellte sich bei den Testfahrten heraus, dass ich als Fahrer für zwei Disziplinen bei den bevorstehenden Events in Frage komme. Dies sollte zum Einen der Acceleration (Beschleunigung aus dem Stand auf 75m) und zum Anderen das Skid Pad sein (liegende 8, in der erst zwei Rechtskurven gefolgt von zwei Linkskurven gefahren werden).

Anfang August war es dann endlich so weit. Unser Team machte sich auf den Weg zu unserem wichtigsten Event nach Hockenheim. Seit ein paar Jahren handelt es sich hierbei um das Event mit der höchsten Konkurrenzdichte.  Bei keinem Event sind stärkere Gegner vor Ort als in Hockenheim. Hier nehmen  die Top Teams aus der ganzen Welt teil. Die Teams scheuen nicht den weiten Weg aus Nordamerika, Australien, Asien oder Europa.

Das Scrutineering, den Tilt Table Test sowie den Brake Test (die technischen Abnahmen)  konnten wir ohne größere Schwierigkeiten bewältigen. Unser Stallardo ’10 war nun also auch offiziell reglementkonform und sicher.

Anschließend standen die statischen Disziplinen auf dem Programm. Hier sollten wir bei der Business Plan Präsentation fiktiv einem Hersteller und potentiellen Investor unsere Zielgruppe präsentieren und darlegen wie wir dies refinanzieren wollen. Angenommen wird, dass wir unser Fahrzeug in einer Auflage von 1000 Stück pro Jahr verkaufen wollen. Das Resultat war Platz 25 von 76 Teams.

In der nächsten Disziplin, dem Engineering Design Event, wurde die Konstruktion unseres Fahrzeugs bewertet. Unsere Aufgabe war es vor einer Jury aus Industrie und Motorsport darzulegen, warum wir uns für die verschiedenen technischen Lösungen entschieden haben und nicht anders. Hier war ein 36. Platz nicht unbedingt das, was wir uns erhofft haben. Die späteren dynamischen Disziplinen sollten jedoch zeigen, dass unser Fahrzeug deutlich besser zu sein scheint, als es von den Juroren eingeschätzt wurde.

Der Cost Report schloss schließlich die statischen Disziplinen ab. Bei dieser Disziplin bewerten Juroren die Kosten unseres Stallardo ’10. Wir müssen hierbei darlegen, welches Teil am Fahrzeug wie viel gekostet hat und wie die Montageprozesse in der Fertigung an unserem Fahrzeug aussehen. Am Ende stand Platz 44 auf dem Programm. Die Devise in dieser Disziplin war: möglichst viele Punkte mitzunehmen.

Fortsetzung folgt.


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Student an der Hochschule Esslingen im 7. Semester des Studiengangs Fahrzeugtechnik mit Schwerpunkt Karosserie. Seit Okt. 2008 aktiv im Rennstall-Esslingen , Formgestaltung des Stallardo '09, seit 2009 Teilprojektleiter Styling und Verantwortlich für das Design des Stallardo '10. Seit 2010 zusätzlich Mitarbeit in den Bereichen PR, Marketing und Sponsoring.

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