3 Monate voller neuer Gelegenheiten

Mein Name ist Theresa Druetzler und ich bin DH-Studentin im Werk Wörth. Momentan bin ich im 4. Semester meines Wirtschaftsinformatik-Studiums. Meinen letzten Praxiseinsatz habe ich bei Daimler South East Asia Pte. Ltd. in Singapur in der IT-Abteilung absolviert. Davor war habe ich bereits Einblicke in das Supply Chain Management und die IT-Sicherheit in Wörth und in das Qualitätsmanagement im Getriebewerk Rastatt bekommen. Für den nächsten Einsatz werde ich 3 Monate in der Lagerverwaltung in Germersheim arbeiten.

Die Vorbereitungen

Wie es dazu kam, dass ich nach Singapur wollte? Das hat sich eigentlich eher durch Zufall so ergeben: Ursprünglich hatte ich vor in die USA zu gehen bis der Abteilungsleiter bei meinem letzten Praxiseinsatz meinte, Singapur sei viel interessanter und mir auch gleich einen Kontakt gegeben hat. Da war mir eigentlich schnell klar, dass Singapur sich doch etwas spannender anhört als Detroit und ich habe gleich eine Email an den Abteilungsleiter der IT in Singapur geschrieben. Da ich nicht die einzige Interessentin war, musste erst noch abgeklärt werden, ob sie noch einen weiteren Praktikanten nehmen dürfen (Bedarf war schließlich da). Nach ein paar weiteren Emails war mein Auslandseinsatz in Singapur dann gesichert – fast. Natürlich brauchte ich noch ein Visum – oder wie es hier heißt – einen Training Employment Pass. Das wurde aufgrund von Reisepassverlängerung, warten auf Bestätigung etc. dann ganz schön knapp. Zwei Wochen vor Abflug kam dann endlich die lang ersehnte Bestätigung, schließlich sollte ich vorher keinen Flug buchen.

So konnte ich als letzten Punkt meiner Vorbereitungen auch die Flugbuchung abhaken, Besuch beim Werksarzt war schon erledigt, ein Zimmer hatte ich über craigslist.com gefunden.

MerlionZimmerblick

Ankunft in Singapur

Als ich am 11. Mai abends nach 12 Stunden Flug endlich in Singapur ankam, wurde ich zuerst von der schwülen Hitze erschlagen. Allgemein ist das Wetter hier eigentlich immer ziemlich heiß mit einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit, da es fast täglich regnet. Drinnen ist es jedoch immer stark runtergekühlt, sodass man immer eine Weste dabei haben sollte. Mit dem Taxi ging es weiter nach Bishan, einem Wohnviertel Singapurs, wo ich 13 Wochen bei einem jungen Singapurer Ehepaar im 14. Stock gewohnt habe. Mit der MRT (mass rapid transit), die grade mal 5 min von unserer Wohnung entfernt war, war ich in etwa einer halben Stunde bei der Arbeit.

Arbeiten in Singapur

An meinem ersten Arbeitstag (der zweite Tag in Singapur) war ich witzigerweise gleich bei einer Videokonferenz mit Frankfurt, Stuttgart und Berlin dabei. Zwei Drittel waren Deutsche, der Rest setzte sich aus Indonesiern, Indern, Chinesen, einem Franzosen und einem Briten zusammen. Daran sieht man schon, dass hier alles sehr multikulturell ist.

Während ich in Deutschland bisher immer nur in einem Werk war, ist die Erfahrung mit einem reinen Bürogebäude und einem Arbeitsplatz im 24.-29. Stock schon etwas anderes. Vor allem die Aussicht ist doch etwas beeindruckender (siehe Bild).

Aussicht Büro

Was ich persönlich als deutlichen Unterschied zu Deutschland wahrnehme ist die „Nähe“ zu den Führungskräften. Hier ist es durchaus normal mit E4’s (nicht nur der eigene), oder auch mal mit einem E3 Essen zu gehen. Vielleicht kommt es auch ein bisschen dadurch, dass man im Englischen ja immer per Du ist und sich mit Vornamen anspricht, was das Ganze etwas familiärer wirken lässt. Wenn man dann zurück ins Deutsche wechselt wird es dann allerdings etwas seltsam, weil man weiterhin per Sie ist.

Allgemeines zu Singapur & Umgebung

Wer Asien in seiner ursprünglichen Form kennen lernen möchte, ist hier eher falsch. Man kann zwar viele asiatische (Ess-)Kulturen kennen lernen, aber die Stadt ist doch sehr westlich und vor allem auch sehr sauber und wer nicht ohne kann, findet im Supermarkt auch ein Glas Nutella oder eine Ristorante-Pizza.

Eines der liebsten Hobbies der Singapurer ist – neben dem Shoppen – das Essen. So findet man auch an jeder Ecke so genannte Food Courts, die von Chinesisch, Japanisch, Koreanisch über Indonesisch, Indisch und Italienisch bis hin zu Fast Food Ketten wie McDonald’s, Subway und Burger King eigentlich alles bieten.

Wenn man dann doch einmal das „richtige Asien“ kennen lernen möchte, kann man am Wochenende Kurztrips nach Indonesien, Malaysia, Kambodscha etc. machen. Oder einfach nur auf einer der umliegenden Inseln entspannen oder Wakeboarden. Der typische Singapurer verreist im Allgemeinen auch kaum länger als ein Wochenende, da sie nur sehr wenig Urlaubstage im Jahr haben.

Besondere Erlebnisse

Meine Trips gingen in die malaiische Hauptstadt Kuala Lumpur und auf die kleine Insel Tioman vor Malaysia. Außerdem war ich auf der Pulau (=Insel) Pelangi, die in der Nähe von Jakarta (Indonesien) gelegen ist, in Kuching (Malaysia) und in Macau und Hong Kong.

 Strand auf Tioman

Im August stand sogar noch eine Geschäftsreise nach Beijing (in Deutschland auch Peking genannt) an, eine Gelegenheit, die man sonst in Deutschland eher weniger bekommt.

Natürlich kommt hier auch die Geselligkeit nicht zu kurz. Neben gemütlichen Abenden in den Plaza Apartments, wo die meisten Daimler-Praktikanten in WG’s zusammen wohnen, kann man auch in eine der vielen Bars oder Clubs gehen. Das Partyleben ist hier jedoch ziemlich teuer, da vor allem auch Alkohol (ist ja alles importiert hier) recht teuer ist. Wenn man jedoch ein paar Leute kennt (oder einfach in der entsprechenden Facebook-Gruppe ist), ist man auch schnell mal auf einer Gästeliste und kommt somit umsonst in den Club hinein.

Jeden letzten Donnerstag ist in der New Asia Bar (im 71. Stock des Swissotel) eine Party, bei der man bei gutem Wetter auf das Helipad kann und die Aussicht genießen. Auf dem Bild sieht man den Central Business District. Die bunten Lichter am Wasser ist das Clarke Quay, eine überdachte Strasse mit vielen Clubs und Bars.

Ausblick vom Helipad des Swissotel

Diese Woche fliege ich auch schon zurück nach Deutschland. Auch wenn ich diese tolle Erfahrung nicht missen wollte und hier viele super nette Leute kennen gelernt habe, freue ich mich doch ein kleines bisschen auf zu Hause und das deutsche Essen.


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