„Wollen Frauen Quotenfrauen sein?“

Vor kurzem wurde von den Justizministern der Länder in Hamburg wieder über den Frauenanteil in den Chefetagen börsennotierter Unternehmen diskutiert. Anschließend vereinbarten sie eine rechtliche Prüfung der Rahmenbedingung für eine „gesetzliche Regelung für mehr Frauen in Aufsichtsräten und Vorständen“.

Einige Unternehmen haben auch ohne gesetzliche Regelung schon Ziele definiert: Die Deutsche Telekom will den Frauenanteil in Führungspositionen bis 2015 auf 30% erhöhen und Dr. Dieter Zetsche plant innerhalb der Daimler AG einen Anteil von 20% bis 2020 umsetzen.

Nun stellt sich für Sie sicherlich die Frage, ob wir wirklich Quoten für Frauenanteile benötigen, um die Entscheider an die Anwesenheit von Frauen bei der Stellenvergabe von Führungspositionen zu erinnern.  Und wie groß ist die Gefahr für Frauen auf diesen Positionen nach Besetzung als „Quotenfrau“ abgestempelt zu werden?

Ursula Schwarzenbart, Leiterin des Global Diversity Office (GDO) beantwortete die erste Frage folgendermaßen: „Was wir nicht messen – verbessern wir nicht.“ Sprich, wir brauchen ein klares Ziel um den Diversity Gedanken bis ganz nach oben zu verankern. Zugleich betont sie, dass sich Vielfalt entwickeln muss und zehn Jahre sind durchaus ein realistischer Zeitraum für einen Kulturwandel. Hätten Sie gedacht, dass bei einem weltweiten Vergleich von Frauen in TOP-Führungspositionen Deutschland mit 4% hinter Thailand (19%), Ungarn (25%), Türkei (10%), Mexiko (19%) und Niger (8%) liegt?

So sieht der „Top-Down-Ansatz“ für die nächsten Jahre aus. Was können wir heute schon tun? Können wir in unserer Position auch heute schon zu dieser Zielerreichung beitragen?

Wie sähe ein „Bottom-up-Ansatz“ aus?

Darüber haben sich vier weitere Alumni-Damen des Daimler Traineeprogramms CAReer und ich Gedanken gemacht und bemerkt, dass es für unsere Zielgruppe bisher kein passendes Netzwerk für einen Ideenaustausch gab. Daher haben wir das „CAReer Woman International Network“ (CAR-WIN) gegründet.

Dieses Netzwerk für aktuelle und ehemalige CAReer’lerinnen wurde zusammen mit 100 begeisterten Teilnehmerinnen Ende Juni gestartet. Laut Ursula Schwarzenbart war dies die höchste Teilnahmequote bei einer Startveranstaltung eines Diversity-Netzwerkes. Auch die überaus positiven Rückmeldungen im Vorfeld der Veranstaltung ließen vermuten, dass wir mit CAR-WIN den richtigen Nerv getroffen haben.

CAR-WIN TeilnehmerinnenCAR-WIN Gründungsteam

Ziel von CAR-WIN ist die Stärkung der kulturellen Balance durch eine bessere Integration und Entwicklung von weiblichen Nachwuchskräften innerhalb der Daimler AG. Für dieses Vorhaben konnten wir Volker Mornhinweg, Leiter von Mercedes-Benz Vans als Mentor gewinnen. Gesponsert und aktiv unterstützt wird das Netzwerk von Maria Riolo, die für die Nachwuchskräfteentwicklung zuständig ist.

Um proaktiv dem Vorurteil der „Quotenfrau“ entgegen zu wirken, wollen wir CAReer’lerinnen mit CAR-WIN die Möglichkeit bieten, sich persönlich und fachlich weiter zu entwickeln. Dazu gehören quartalsweise Fachvorträge und Kamingespräche bzw. ausgewählte Trainings. Auch Treffen mit anderen (branchenübergreifenden) Netzwerken sind mittelfristig denkbar. Der Austausch mit männlichen Kollegen ist uns ebenfalls sehr wichtig. Das Herz von CAR-WIN ist allerdings das Netzwerk, das sich in den nächsten Wochen und Monaten aus engagierten CAReer’lerinnen zusammenfügen wird.

Deshalb schauen wir gespannt in die Zukunft und freuen uns sehr auf eine rege Beteiligung an allen Netzwerkaktivitäten.


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