RoadSense – Achtklässler hinterm Steuer

Die Mercedes-Benz Driving Academy hat mit RoadSense einen Modellversuch eines neuen Verkehrstrainingsprogramm für Schüler der 8. Klasse ins Leben gerufen. Das Programm startete am 29. Juni in Mercedes-Benz Niederlassung mit Stuttgarter Schulen. Dieses interaktive Verkehrstrainingsprogramm soll die Lücke zwischen den Jahren des Fahrradführerscheins bis zum Moped- oder Autoführerschein schließen. Die Schüler im Alter zwischen 13 und 15 Jahren sollen für die Gefahren im Straßenverkehr sensibilisiert werden und sich mit Bedingungen des sicheren Mitfahrens beschäftigen. Durch Gruppendiskussionen und praktischen Übungen soll die Selbstverantwortung der Jugendlichen als Verkehrsteilnehmer gestärkt werden.

RoadSense ist mit einer großen Portion Spaß verbunden. Vier praktische Übungen finden zum Beispiel im Auto statt in denen Jugendliche unter professioneller Aufsicht und auf abgesperrtem Gelände im Cannstatter Neckar-Park auch für kurze Zeit selbst mal HINTER das Steuer sitzen dürfen. Das Programm dient allerdings nicht dazu, die Fahrausbildung vorzuziehen und das Fahren zu erlernen. Vielmehr geht es darum, real erlebte Verkehrsituation in der Rolle als „Mitfahrer“ zu bewerten, um dadurch Gefahren besser und früher erkennen zu können.

Die erste praktische Übung beschäftigt sich mit dem Thema des Fahrverbots: Fahren ohne Führerschein – was sind die Konsequenzen? Die Jugendlichen werden mit der Verlockung, sich hinter das Steuer zu setzen konfrontiert  – Ziel ist es diese Situation als Ausnahmesituation wahrzunehmen und sich mit dem Fahrverbot auseinanderzusetzen.

In der zweiten praktischen geht es um die Ladungssicherung: Wo ist der richtige Ort um Sachen im Fahrzeug zu verstauen? Das Anschnallen gehört mittlerweile bei jedem Mitfahrer zum automatisierten Set beim Einsteigen in ein Auto, dennoch wissen viele nicht, welche Wucht sich aus scheinbar leichten Gegenständen bei einem Aufprall von 30km/h entwickelt. Veranschaulicht wird dieses Wurfgeschoss-Phänomen durch Schaumstoffbälle auf der Hutablage, die beim Bremsen nach vorne fliegen.

Der dritte Teil der praktischen thematisiert das Vertrauen: Wie und was sage ich, wenn ich mich nicht sicher fühle als Beifahrer? Wie soll ich reagieren, wenn ein altere Freund betrunken fährt? Bei dieser Einheit des Programms tragen Mitfahrer eine Augenmaske, während ein anderer Schüler fährt. Durch den Verlust der optischen Wahrnehmung wird der Kontrollverlust besonders erlebbar.

Beim vierten Teil der praktischen Übung geht es um Risikobereitschaft und Gruppendruck: Die Jugendlichen werden aufgefordert durch ein enges Tor aus hängenden Styroporpfeilern zu fahren. Die Schüler sollen hierbei das Fahrverhalten des Fahrers kritisch zu hinterfragen und gegebenenfalls den Fahrer warnen. Ebenfalls wird die Reaktion des Fahrers überprüft – fährt dieser einfach drauf los, oder holt er sich Rat bei seinen Mitfahrern?

Im Anschluss tauschen sich die Schüler in kreativen Übungen über verschiedene Gefühlslagen aus, die man so als Mitfahrer haben kann und erarbeiten gemeinsam Ideen, wie man sich in unangenehmen Situationen am besten schützen kann.

Ein letzter Teil dieses Programms beinhaltete das „Sicherheitslabor“ – Exponate wie beispielsweise einen Rettungssimulator, Alkoholbrille oder Informationen zum Toten Winkel erläutern Risiken und Möglichkeiten, wie man sich vor bzw. in einer solchen Situation im Straßenverkehr schützen kann.

RoadSense wurde erstmals 2009 in England eingeführt und startete im Juli 2010 als Modellversuch in Stuttgart-weitere Standorte sollen folgen.

Mehr Informationen zu RoadSense und der Mercedes-Benz Driving Academy gibt es hier.

 

Astrid Ernst, Organisationsmanagement Mercedes-Benz Driving Academy/RoadSense


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