Der Mensch ist so jung wie seine Gefäße

Fragt man Menschen, wovor sie sich im Alter fürchten, lautet die Antwort meist „vor Krebs“ und „vor Demenz“. Statistisch gesehen, sterben aber die meisten Menschen an Komplikationen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, den Spätfolgen von Herzinfarkt und Schlaganfall. Halbseitenlähmung, Sprachstörung, Atemnot und eingeschränkte Belastbarkeit sind oft die leidvollen Folgen dieser schwerwiegenden Erkrankungen mit drastischer Einschränkung der Lebensqualität.

Haupt-Risikofaktor ist Bluthochdruck, der – wenn er lange Zeit unbemerkt und unbehandelt bleibt – schon früh die Schlagadern vielfach schädigt, was wiederum zu einem weiteren Anstieg des Blutdrucks führt. Leider werden erste Beschwerden häufig nicht ernst genommen. Deshalb sollte man bei vermehrtem Auftreten von Schwindel, Kopfschmerzen, Atemnot, Druck auf der Brust oder Nasenbluten dringend seinen Blutdruck messen lassen.

Blutdruck1

Als Werksärztin bei Daimler (am Standort Sindelfingen) sehe ich häufig Mitarbeiter zwischen 17 und 65 Jahren, deren Blutdruckwerte bei zufälliger Messung viel zu hoch sind. Normal sind Werte unter 140/90 mmHg.  Aufgrund fehlender Beschwerden suchen diese Menschen daher (noch) nicht ihren Hausarzt auf. Da der Blutdruck – abhängig vom Aktivitätsgrad – im Laufe des Tages schwankt, ist manchmal eine Messung und Kontrolle über einen längeren Zeitraum erforderlich.

Im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung sehen wir Mediziner es als unsere werksärztliche Aufgabe und Chance, durch Sensibilisierung und Behandlungsoptimierung bei der täglichen Arbeit die externen Hausärzte bei der Prävention und Therapie von Bluthochdruck oder anderen Krankheiten zu unterstützen bzw. zu ergänzen. Neben Informationsveranstaltungen, Broschüren und Flyern zum Thema bieten wir unseren Mitarbeitern im „Blutdruckmonat Juni“ auch die Möglichkeit, über eine Telefonhotline mit uns in Kontakt zu treten, des weiteren sind diverse Aktionen in den Betriebsrestaurants geplant. Eine solche konzernweite Kampagne erreicht viele tausend Mitarbeiter, die wir zu gesundem verantwortungsvollem Lebensstil motivieren möchten.

Diagnose „Bluthochdruck“ – und dann?

Nach eingehender Diagnose gehen wir bei Betroffenen in Beratungsgesprächen zunächst auf eine nichtmedikamentöse Behandlung ein. Falls zusätzlich medikamentöse Unterstützung erforderlich wird, erfolgt die Auswahl von Medikamenten, deren Rezeptierung und die anschließend dauerhafte Betreuung dann beim Hausarzt. Moderne Blutdruckmedikamente, die heutzutage in aller Regel gut vertragen werden, sollten regelmäßig zur vereinbarten Zeit (meist morgens) eingenommen werden und nicht selbständig abgesetzt werden. Manchmal erfordert die Auswahl des optimalen Medikaments einige Monate Geduld beim Betroffenen.

Blutdruck2

Bevor man jedoch mit der Gabe von Tabletten, die meist lebenslang eingenommen werden müssen, beginnt, kann der Betroffene schon einiges tun, seine Blutdruckwerte auf „natürliche“ Art zu senken bzw. das Entstehungsrisiko für Bluthochdruck drastisch zu vermindern: mehr Bewegung im Alltag, der Verzicht auf Nikotin und übermäßigen Alkoholgenuss, maßvolle Gewichtsreduktion bei Übergewicht sowie eine abwechslungsreiche ausgewogene salz- und fettarme Ernährung mit reichlich Obst und Gemüse. Außerdem ist es auch wichtig, dem Körper Zeit für Entspannung und Ausruhen zu gönnen sowie ausreichend viel zu schlafen, um Herz und Kreislauf die Möglichkeit zur Regeneration zu verschaffen.

Von der Daimler Blutdruck-Kampagne wünschen wir uns, dass nicht nur viele Mitarbeiter für das Thema sensibilisiert werden, sondern dass auch bei bereits Betroffenen die Behandlung optimiert wird, um ihre Lebenskraft langfristig zu sichern. Nicht zuletzt liegt es dann aber bei den Mitarbeitern, diese Angebote auch zu nutzen.

Über den Bereich „Health & Safety“:

Wahrscheinlich kennt jeder Situationen, die dazu führen, dass man sich gesundheitlich nicht ganz fit fühlt. Rückenschmerzen, eine Erkältung oder eine Verletzung beim Sport sind wohl nur einige Beispiele, weshalb man im Arbeitsumfeld manchmal nicht die gewohnte Leistung abrufen kann. Hier setzt „Health & Safety“ an: Der Bereich bündelt sämtliche Funktionen des Gesundheitsmanagements der Daimler AG und bietet in den Themenfeldern

  • Arbeitsmedizin,
  • Arbeitsschutz,
  • Betriebliche Gesundheitsförderung,
  • Ergonomie,
  • Integrationsmanagement und
  • Sozialberatung

Konzepte und konkrete Maßnahmen zur Stärkung der Gesundheit der Mitarbeiter.


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