GASTBEITRAG: Ludwigsburger Schlossfestspiele – Fest der Interpreten

»Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne« ist der wohl berühmteste Satz Hermann Hesses. Mein Stellvertreter und Konzeptionspartner Uwe Schmitz-Gielsdorf und ich leiten in diesem Jahr zum ersten Mal die Ludwigsburger Schlossfestspiele – eines der zentralen und traditionsreichsten Festivals in Baden-Württemberg. Auch für Daimler ist in diesem Jahr einiges neu. Wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage stand die Unterstützung des Festivals zunächst schon auf der Kippe, nachdem das Unternehmen seit 1983 als Partner dabei war. Zum Glück hat sich Daimler aber entschieden, uns bei unserem Neustart zu unterstützen und damit weiterhin zur Kultur in der Region zu stehen. Außerdem ermöglicht Daimler seinen Mitarbeitern mit exklusiven Angeboten den Zugang zu herausragender Musik.

Wir haben Stars eingeladen, um den Zauber dieses Anfangs nach Ludwigsburg zu holen und einen neuen Blick auf Musik, Tanz und Literatur zu bieten. Vom 3. Juni bis 31. Juli 2010 stehen in den Sparten Konzert, Kammermusik, Schauspiel, Tanz und Literatur 85 Veranstaltungen auf dem Spielplan.

Nach meinem Engagement als Chefdramaturg der Ruhrtriennale wollte ich gerne ein Festival leiten, etwas selbst verantwortlich kreieren – ein Plan, den Uwe Schmitz-Gielsdorf und ich schon länger verfolgt haben. Die Ludwigsburger Schlossfestspiele sind etwas Besonderes mit ihrer offenen Art, die nicht auf einen Komponisten, ein bestimmtes Repertoire oder spezifische Genres festgelegt ist. Die Möglichkeiten hier öffnen sich unendlich.Nachtmusique

Die Festspiele sind »Das Fest der Interpreten«. Wir laden Künstler ein, die ein deutliches Statement zu den Werken abgeben, die sie aufführen. Diese persönliche Handschrift kann auch sehr extrem sein. Was wir hier durchführen wollen: es gibt keine Hierarchie zwischen den Genres. Jazz, Kammermusik, Song und Lied sind zwar sehr unterschiedliche Formen, aber keine ist der anderen über- oder untergeordnet. Dementsprechend habe ich auch keine Lieblingsveranstaltung im Rahmen der Festspiele. Das wäre schließlich wie zu entscheiden: „Welches meiner Kinder habe ich am liebsten?“ Um das beantworten zu können, müsste ich so alt sein wie Shakespeares King Lear – und der hat einen schweren Fehler gemacht.

Diese Vielfalt ist auch der Grund, weswegen wir den Festspielen kein umfassendes Generalthema verordnet haben – wir sind schließlich keine Belehrungsanstalt. Stattdessen steht in dieser Saison das Individuum im Zentrum und damit auch der Interpret, der sich mit seiner Identität beschäftigt und sich mit seiner Zeit und Umwelt auseinandersetzt. Wir wollen eine erkennbare Programmatik, aber nicht mit wohlfeilen Schlagworten.

Ich würde mich freuen, wieder zahlreiche Besucher bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen 2010 begrüßen zu dürfen.


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