Finstral Rally – Die mit dem Bär tanzen

So auf dem ersten Blick scheint sich bei Mercedes-Benz im Bereich „Off Road“ nicht viel abzuspielen, doch bei einer näherer Betrachtung blüht einiges im Verborgenen.

Seit Jahrzehnten sind wir in Gaggenau mit Achsen für Sonderfahrzeuge unterwegs. Ob die Portalachsen für den Unimog und das G-Modell, überbreite Achsen für Feuerwehrfahrzeuge von Rosenbauer, angetriebene Vorderachsen für den Peoplemover „Innovia“  von Bombardier und den Schneepflügen von Nissan Diesel (heute Volvo) oder Sonderumbauten für CTT in Molsheim und Fa. Paul in Passau. Einmal lieferten wir auch eine Achse für eine Pelletmaschine. Wenn es um besondere Anwendung geht, sind wir immer bestrebt, unsere Kunden im Rahmen unserer technischen Möglichkeiten zu unterstützen.

So war es nicht verwunderlich, dass sich eines Tages Johan Elfrink von Finstral Rally bei uns meldete.

Er hatte sich nach vielen Rallyejahren auf dem Motorrad und mit dem Unimog  entschlossen in die Königsklasse einzusteigen. Aufgrund seiner guten Erfahrungen mit Mercedes kaufte er sich 2006 als Basisfahrzeug einen Axor 1833 AK 4×4.

Jetzt hatte er zwar einen hervorragenden LKW, aber offizielle Rennen wie die „Dakar“ konnte er damit noch nicht fahren. Zu einem fehlte die Homologation des Fahrzeuges durch die FIA, zum anderen war der Axor zu schwer und zu langsam.

Bei der Homologation bekamen wir die Unterstützung eines ehemaligen Mitarbeiters aus dem MB-F1 Team. Durch seine fachliche Koordination und einer werksübergreifenden Zusammenarbeit zwischen Stuttgart, Wörth, Mannheim und Gaggenau konnte die Homologation mit der FIA in wenigen Tagen durchgeführt werden. Es war als wenn einer sein schützendes Händchen über diese Aktion gehalten hätte.

Das Thema „schwer und langsam“ war keine Sache von ein paar Tagen, Es bedurfte schon einiger technischer Veränderungen und besondere Rennachsen bis der Axor mit 150 km/h durch die Wüste rasen und rückwärts eine Dünne mit mehr als Schrittgeschwindigkeit hinauf fahren konnte. Der ganze Antriebsstrang (Motor, Achsen und Getriebe) mit Federn und Dämpfern wurde von „Team Finstral“ neu berechnet und erprobt.

Mittlerweile ist Johan schnell und zuverlässig im Gelände unterwegs. Über die Jahre (Dakar 2008, 09,10) wurde der Axor und seine Brüder (mittlerweile sind es 3 Axor, 1 Unimog und 1 Actros) immer konkurrenzfähiger.

Dieses Jahr hat er seine Gegnern einige Male das Fürchten gelehrt. Als Führender der seriennahen Fahrzeuge schied er aber aufgrund technischer Probleme vorzeitig aus.

Nächstes Jahr wenn es wieder durch Südamerika geht ist Johan vorne mit dabei!

Hier noch einige Fotos aus dem Flickr-Album von Finstral Rally


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