GASTBEITRAG: 1. Mercedes-Benz Markenworkshop für Blogger (I)

 

Am Mittwoch dem 7.4. kam ich (Alex Kahl, Blogger für Autos, Fliegerei und Social Media) nachmittags im Mercedes-Benz Museum zum Start des ersten Marken-Workshops an. Kristina Mainka und Tobias Müller von der Lifestyle Communication hatten gut 30 Blogger und Twitterer eingeladen, denen Sie das Unternehmen, dessen Philosophie, Geschichte und Produkte vorstellen wollten.

Alex Kahl im SLSUnd mein lieber Mann, das ist Euch wirklich gelungen. Ich muss ja gestehen, dass meine Begeisterung für den Stern jetzt nie SO exorbitant hoch war, wie zum Beispiel die von Mercedes Passion, DB-forumMercedes-Fans oder die von BenzInsider. Aber bereits nach dem ersten Vortrag durch Mercedes-Zukunftsforscher Alexander Mankowsky sah das schon etwas anders aus. Die Verbindung zwischen der Markenphilosophie von Daimler, der globalen Entwicklung von Lebensräumen und Lebensgefühlen, die aus historischen Kunstzusammenhängen hergeleitet wurden, haben mich schwer beeindruckt. Da steckt nicht nur eine Menge Hirnschmalz hinter, sondern auch immense Leidenschaft mit der Alexander Mankowsky begründet hat, warum Mercedes Benz sich als Botschafter für Europäischen Stil versteht. Dieser Stil, der mit Raum, Ruhe und Entspannung genauso eng zusammen hängt wie mit Kraft, Sportlichkeit, Schönheit, Stil und Umweltschutz.

Wo das Ganze herrührt haben wir dann in einer Führung durch die Doppelhelix des Mercedes Benz Museum erfahren. Donnerlittchen ich kann die ersten paar Minuten nicht anders beschreiben als mit Ehrfurcht. Da standen wir plötzlich vor dem ersten 1,1PS Motor, der je gebaut wurde und vor dem ersten wahrhaftigen Auto, das jemals aus eigener Kraft gefahren ist. Ich bin echt nicht der große Museumsgänger, aber das war schon ein tolles Erlebnis.

Seit meiner Kindheit bin ich davon ausgegangen, der Markenname stamme von der Tochter von Carl Benz. Tja, in Museen lernt man ja immer wieder neues dazu: In diesem Falle, dass am Erfolg von Benz zwar eine Frau maßgeblich beteiligt war, aber keine Mercedes, sondern Bertha Benz, seine Ehefrau. Die hat sich nämlich den Motorwagen Nr. 3 eines Tages geschnappt (ohne Carls wissen) und ist damit über 100km von Mannheim nach Pforzheim getuckert und hat damit die Langstrecken- und Überlandtauglichkeit bewiesen. Erstes Auto der Welt, das einhundert Kilometer am Stück unterwegs. Klar, dass da Staus kein Problem waren, aber Tankstellen waren ja noch nicht erfunden. Deswegen musste sich Bertha in Apotheken Nachschub des Treibstoffs Ligroin besorgen.

Und warum jetzt Mercedes? Ja, es war eine Tochter, die für den Namen gesorgt hat. Aber eben die von Emil Jelinek, einem der ersten Kunden von Benz, Daimler und Maybach, der einen schnelleren Rennwagen haben wollte, um an der Cote d’Azur rumzuheizen. Als er ein wichtiges Rennen nach Nizza gewonnen hatte, war der Markenname im Jahr 1900 gefunden. Tja, ich war nach einer TV-Sendung, die ich als Kind zum 100. Geburtstag des Autos gesehen hatte, immer von der falschen Geschichte ausgegangen.

Und Geschichten haben wir auch in den weiteren 1 1/2 Stunden im Museum gehört. Über den Bus der Fußball-Nationalmannschaft von 1974, der nach der gewonnen Weltmeisterschaft verschwunden war, die 600er Pullmann Staatskarosse bei der ein kleiner Prinz so lange mit den Fensterhebern gespielt hat, bis die Batterie hinüber war, über Arnold Schwarzeneggers Benz, Ringo Starrs 190er AMG und ebenso viele Stories über die Architektur des beeindruckenden Gebäudes. Die Geschichte, die beides am besten miteinander vereint, ist wohl die des Mitarbeiters, der letztes plötzlich den SLS an seinem Bürofenster vorbeifliegen sah, als dieser auf der Dachterrasse des Museums präsentiert wurde.

Großartige Fotos der Architektur – geschossen von Jean – gibt es bei NOTCOT zu sehen, wunderbare Photos des Gebäudes und der Exponate hat Philipp Thom von Studio5555 gemacht.

Ach übrigens: In den nächsten Tagen oder Wochen, wird der 3 millionste Besucher im Museum erwartet.

Nach dem Rundgang saßen wir gepflegt bei leckerem Essen und Wein aus den Weinbergen in direkter Steinwurfnähe des Museums zusammen und haben uns über Autos, Social Media, das Leben und den ganzen Rest unterhalten. Dabei sind Uwe Knaus, Thilo Wessel vom Museum und mir einige gute Ideen gekommen, die wir hoffentlich in den nächsten Wochen und Monaten noch einmal vertiefen können.

Am zweiten Tag kamen dann vor allem die Bloggerkolleginnen und -kollegen aus dem Lifestyle, Design und Modebereich auf ihre Kosten: Wir bekamen eine Führung durch’s Designzentrum. Aber erstmal mussten wir unsere Handies, Kameras und alle anderen Gadgets mit Photofunktion abgeben. Selbst die Photolinsen der Mitarbeiter-Handies von Daimler sind verätzt, damit hier nichts nach außen dringt.

Steffen Köhl, Leiter Entwurf Exterieur, empfing uns in der Präsentationshalle P1 vor einigen – im wahrsten Sinne des Wortes – gut betuchten Autos. Die riesige Halle wirkte mit den silbrig abgedeckten Autos und dem modernen Lamellendach, das immer für optimale Licht-Verhältnisse sorgt, wie eine futuristische Kunstgalerie. Bevor wir aber einen Blick auf die Exponate werfen durften, ging es erstmal ins „Kino“. Hier nahmen wir auf den Stühlen Platz, auf denen sonst den Daimler-Vorstand über die Designs der nächsten Modelle entscheidet.

In einem kurzen Vortrag erklärte uns Steffen Köhl (der wegen seiner knapp 2m Körpergröße von Vorstandschef Dr. Zetsche als Versuchsperson für Innenkonstruktionen geschätzt wird *g*), wie Architektur und Design – insbesondere Auto-Design in den letzten 100 Jahren immer mehr zusammen gewachsen sind. Auch in der gut 400 internationalen Mitarbeiter starken Design-Abteilung von Mercedes sind Architektur und Design untrennbar miteinander verbunden. Das zeigt alleine schon das abgefahrene und lichtdurchflutete Gebäude mit seinen „Fingern“.

Der Gestaltungs-Prozess eines Autos dauert bei Mercedes ungefähr 4-5 Jahre und findet nicht ausschließlich in Stuttgart statt, hinzu kommen noch Design-Studios in den USA und in Japan. Aber egal wo auf der Welt für Mercedes gestaltet wird und ob mit Stiften gezeichnet, im Computer gerendert oder mit Ton ein 1:4 Modell gebaut wird, in kaum einer Abteilung ist der Wettbewerb so groß wie unter den Designern.

Kleiner Tipp am Rande für angehende Designer: Wer es bei Mercedes in Design-Abteilung schaffen will, sollte nicht nur mit Photoshop und Alias fit sein. Das ist die Pflicht. Die Kür ist es ein Künstler zu sein, seinen eigenen Stil zu haben und diesen auch mit einfachsten Mitteln – nämlich Bleistift und Papier umsetzen zu können. Erwarten könnt ihr dafür vor allem eines: Ruhm und Ehre. Und die Gewissheit, irgendwann vielleicht einmal ein Auto durch die Welt, durch Filme oder durch Magazine fahren zu sehen, an dessen Design ihr beteiligt wart. Alle Legenden darüber, dass Designer das erste von ihnen gezeichnete Auto , das vom Band läuft bekommen, sind genau das: Legenden. Es geht vor allem um eure Leidenschaft, dass gerade eure Idee die ist, die sich durchsetzt.

Nach dem Design des Exterieurs kommt natürlich auch das Interieur. Da es bei der Innenarchitektur eines Autos bereits im frühesten Stadium darum geht, das spätere Kundenerlebnis zu simulieren, wird mit im Maßstab 1:1 und echten Materialien gearbeitet, die angefasst und gefühlt werden können, was uns später Martin Brehmer – Head of Color and Trim in seiner Abteilung erklärte. Zum Beispiel, dass in unterschiedlichen Ländern ganz andere Kulturen im Interieurbereich gelten. Der Amerikaner schätzt pflegeleichtes Vinyl, dass dem Europäer wieder nicht so behagt. Der mag besonders Rindsleder, was wiederum in Indien zu Problemen führt. Genauso ist ein und dieselbe Farbe in verschiedenen Kulturen emotional ganz anders aufgeladen und muss beim Interieurdesign berücksichtigt werden.

Design ist Storytelling. Egal ob die Geschichte vom Boxfish, der zu einem Auto zu seinem Design verholfen hat, von RECY – dem recyclebarem Auto oder von den ganzen Zahlen, Daten und Fakten, mit denen Ingenieure Arbeiten müssen. Hinter allem steckt zunächst eine Geschichte. Und diese Geschichte, die irgendwann ein Auto wird, wird getrieben von der Leidenschaft derjenigen, die an der Entstehung eines Autos arbeiten. Sei das nun eine große Revolution wie das Brennstoffzellen-Auto oder auch eine Nischen-Innovation wie der herausfahrbare Spoiler an der Windschutzscheibenkante eines Cabrios. Letzteres ist gerade für einen langhaarigen wie mich eine echte Sicht- und Lebenserleichterung beim offen fahren.

Wo ich gerade meine Frisur erwähne. Muamer von Benzinsider hat mich gleich auf meine „frappierende“ Ähnlichkeit zu James „Captain Slow“ May aus der wohl weltbekanntesten Auto-TV-Sendung TopGear angesprochen. Ich fühle mich immer noch zutiefst geehrt :)

Also halte ich es nun auch gleich wie TopGear Chef Jeremy Clarkson: „And on this bombshell it‘s time to end the Blogposting!“ Morgen kommt der zweite Teil mit einem Videointerview zum Thema Trends in Auto- und Mobilität mit dem Mercedes-Benz Zukunftsforscher Alexander Mankowsky, mehr aus Präsentationshalle 1 und Probefahrten auf der Teststrecke Malmsheim.

Hier geht’s zum 2. Teil:


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