Ausbildung zum Fertigungsmechaniker

Ich war sehr aufgeregt. Wenn ich zurück denke wie alles anfing vor 2 ½ Jahren, vermisse ich schon jetzt nach einem Monat als „richtiger Arbeiter“ unsere Ausbildung.

Alles begann mit einem Brief nach Hause, in dem stand, wann es losgeht mit der Ausbildung, wo wir uns alle treffen und was wir mitbringen sollten.Es war soweit. Am 10. September 2007 ging es los. Es war Montagmorgen. Um 7 Uhr musste ich am Tor 3 vom Daimler Werk in Rastatt sein. Ich begann hier eine Ausbildung als Fertigungsmechaniker.

Ich fuhr also von Karlsruhe nach Rastatt. Ich nährte mich langsam dem Daimlergelände. Spielzeug-UnimogAls Karlsruher kannte ich mich in Rastatt nicht wirklich aus und wusste nicht so genau wo es denn zum Tor 3 ging. Doch als ich bei der Bushaltestelle ausstieg und in Richtung Daimlerwerk lief, sah ich schon von weitem die große Menschenansammlung, welches also alles meine neuen Kollegen waren.30 Leute waren wir insgesamt, die an jenem Tag eine 3- Jährige Ausbildung zum Fertigungsmechaniker begannen.

Noch einmal gingen mir viele Gedanken durch den Kopf. Das frühe Aufstehen in Zukunft jeden Morgen. Werden meine Kollegen nett sein? Schaff ich es, acht Stunden am Tag richtig zu arbeiten? All diese üblichen Fragen, die man sich stellt wenn ein neuer Lebensabschnitt beginnt.Meine Aufregung legte sich langsam, als ich dann mitten in der Menge stand und auf weitere Anweisung wartete. Es war alles noch sehr fremd, aber wir wurden freundlich begrüßt, teilweise auch von Azubis die schon im 3. Lehrjahr waren. Diese führten uns dann in Kleingruppen auch durch das Daimler Werk Rastatt, gaben uns unsere Arbeitskleidung, Sicherheitsschuhe, verteilten Spinde und was alles dazu gehört. Das Beste für mich war dann der offizielle Werksausweis, auf den ich sehr stolz war als ich diesen bekam.
Ein Bild von mir darauf. Nun konnte es also los gehen mit dem Arbeitsalltag.

Nachdem ich dann auch unseren Ausbildungsmeister kennen gelernt hatte, war der 1. erste Arbeitstag, der ja nicht so anstrengend war als ich dachte, zu Ende und wir durften nach Hause. Am 2. Tag, ging ich schon alles etwas lockerer an. Ab heute ging es dann richtig los. Unser Projekt, das für das gesamte 1. Ausbildungsjahr dauern sollte, war ein Unimog.

Azubis1Unser Ziel war es einen aus vielen Einzelteilen bestehenden Unimog zu fertigen. Dabei gab es Teile zu fertigen, die sehr leicht zu fertigen waren. Diese, wo man einfach nur hat feilen oder mit Hand sägen müssen und diese, wo man mit Fräsmaschine und Drehmaschine arbeiten musste. Diese Fähigkeiten, wie Fräsen, Drehen, Bohren, Blech biegen, Schweißen und noch einige mehr, bekamen wir alle nach und nach während unser Unimog immer mehr Gestalt annahm, gelernt.Ich fand das gut, das ich ein Ziel hatte, den Unimog zu bauen und zusätzlich auch viele kleine weitere Ziele, wie zum Beispiel das Bestehen der WIKOs. Das waren Wissenskontrollen, die wir immer absolvieren mussten bevor wir selbstständig an die großen Maschinen durften.

Das förderte meinen Ehrgeiz immer wieder von neuem und gab mir jeden Tag neuen Antrieb und Motivation.Langsam kam ich dann tatsächlich in den Arbeitsalltag. Ich war immer mehr vertraut mit meinen Kollegen und Kolleginnen. Die Räumlichkeiten waren mir nicht mehr fremd. Ich lernte die verschiedenen Meister kennen.

Azubis2Ein Highlight, das mir persönlich gut gefiel war im Oktober 2007. Relativ am Anfang der Ausbildung.Wir waren für eine komplette Woche mit dem Bus nach Ottobeuren in Bayern gefahren. Nicht nur zum Spaß. Das hatte einen Sinn. Sozpäd hieß diese Woche. Sozialpädagogischer Lehrgang. Hier wurden Schlüsselqualifikationen erarbeitet und ausgebaut. Außerdem wurde in dieser Woche das gesamte Team enger zusammengebracht. Wir konnten uns alle noch besser kennen lernen, die Meister uns kennen lernen und wir sie. Diese Woche wurde von einer Firma geleitet, die solche Lehrgänge professionell durchführt. Ich konnte hier meine eigenen Grenzen austesten und sehen wie weit ich schon meinen vor kurzer Zeit kennen gelernten Kollegen vertraue.
Zum Beispiel als es um das sichern beim klettern in einer Kletterhalle ging. Oder beim Bau einer Brücke, die später einmal alle 30 Leute tragen musste.Diese Woche war sehr hilfreich für mich und sicherlich auch für viele andere meiner Kollegen.
Am Ende des 1. Lehrjahres kam dann die Zwischenprüfung. Ich fühlte mich gut darauf vorbereitet und absolvierte diese mit Leichtigkeit.

Nach dem Sommerurlaub begann dann das 2. Lehrjahr. Ich fühlte mich fast wie Anfang des ersten Lehrjahres, denn ein neuer Abschnitt in der Ausbildung begann. Ich und meine Kollegen wurden aktiv eingebunden in die Produktion der A- und B- Klasse.

Ich hatte im zweiten Lehrjahr noch die tolle Aufgabe, die neuen Azubis zu betreuen. Nun war ich selber einer von denen, der diese neuen aufgeregten Azubis empfing an ihrem ersten Arbeitstag.

Die Zeit verging allerdings und mich traf es wie alle anderen auch. Mein erster Tag als „richtiger“ Fertigungsmechaniker. Zum ersten Mal half ich bei der Produktion mit. Anfangs war ich wieder sehr aufgeregt, schließlich ging es hier um Fahrzeuge die später einmal verkauft werden sollten. Doch auch hier fühlte ich mich gut betreut. Ich wurde langsam daran gewöhnt, die taktgebundene Arbeit zu verrichten.Was mir im zweiten Lehrjahr sehr gefiel, war, dass wir unter uns Kollegen selbstständig einen Ausflug planen durften.Wir gingen in das Mercedes Benz Museum in Stuttgart, dass ich äußerst interessant fand.

Und nun ging es schon in Richtung Ende der Ausbildung. Die Leute die besonders gut waren, in der Schule als auch im Betrieb, konnten früher auslernen. Anstatt regulär drei Jahre war man bei diesem Zug in zweieinhalb Jahren fertig mit der Ausbildung.

Abschlussklasse13 von uns konnten früher auslernen, darunter ich.Auch das 3. Lehrjahr war für mich irgendwie ein neuer Abschnitt im Leben. Von damals 30 Kollegen, waren eben nur noch 13 übrig und es wurde ernst.Die Ausbildung ging zu Ende und ich musste dem Ernst des Lebens entgegenschauen. Auf unsere Abschlussprüfung, fühlte ich mich wie damals bei der Zwischenprüfung perfekt vorbereitet. Die Ergebnisse von allen „Frühauslernern“ konnten sich sehen lassen.Ich muss, wenn ich meine Ausbildungszeit rückblickend betrachte wirklich sagen, dass ich froh bin bei Daimler meine Ausbildung gemacht zu haben.Ich habe viel Neues gelernt und auch Wissenslücken ergänzen können.

Nebenbei hat sie auch sehr viel Spaß und Freude bereitet, das ich mir anfangs beim besten Willen nicht habe vorstellen können.

Anfang Februar diesen Jahres sind also 13 neue Produktionsmitarbeiter fertig ausgebildet und starten ins Leben. Mittlerweile arbeite ich seit ca. 5 Wochen schon als Produktionsmitarbeiter und bin mit meinem Zielbereich sehr zufrieden.


Wie bewerten Sie diesen Artikel?
5.0 / 5 (3 Bewertungen)
Bitte warten...

Tags: , ,

drucken

Wollen Sie wirklich das Internet ausdrucken?

Sparen Sie Papier und schonen Sie die Umwelt! Nutzen Sie die Funktionen zum Bookmarking oder zur E-Mail-Weiterleitung.

Ihre Daimler AG

Erst wenn Sie klicken, wird die Schaltfläche aktiv und stellt eine direkte Verbindung mit dem jeweiligen sozialen Netzwerk her. Hierdurch werden Daten an das jeweilige soziale Netzwerk übertragen. Bitte lesen Sie unsere Datenschutzhinweise.

Lesen Sie mehr über das Blog.

Letzte Kommentare

  1. Kult-Auto /8: Zurück zur Wiege

    Martin Stypa: Hallo Rolf, hallo Martin (Kämmerling), erst einmal besonders Euch und...

  2. Kult-Auto /8: Zurück zur Wiege

    Uwe Helmut Schaal: Da werden Erinnerungen wach: 1971 mit zwei 200er von Sindelfingen...

  3. Kult-Auto /8: Zurück zur Wiege

    Ferdi Lorenz: Ein schönes, sehr dankbares und robustes Fahrzeug. Habe vor vielen Jahren ein...

  4. Kult-Auto /8: Zurück zur Wiege

    CMzB (Blog-Team): Hallo @Speck, da hat sich wohl ein technischer Fehler bei...

  5. Kult-Auto /8: Zurück zur Wiege

    Richard Beckmann: Moin Rolf, super Bericht und klasse Bilder. Da werden Erinnerungen wach....