Meldung aus der Elternzeit

Ich arbeite im Personalmarketing der Daimler AG und habe bisher Themen wie Daimler Student Partnership und Arab European Internship Exchange betreut. Eigentlich überlege ich seit ich Mitte Oktober ’09 in den Mutterschutz gegangen bin, ob ich einen Blog-Beitrag schreiben sollte. Da ich zu der in den Medien oft erwähnten Generation der gut ausgebildeten jungen Frauen gehöre, die einen guten Job haben und gerne arbeiten, wollte ich auch ein Wörtchen in der Diskussion mitreden.

Der erzwungene Berufsausstieg bereitete mir etwas Angst. Man weiß ja nie vorher, wie’s mit dem Baby klappt, wie das Kleine sein wird, und hört zudem viele Horrorgeschichten. Deswegen habe ich mich entschieden, lieber etwas später zurück zu kommen und nicht sofort nach dem Mutterschutz. Mir ist es ganz einfach wichtig, mich voll und ganz bei der Arbeit konzentrieren zu können und z.B. nicht parallel mit einer Kinderbetreuung anzufangen. Somit bin ich in Oktober mit dem unguten Gefühl gegangen – wann komme ich wirklich zurück? Würde ich mich langweilen bis das Baby da ist? Würde ich einsam werden? Und wie würde es erst sein, wenn „der Nachwuchs“ da ist? Würde ich mich plötzlich nicht mehr für meinen Beruf interessieren und von der Idee, bald wieder einsteigen zu wollen, abrücken? Und wenn nicht, finde ich eine geeignete Betreuung?

Also, eins nach dem anderen: Langweilen? Leider nicht! Durch eine Krankheit in der Familie meines Partners fiel die vorgesehene gemeinsame Beschaffung der Baby-Grundausstattung flach. Somit habe ich den Mutterschutz genutzt und gebraucht, um unsere Pärchen-Wohnung Baby-tauglich zu gestalten. Das Kinderzimmer musste komplett eingerichtet werden und unglaubliche Mengen an Zeug mussten her. Um überhaupt zu entscheiden, was wir an Erstausstattung brauchten habe ich sämtliche Listen aus den verschiedenen Ratgebern in ein Excel-Spreadsheet übertragen und all das auf die Einkaufsliste gesetzt, bei dem sich alle einig waren, dass man es braucht. Alles andere habe ich nach bestem Wissen und Gewissen entschieden. Alleine die Entscheidung für eine Babyschale hat zwei Tage beansprucht – man will ja schließlich nicht irgend einen Murks in einen Mercedes packen!

Einsam? Zum Glück auch nicht. Erstens gibt es relativ viele Pflichttermine – Frauenarzt, Vorstellung im Krankenhaus, Geburtsvorbereitungskurs, ganz zu schweigen von Schwangeren-Yoga, Akupunktur etc. Dann darf Frau natürlich mal zum Mittagessen vorbei schauen und sich mit den Kollegen treffen, die man ewig lange nicht mehr gesehen hat, da sie an anderen Standorte sitzen. Abends kann man sich ganz gut mit berufstätigen Freunden treffen, da überall Rauchverbot herrscht. Im neunten Monat schwanger sollte man sich aber darauf gefasst machen, sehr schräg angeschaut zu werden, wenn man durch irgendeine Kneipe watschelt.

Wie ist es mit Nachwuchs? Alle sagen’s und haben recht: Ein Baby ändert das Leben und es kommt vieles anders als vorgestellt. Ich glaube, das muss jeder selbst entdecken. Aber der Wunsch, bald im Job wieder einzusteigen, ist nach wie vor da. Das heißt eine Kinderbetreuung muss her – zumal keine Familie im Land ist, die mit anpacken könnte. Da eine neue Kita gerade aufgemacht hat, hatte ich Glück und habe gleich einen Platz bekommen. Nur – was sagt die Kleine dazu? Sie hat schließlich Veto-Recht und weiß das auch sehr überzeugend zum Ausdruck zu bringen, wenn ihr etwas nicht passt.

Die kleine Madame TrionaAnscheinend ist die kleine Triona ein geborenes Kita-Kind. Der Trubel macht ihr sichtlich Spaß und nach nur einer Woche Eingewöhnung freut sie sich sogar manchmal (ganz neu!) in ihren Maxi-Cosi gepackt zu werden und zum Early Bird Club zu fahren. Da Madame sehr kommunikationsstark ist, mache ich mir auch keine Sorgen, dass sie untergeht. Und wie geht’s mir dabei mit meiner neuen Freiheit nach 12 Wochen 24 / 7 Dienst? Ich habe ein gutes Gefühl , dass sie dort gut betreut wird. Sie ist morgens gut gelaunt wenn sie hin geht und ebenso mittags, wenn ich sie abhole. Somit freue ich mich, wieder bald arbeiten zu gehen und denke, die ganzen vorwurfsvollen Fragen (was? Ihr Kind ist in einer Kita? Etc. etc.) werden mir nichts ausmachen, da ich mit unserem Weg zufrieden bin.

Und wie sieht mein Wiedereinstieg aus? Ich habe ab der Bekanntgabe der Schwangerschaft offen mit meinen Kolleginnen über meine Rückkehr gesprochen. Wir haben gemeinsam überlegt, wie wir die Zeit, in der ich fehle, überbrücken. Da ich klasse Kolleginnen und eine Superchefin habe, haben sie mir während Schwangerschaft und Mutterschutz den Rücken frei gehalten. Unser Abteilungsleiter hat sogar die Vertretung für die Arab European Internship Exchange übernommen, um meine Kolleginnen zu entlasten. Zum ersten April werde ich in meine alten Themen mit weniger Stunden zurückkehren. Es wird sicherlich ein paar Monate dauern, bis sich alles wieder eingependelt hat und die Verteilung der Aufgaben im Team wieder passt.  Die ersten Wochen wird es bestimmt auch schwierig sein, meine Stunden zu schaffen, da ich meine Tochter noch stille, aber dafür gibt es die so genannte Gleitzeit. Spätestens im Sommer, wenn mein Mann ein paar Monate Elternzeit nimmt und unsere arabischen Gäste im Lande sind, kann ich die Stunden nacharbeiten. Also genieße ich momentan meine Freiheit und freue mich auf dem ersten April!


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