Mit den Benztown-Beduinen von Stuttgart nach Jordanien

500 automobilbegeisterte Abenteurer aller Alterklassen kamen vorletzes Wochenende in Steibis (Allgäu) zusammen um sich auf ein gemeinsames Ziel einzuschwören: Die Rallye Allgäu-Orient 2010, an der erstmalig auch ein Team aus Stuttgart teilnimmt!

Ziel dieser nicht-kommerziellen Veranstaltung, die dieses Jahr bereits zum fünften Mal stattfindet, ist es mit möglichst geringen finanziellen Mitteln die 6.000 Kilometer nach Amman in Jordanien zurück zu legen. Am Start sind ca. 250 Fahrzeuge aus ganz Deutschland und Europa, die einen Wert von 1.111 Euro nicht übersteigen dürfen oder aber älter als 20 Jahre sein müssen.

Im Vordergrund steht bei der Rallye der gute Zweck, denn die Rallye-Boliden werden in Amman an die United Nations übergeben und dann für das World Food Programm versteigert. Mit dem Verkaufserlös werden lokale Hilfsprojekte finanziert.

Im Gegensatz zu kommerziellen Touren ist jedes Team selbst für die Organisation seiner Route zuständig – kein Wunder also, dass viel improvisiert und auch mal eine Nacht in den Fahrzeugen verbracht wird. Autobahnen dürfen entlang der Strecke nicht genutzt werden, genauso wenig wie Fähren oder Mautstraßen. Ebenso tabu sind Navigationssyteme.  Zusätzlich müssen jeden Tag ausgefallene Aufgaben entlang der Route gelöst werden.

Die Benztown-Beduinen, die sich zum großen Teil aus Daimler Mitarbeitern zusammensetzen, starten dieses Jahr  das erste Mal bei der Rallye und peilen mit Ihren zwei Teams direkt den Gesamtsieg an. Nicht zuletzt deshalb, weil der Sieger der Rallye ein Kamel von der jordanischen Prinzessin übergeben bekommt – eine Prämie, die sich niemand gerne entgehen lässt. „Der Weg ist das Ziel“ heißt jedoch das Hauptmotto, mit der man das Abenteuer auf sich nimmt.

Die Mannschaft der Benztown-Beduinen besteht aus 10 Männer und 2 Frauen im Alter von  25 bis 35 Jahren.  Der Großteil der Beduinen stammt oder lebt im Raum Stuttgart. Kein Wunder also, dass Daimler bei der Namensgebung des Teams Einfluss genommen hat.

Momentan laufen die Vorbereitungen für die Rallye, welche am 30. April startet, auf Hochtouren. Zuerst galt es passende Fahrzeuge zu finden, die den Weg  nach Jordanien unbeschadet überstehen.  Hier war es nur naheliegend, dass sich das Team auf junggebliebene T-Modelle der Baureihe 124 spezialisiert hat. Denn neben ihrer sprichwörtlichen Robustheit und dem enormen Stauraum für Equipment und Übernachtungen bieten diese Fahrzeuge den nötigen Reisekomfort und erfreuen durch ihr zeitloses Äußeres.  Mittlerweile ist der Fuhrpark mit 6 Fahrzeugen vollständig – nun gilt es Karossen und Motoren rallyetauglich zu machen.

Ebenfalls wichtig ist die Suche nach Sponsoren. Hier ist jede Art von Hilfe erwünscht: Finanzielle Unterstützung zur Deckung der Reisekosten, Merchandising zum Verteilen entlang der Strecke, Fahrzeuge oder Ersatzteile oder Gegenstände, die sich im Rahmen eines „Fundraisers“ zu Geld machen lassen. Um die Gemeinnützigkeit des Vorhabens zu unterstreichen wurde eigens ein Verein gegründet, der es den Beduinen erlaubt, Spendenquittungen auszustellen.  Potentielle Sponsoren können sich direkt an einen der beiden Teamchefs (Christoph Gatty und Klaus Helmut Hartmann) wenden oder über die Website der Beduinen Kontakt aufnehmen www.benztown-beduinen.de.

Einen kompletten Reisebericht können Sie im Anschluss an die Reise hier lesen.