Führung durchs Motorenwerk

Ich hatte es ja in meinem ersten Beitrag angekündigt. Wenn ich nicht gerade unsere Getriebe verkaufe und unsere Kunden betreue, suche ich ab und zu den direkten Kontakt zu unseren „potentielle Kunden“. Menschen die sich für unsere Marke, unsere Fahrzeuge und darüber hinaus auch für dessen Herstellung interessieren. Und da bot sich 2006 eine tolle Möglichkeit. Im Werk Untertürkheim wurden aktive und ehemalige Mitarbeiter angesprochen um im Powertrain Werk Untertürkheim so genannte  Werktouren für Museumsbesucher durchzuführen.

Diese Touren bietet das Mercedes-Benz Museum seit dessen Eröffnung im Mai 2006 exklusiv und kostenfrei für Besucher des Museums an. Der Hintergrund, das man damals auf ehemalige und aktive Mitarbeiter zuging ist deren weitgreifende Produktionserfahrung. Wir Werktouren-Guides kennen aus unserer aktiven oder ehemaligen Tätigkeit jeden Ablauf und Prozess, der notwendig ist um einen Motor herzustellen. Prima Sache, dachte ich. Technisches Wissen ist vorhanden und ebenso kenne ich mich in den meisten Produktionsabteilungen im Werk bestens aus. Das Erklären, Begeistern für die Technik liegt mir sowieso im Blut. Also habe ich mich kurzerhand gemeldet und wurde durch Thomas Thum von der Besucherbetreuung Untertürkheim in die Vorgehensweise und in den Ablauf solch einer Tour eingewiesen.

Natürlich musste ich dieses Tätigkeit als Nebenjob im Bereich HRM anmelden. Angestellt über den Dienstleister PerEx der seit längerem im Bereich Events für das Mercedes-Benz Museum tätig ist , funktioniert die Sache absolut problemlos. Alle Termine werden vorgeplant so das wir  Werktouren-Guides unsere Touren schon ein Quartal im voraus selbstständig einplanen können. Seitdem macht es immer wieder Spaß, interessierte Besucher des Mercedes-Benz Museums im Werk Untertürkheim durch die Produktion unserer PKW Motoren zu führen. Zu Beginn jeder Tour trifft sich die Besuchergruppe zur vorgesehenen Zeit im Museum in einem Tagungsraum.

Nach der Begrüßung gebe ich einen kleinen Überblick über die Konzernstruktur, unsere Marken und letztendlich über die Produkte des Powertrain Werkes Untertürkheim. Natürlich werde ich hier schon mit den ersten Fragen „bombardiert“. Aktuell sind Fragen zu Themen wie Hybridantrieb, Co2, Brennstoffzelle die häufigsten. Da sollte man schon immer auf dem Laufenden sein. Ausgestattet mit Mikrofon und Empfängern für die Besucher geht’s dann via Werksbus in das 1904 gegründete Werk hinein. Übrigens:  Das erste Gebäude von 1904 steht noch immer und darin werden heute immer noch Bauteile für unsere Fahrzeuge geschmiedet! Zu Fuß gelangen wir dann direkt in die Produktionshalle  in der uns eine komplett andere Welt empfängt. Geräusche, Lärm, Gerüche, flinke Flurförderfahrzeuge oder auch fahrerlose Fahrzeuge erwarten uns. Natürlich auch jede Menge Bearbeitungs- und Montageanlagen.  Schritt für Schritt erkläre ich nun den Aufbau eines PKW Motors. Und natürlich noch vieles mehr, was eben „drum herum“ wichtig ist. Zum Beispiel wie die Teilelogistik funktioniert, warum an den Handmontageplätzen die Schraubwerkzeuge über den Mitarbeitern an elastischen „Balancern“ aufgehängt sind, oder was es mit Arbeitsplatzergonomie oder einer Dichtheitsprüfanlage auf sich hat. Ebenso erkläre ich warum wir Montageroboter einsetzen und warum jeder Motor kalt getestet wird.

Und, was uns ganz wichtig ist: Die Besucher sind auf der gleichen Ebene wie unsere Mitarbeitern. Nicht von oben herab oder aus der Ferne beobachtend. Direkt, transparent und ohne Filter sozusagen.
So kann ich und meine Kollegen, darunter einige ehemalige Mitarbeiter, einen guten Einblick in das Schaffen, die Qualität und die Begeisterung der Mitarbeiter geben. Nach einer knappen Stunde geht es dann mit dem Werksbus, der die verschiedenen Werksteile verbindet, wieder zurück Richtung Museum. Die Begeisterung hält hier meist noch an und oft höre ich den Spruch: “Jetzt weis ich woher der Motor meines Mercedes kommt und wie er gebaut wird“.  Und ich bin jedes mal zufrieden, den Besuchern einen kleinen Einblick in die Mercedes Welt und ein wenig Begeisterung für unsere Marke gegeben zu haben.


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