Blick hinter die Kulissen der Lean Management Expertenausbildung (2)

Einige Monate sind vergangen seit meinem ersten Bericht über die Lean-Expertenausbildung bei Daimler.  Damals stand gerade der erste größere Theorieblock, die Basis-Schulung, auf dem Programm. Nach zwei interessanten Schulungswochen musste ich anschließend meine erste Lean-Prüfung absolvieren. Diese fand im Rahmen des Wissens-Transfertages statt, an dem neben der „Lernzielkontrolle“ vor allem der Austausch mit allen Trainees aus dem PKW- und LKW-Bereich im Vordergrund steht. In verschiedenen Fachteams wurden von uns Trainees entsprechende Projekte aus dem aktuellen Quartal vorgestellt, oder Einträge in unsere eigene Lean-Wikipedia-Datenbank präsentiert und besprochen.

Den Abschluss dieses Tages stellte dann die Verabschiedung fertiger Lean-Experten dar – bei mir ist dies zwar (noch) in weiter Ferne, aber nur noch 3 weitere Wissenstransfertage weiter, und ich werde hoffentlich selber dort stehn und mein Zertifikat als Experte in Händen halten!

Zurück im Projekt in Wörth ging es dann im Juli nochmals heiß her. Der Abschluss-Steuerkreis stand vor der Tür und wir wollten so viele offene Themen wie nur möglich noch abarbeiten und zur Umsetzung bringen. Nicht nur in diesem Projekt sehe ich es als sehr wichtig an, möglichst viele geplante Arbeitspakete umzusetzen und den Kollegen im Bereich anständig zu übergeben. Eine 100%-Umsetzung aller geplanten Themen aus dem Projekt heraus ist leider utopisch, angesichts 3 Monate Zeitbegrenzung und gerade auch in Zeiten knapper Investitionsmittel. Trotzdem sollte bei Projektende die Liste der offenen Themen, die der Fachbereich noch zu Ende führen muss, nicht zu groß werden, um im Nachhinein den Projekterfolg nicht zu gefährden.

Nach erfolgreichem Abschluss in Wörth und Auszug aus der Wohnung in Karlsruhe folgte die (verdiente) Sommer-Blockpause. Direkt danach hieß es wieder Koffer packen und es ging Anfang September ab nach Kassel! Im diesem Werk produziert Daimler Achsen für Trucks, Vans und Co. Um eine solche Achse resistent gegen Steinschläge, Rost und ähnliches zu machen, erfolgt vor dem weiteren Verbau der Rohteile wie Achsgehäuse, Tragrohre, Radnaben usw. eine Beschichtung mittels kathodischer Tauchlackierung (KTL). Ende 2008 ging im Werk Kassel eine nagelneue Beschichtungsanlage in Betrieb. Was folgte, war und ist die Wirtschaftskrise und ein entsprechender Einbruch der Stückzahlen, so dass die Anlage im Moment nicht voll ausgelastet ist. Neben der mangelnden Auslastung machen vor allem die Prozesse in der Logistik-Vorzone der Anlage zu schaffen. Genau hier setzt mein zweites Expertenprojekt an. Unsere Aufgabe ist es, für die Mitarbeiter ein besseres, ergonomischeres Arbeitsumfeld zu entwickeln und die Abläufe in der Logistik-Vorzone zu optimieren, einschließlich einer klaren und transparenten Kundenauftrags-Steuerung. Außerdem müssen für alle Mitarbeiter der Logistik-Vorzone, sowie den eigentlichen Betreibern/Instandhaltern der Anlage, Standardarbeitsblätter entwickelt und beschrieben werden. Insgesamt also eine sehr reizvolle und herausfordernde Aufgabe mit erfreulicherweise sehr großem gestalterischem Freiraum.

Mittlerweile ist knapp die Hälfte der Zeit in Kassel vergangen, und wir konnten bereits einiges bewegen, trotz Kurzarbeit und entsprechend geringerer Verfügbarkeit der Projektteam-Mitglieder. Unsere Analysephase in den ersten 4 Wochen hat sehr viele Probleme transparent gemacht und wir konnten unsere Verbesserungs-Vorschläge erfolgreich gegenüber dem ersten Steuerkreis-Treffen „verkaufen“. Somit machen wir uns gerade mit großem Eifer an die Umsetzung dieser Themen heran. Da wir viele gute Mitarbeiter im Projektteam haben, ist in diesem Fall vor allem das stringente Projektmanagement ein wichtiger und entscheidender Erfolgsfaktor. Nur so lassen sich die vielfältigen Aufgabenfelder in diesem Projekt im Überblick behalten und wir können unsere Projektmitarbeiter zielgerichtet und effizient einsetzen, um bis Projektende im Dezember wiederum möglichst viel umgesetzt zu haben.

Auch wenn die Freizeit in Kassel knapp ist, macht es ungeheuren Spaß momentan, in einem Projekt in sehr kurzer Zeit sehr viel bewegen zu können und quasi jeden Tag zu sehen, wie es voran geht. Von daher bin ich sehr gespannt und freue mich über die weitere Zeit in der Ausbildung. Sobald die Zeit in Kassel vorüber ist, werde ich wieder berichten, wie es mir weiter erging und was wir noch alles bewegen konnten. Außerdem sollte ich bis dahin bereits im nächsten Projekt sein (ab Januar 2010), wobei ich allerdings noch nicht genau weiß, wo es mich dann hinverschlagen wird. Dies wird in den nächsten Wochen Abhängigkeit meiner noch offenen Punkte in meiner „Skills-Matrix“ entschieden, in der mein persönlicher Lern-Fortschritt dokumentiert wird. Aber mehr dazu beim nächsten Mal!


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