Ten Years After: Projekt smart-Motor

10 Jahre smart City-Coupé Jubiläum ist auch ein Anlass, sich noch einmal das Fahrzeugkonzept zu vergegenwärtigen. Hand auf’s Herz, wer weiß schon etwas über die Antriebsquelle des City-Flitzers, der von Produktionsbeginn an den Titel des Verbrauch- bzw. CO2-Weltmeisters inne hat.

Bereits das Packaging sprengt die üblichen Vorstellungen. Versteckt, für viele kaum auffindbar, liegt der Heckmotor quer und stark geneigt da, wo er gebraucht wird, an der Hinterachse. Sportwagenähnlich  schmiegen sich die hubraumkleinen Heckmotoren in Benzin- und Dieselausführung fast bis unter den Fahrersitz. Diese „tiefer gelegte“ Aggregatbauweise und die standardmäßige Turboaufladung führten zu dem Begriff „Suprex“-Motor, eine Wortschöpfung aus den Inhalten „sub“ wie Unterflur und …“prex“ wie die Endung von Verdichterbezeichnungen. Als im Mai 1995 mein Vorgesetzter fragte, ob ich Triebwerksumfänge bei der Entwicklung des micro-compact-car (kurz mcc, so der damalige Name) übernehmen wolle, musste ich nicht lange überlegen und sagte kurz entschlossen zu.

Was folgte waren 3 kurzweilige und spannende Jahre. Herkommend aus dem Segment der 12-, später 6- und schließlich 4-Zylinder-Motoren war die Entwicklung des weltweit kleinsten Großserien-Pkw-Motors (3-Zylinder) eine herausragende Aufgabe und Herausforderung – trotz persönlich chronisch fallender Zylinderzahlen ;-) .  „Reduce to the max“ war nicht nur ein Werbeslogan, sondern das Motor-Programm und Lastenheft zugleich.

Zum ersten Mal wurde das Verbrennungsprinzip „Downsizing“ konsequent und ohne Restriktionen umgesetzt. Dies begann beim Hubraum von nur 600 ccm, ging über Vollaluminium-Struktur von der Haube bis zur Ölwanne, Bedplate-Konstruktion, marktweit unerreichten Leichtbauteilen (Kurbelwelle, Pleuel, Kolben) bis hin zu Twin-Spark und Benchmark bei Reibleistung, Verbrauch und – man staune – sogar bei der spezifischen Literleistung (in den Top-Varianten). Die ungewöhnlichen Randbedingungen und die kreative Atmosphäre führten fast zwangsläufig zu technischen Neuerungen, oft in Form von Patentanmeldungen.

Klein und kompakt war auch die Devise für die Projektstruktur. Erstmals wurde ein personell, fachlich und räumlich gebündeltes Entwicklungsteam installiert, das durch kurze und effiziente Entscheidungs- und Arbeitswege geprägt war. Das Erfolgsmodell wurde später – und wird in Variationen bis heute – bei Motorneuentwicklungen angewandt.

So gesehen hat das Projekt smart als einzigartiges Produkt aber auch in der internen Organisation nachhaltige Impulse setzen können. Der smart II als moderne Evolution des Originals setzt diesen Weg erfolgreich fort.


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