Bewerbungsplanspiel im Jugendhaus JimPazzo

Letztes Jahr im Oktober war ich das erste Mal im Jugendhaus JimPazzo in Stuttgart-Neugereut. Gemeinsam mit ca. 100 Kollegen der Mercedes-Benz Bank und von Daimler Financial Services am Standort Stuttgart haben wir damals am sogenannten „Day of Caring“ einen Tag lang die Räumlichkeiten des Jugendhauses renoviert. Ein Engagement, das ich in unserer Zeit für sehr wichtig halte, denn im JimPazzo haben die jungen Leuten die Möglichkeit, sich nicht nur treffen zu können, sondern auch an vielfältigen Programmen teilnehmen können.

Als ich dann Anfang diesen Jahres gefragt wurde, ob ich mir denn vorstellen könnte, bei einem Bewerbungsplanspiel der Schulsozialarbeit im JimPazzo und der benachbarten Jörg-Ratgeb-Schule für die 8. Klasse der Hauptschule mitzugestalten, habe ich spontan zugesagt.

Für mich ist es enorm wichtig, Jugendlichen Hilfestellung bei einem so wichtigen und entscheidenden Schritt, nämlich der Vorbereitung auf das Berufsleben, geben zu können.  Schon in der Vergangenheit habe ich immer wieder bei Bewerber- und Berufsinformationsveranstaltungen mitgewirkt, aber noch nie in der Form, wie es nun von der Jörg-Ratgeb-Schule in enger Kooperation mit dem Jugendhaus JimPazzo vorbereitet wurde. Bereits über mehrere Wochen hinweg haben sich die Schüler im Unterricht mit den Themen Berufswunsch, Arbeitswelt, den anerkannten Ausbildungsberufen sowie der Form und dem Inhalt eines aussagefähigen und überzeugenden Anschreiben und einer Bewerbungsmappe auseinander gesetzt.

Das Bewerbungsplanspiel war das große Finale der langen Vorbereitungszeit. An diesem Tag konnten sich die Schüler an mehreren Stationen, die im gesamten Jugendhaus verteilt waren über Ausbildungsberufe und ihre Rechten und Pflichten als Auszubildende informieren und für uns galt es, sie für die Situation eines Bewerbungsgespräches fit zu machen. Gemeinsam mit einer Kollegin aus unserem HR-Bereich habe ich mehrere fiktive Bewerbungsgespräche mit den Schülern geführt. Dabei habe ich den Eindruck gewonnen, dass sich der Großteil der Schüler auf diesen Tag besonders vorbereitet hatte und die Chance nutzen wollte, um diesen wichtigen Bestandteil einer Bewerbung zu trainieren.
Aber ich war auch erstaunt, dass es durchaus den einen oder anderen Schüler gab, der diese Chance so gar nicht für sich erkannte und unvorbereitet, das heißt ohne jegliche Bewerbungsunterlagen und ohne eine Idee, welchen Beruf er denn eigentlich nach der Schule erlernen möchte, zum Planspiel erschien. Für sie war es im Rahmen des Projektes letztendlich nur eine Pflichtveranstaltung.

Trotzdem wollte ich alle Teilnehmer des Planspiels durch ein sachliches und konstruktives Feedback unterstützen. Ich gab im Rahmen des Gesprächs Tipps zur Verbesserung der Bewerbungsschreiben, zum Lebenslauf und den weiteren Unterlagen, zum persönlichen Auftreten, der Gesprächsführung und zum geschickten Beantworten auf die gestellten Fragen. Hinsichtlich des Feedbacks war es mir besonders wichtig, die Jugendlichen zu motivieren, aber auch dahingehend zu sensibilisieren, dass die Bewerbungsunterlagen einfach korrekt und vollständig sein müssen und dass man sich die Chance, wenn man schon die Hürden bis zum Vorstellungsgespräch genommen hat, nicht entgehen lassen darf. Sprich dass man sich dann auch entsprechend gründlich darauf vorbereiten muss. Es lag mir auch viel daran, die gezeigten Stärken herauszustellen, aber auf der anderen Seite auch mögliches Verbesserungspotential offen anzusprechen.

Ich hatte den Eindruck gewonnen, dass die Schüler ein offenes Ohr hatten und den einen oder anderen Tipp gerne annahmen. Das gab mir auch das Gefühl, dass ich etwas von meiner praktischen Erfahrung weitergeben konnte. Diesen Austausch mit den Jugendlichen fand ich sehr interessant. Man erhält einen ungefärbten und direkten Einblick in deren Wünsche, Nöte, Erwartungen und Vorstellungen. Ich konnte an diesem Tag also nicht nur Impulse geben, sondern habe auch sehr viel zurück bekommen.
Ein wichtiges soziales Engagement, das ich gerne in der einen oder anderen Weise weiterhin unterstützen werde. Die vielen Fragen und Äußerungen der Jugendlichen zeigten mir übrigens ganz deutlich, dass man sich für die Probleme und „kleinen Projekte“ direkt vor der eigenen Haustür nicht verschließen darf. Wir sollten auch den Jugendlichen in unserer Umgebung zeigen, dass sie eine wirkliche Perspektive haben und ihre Anliegen sehr ernst genommen werden.


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