Als Arbeitgebermarke in Sozialen Netzwerken?

Ich gebe zu, ich war noch vor wenigen Monaten zurückhaltend bis hin zu skeptisch. Noch im Mai hätte ich eine Wette darauf abgeschlossen, dass ich mich nicht bei Twitter anmelde. Heute stecke ich ganz tief mit drin und betreibe gemeinsam mit Kollegen seit Mitte Juni den Twitter-Account @daimler_career. Unser Ziel ist es, aus dem Umfeld von Karriere- und Einstiegsmöglichkeiten bei Daimler zu berichten und damit das Bild von Daimler als Arbeitgeber weiter zu schärfen. Dabei war die Unterstützung meiner Führungskräfte und des Kommunikationsbereichs ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Nur unglaubliche zwei Wochen hat es gedauert, um die Idee aufzugreifen, zu diskutieren und umzusetzen.

Wir sind nicht das einzige Unternehmen, aber immerhin gehören wir zu den ersten großen Unternehmen, die Twitter als Instrument des sog. Employer Branding nutzen. Das ist der Begriff, mit dem sich die Bemühungen von Arbeitgebern zusammenfassen lassen, sich als Arbeitgebermarke im Bewerbermarkt zu positionieren. An dieser Stelle sei gesagt, dass wir bei der Wahrnehmung und Bewertung als Arbeitgeber durchaus noch Potenzial haben. Und für mich ist die Logik klar: Top-Leute gehen zu Top-Firmen, das ist die Basis für zukünftigen Erfolg.

Was hat das jetzt mit Sozialen Netzwerken zu tun? Als ich vor einigen Wochen in die unglaublich vielen Informationen aus Blogs, Online-Presse, Vorträgen, Studien und vielem eingetaucht bin, fühlte ich mich wie im Rausch. Als mein Blick wieder klarer wurde, haben sich für mich einige Kernaussagen herauskristallisiert: wir erleben gerade, wie sich die Art zu kommunizieren grundlegend ändert (oder ändern muss), egal ob als Einzelperson oder als Unternehmen; zuhören und in den Dialog treten sind nicht nur menschliche Tugenden, sondern werden auch für Unternehmen noch wichtiger als Erfolgsfaktor; was bei uns noch Skepsis und Widerstand erzeugt, wird für die nachfolgende Generation Teil der eigenen Identität sein.

Die rasante Entwicklung von Sozialen Netzwerken hatte zuletzt den Charakter eines Hypes, mehr und mehr zeichnet sich aus meiner Sicht aber ein unumkehrbarer Trend ab. Und statt die Augen zu verschließen und zu glauben, dass das alles vorbeigeht, will ich lieber eintauchen, lernen, verstehen und gestalten.

Dabei kann Twitter nur ein erster Schritt von vielen sein. Die Autoren und Leser dieses Blogs sind vermutlich nicht so schwer davon zu überzeugen, dass sich eine Präsenz in Sozialen Medien lohnt, also in Netzwerken, in denen sich unsere vermeintliche Zielgruppe jetzt und in Zukunft aufhalten wird. Das anspruchsvolle und ehrgeizige Ziel ist, nicht nur Gesprächsthema zu sein, sondern Gesprächspartner zu werden.

Jetzt kommt ein nächster konsequenter Schritt, der zeigt, wie ernst wir es meinen. Wir wollen einen Trainee (m/w) für unser Nachwuchsprogramm CAReer gewinnen, der diese und andere Themen im Dialogmarketing und Relationship Management zukünftig mitgestaltet und ausbaut. Ich finde es sehr aufregend, dass wir damit zum ersten Mal eine Einstiegsposition mit den Anforderungen ausschreiben, die sich aus den oben genannten Erkenntnissen und Zielen ableiten. Die Ausschreibung ist noch bis zum 20.09.09 im Karriereportal online (Ausschreibungsnummer 060012) und ich bin sehr gespannt, wer sich gemeinsam mit uns auf diese Herausforderung einlässt.

Und ich bin mir sicher, dass daraus noch viele Geschichten entstehen, die es hier und anderswo zu erzählen gilt. Wie gesagt, in vielen Dingen sind wir noch in der Konzeptphase und wir sind dankbar für Ideen und Impulse – ich freue mich auf Ihre Kommentare und die Diskussion dazu.


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