Kooperation Steinbeis und Daimler – Ein Live-Bericht

Seit knapp eineinhalb Jahren bin ich als Steinbeis-Student im Werk Sindelfingen in der internen Kommunikation tätig. Zuvor habe ich Automobilwirtschaft studiert und als Dipl. Betriebswirt (FH) abgeschlossen. In meinem Projekt zur werksinternen Kommunikation beim Anlauf der E-Klasse, in dem ich noch bis Ende November 2009 eingesetzt bin, arbeitete ich an der Planung und Umsetzung eines Kommunikationskonzepts mit. Dabei wurden z.B. Plakat-Aktionen, Führungskräfte- und Mitarbeiter-Veranstaltungen und ein Gewinnspiel umgesetzt. Über dieses Projekt werde ich Mitte Oktober schließlich meine Master-Arbeit abgeben. Ziel des Projekts war es, die neue E-Klasse durch top-motivierte und -engagierte Führungskräfte und Mitarbeiter im Werk Sindelfingen erfolgreich auf die Straße bringen.

Welche Ziele das Steinbeis-Studium verfolgt, wie es aufgebaut ist, welchen Inhalt es hat und welchen Nutzen Daimler und andere Unternehmen von der Kooperation mit der Steinbeis-Hochschule und den -Studenten hat – darauf möchte ich im Folgenden näher eingehen. Steinbeis nennt sein Programm auch Projekt-Kompetenz-Studium, da der Wissenstransfer aus den Seminaren ins Unternehmen im Mittelpunkt steht. Die Studenten verbessern durch einen erfolgreichen Wissenstransfer ihre Handlungskompetenz und sorgen dadurch für ein erfolgreiches Projekt.

Zum Aufbau und Inhalt des Studiums. Grundsätzlich bestehen drei Vertragsbeziehungen, eine zwischen Daimler und der Steinbeis-Hochschule, eine zwischen Daimler und dem Studenten und ein Vertrag zwischen dem Studenten und der Steinbeis-Hochschule. Die Verträge sind jeweils auf zwei Jahre befristet und der Student erhält bei Daimler, da er sich in der Ausbildung befindet, einen Praktikanten-Status. Der Student betreut über zwei Jahre ein einzelnes Projekt oder auch mehrere kleine Projekte. Ein Projekt ist für das Studium zwingend notwendig, um den Transfer zwischen Theorie und Praxis zu gewährleisten. Zwar ist auch die Mitarbeit im Tagesgeschäft gang und gäbe, die Arbeitszeit sollte aber mindestens zu 50 % für die Projektarbeit aufgewendet werden.

E-KlasseSeit kurzem schließen die Steinbeis-Studenten bei Daimler ihr Studium mit dem Master of Arts (MA) ab. Die Kommilitonen meines Kurses und ich schließen dagegen noch mit dem Master of Business Administration (MBA) ab. Für ca. 60 Seminar-Präsenztage, über zwei Jahre verteilt, wird der Student vom Unternehmen freigestellt. Dabei geht es u.a. um Themen wie Projektmanagement, Strategiemanagement, Marketing & Vertrieb, Finanzmanagement, Globalisierungsmanagement und auch Kompetenz-/Persönlichkeitsbildung. Da es sich um ein internationales Studienprogramm handelt, ist auch eine Auslandsstudie nach China oder Brasilien Bestandteil des Studiums, die damit das Thema Globalisierungsmanagement abdeckt. Die Studenten erstellen im Rahmen des MA-Studiums fünf Projektstudienarbeiten, 11 Trans-ferarbeiten mit Bezug zu den Seminarinhalten und als Dokumentation des Transfers der Inhalte ins Unternehmen, 10 Klausuren und eine Master-Thesis, die sich auf das Projekt bezieht und in der auch die Projektstudienarbeiten verwendet werden können.

Welchen Nutzen hat nun Daimler von der Kooperation? Es werden durch die Dauer von zwei Jahren hauptsächlich wachstumsorientierte Projekte bearbeitet. Der Rekrutierungsprozess von Nachwuchskräften wird zum Teil ausgelagertund beschleunigt, da Steinbeis eine Vorauswahl trifft. Mit den vorausgewählten Bewerbern führen der künftige Einsatz- und Personalbereich dann vertiefte Interviews, um einen geeigneten Kandidaten zu finden, der ggf. nach Abschluss der Ausbildung dann auch auf eine Einstiegsstelle ins Unternehmen vermittelt wird. Es findet außerdem ein direkter Wissenstransfer der Theorie in die Praxis statt und die Gesamtkosten für das Programm (festgelegtes Entgelt, Studien und Bearbeitungsgebühren, Sozialversicherung und Reisekosten) sind pro Jahr im Vergleich zu festangestellten Mitarbeitern relativ niedrig angesiedelt. Darüber hinaus ist der Großteil der Studenten sehr motiviert, da sie auch nach zwei Jahren weiter im Unternehmen bleiben möchten.

Für mich bot das Steinbeis-Programm eine sehr gute Möglichkeit mit einem interessanten Projekt und schließlich Daimler als Referenz im Lebenslauf in den Arbeitsmarkt einzusteigen. Die zwei Jahre bieten zudem eine sehr gute Möglichkeit, um ein Netzwerk zu bilden. Zwar ist die Ausbildungsvergütung für einen Studienabsolventen relativ niedrig, doch wenn man den MBA als Teil der Entlohnung ansieht, so rechnet sich diese Investition in die berufliche Karriere. Die Übernahme der Studiengebühren war für mich ideal, da keine weiteren Belastungen auf mich zukamen. Leider wirkt sich die Wirtschaftskrise für mich und meine Kommilitonen denkbar schlecht auf eine Übernahme-Möglichkeit aus, doch qualifiziert der MA oder MBA ideal für Führungsaufgaben. Wer also belastbar und flexibel ist und bei seinem beruflichen Profil noch ein paar Kilos zulegen möchte, für den bietet das Programm eine sehr gute Alternative zum Direkteinstieg.


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