F-Cell Roadster – Entstehung

Wir sind Friederike Baral, Modellbaumechanikerin Fachrichtung Karosseriemodellbau und Manuel Faix, Auszubildender zum Elektroniker für Automatisierungstechnik. Wir befinden uns beide im dritten Ausbildungsjahr und hatten die Chance am Projekt F-Cell Roadster mitzuarbeiten. Wie dieses Projekt für uns und unsere Berufsgruppe abgelaufen ist? Das erfahren Sie hier.Zu Beginn möchte ich meine Aufgaben als Modellbaumechanikerin erläutern:

Alles fing mit einer CAD-Zeichnung an und mit dem Hinweis – dies ist der F-Cell Roadster, ein Projekt der Ausbildung und an diesem Projekt werdet ihr mitarbeiten. So waren wir alle sehr gespannt, was das neue Projekt für Arbeit mit sich bringen würde.

Der Projektanfang ließ nicht lange auf sich warten, bald schon bauten wir die ersten Rohlinge für die Karosserieteile aus Glas- und Kohlefaserlaminate auf. Anschließend wurden die Teile in einer großen Anlage für uns gefräst. Wir haben die Formen dann verspachtelt und geschliffen. Wir freuten uns auf die Aussicht bald einige Außenhautteile zu laminieren und machten uns eifrig an die Arbeit.

Parallel dazu fingen wir an, den Holzboden und die Rückwände herzustellen und schon standen wir vor unserer ersten großen Herausforderung.

Wie sollten wir eine gewölbte Rückwand aus Holz herstellen? Also bearbeitete ich die CAD-Daten, um eine Negativform der Rückwand erstellen zu können. Mit Hilfe dieser Negativform ist es uns dann auch gelungen eine solche Rückwand herzustellen. Wir stellten eine dünne Vollholzschicht her, die von hinten mit Glasfasergewebe verstärkt wurde. Nur so blieb die Rückwand in der gewünschten Form. In der Zwischenzeit begannen meine Azubi-Kollegen damit, Unterbauten und Anbindungen zu entwerfen und aufzubauen, sodass beispielsweise der Boden in der richtigen Lage und mit den richtigen Schrägen ins Fahrzeug eingebaut werden konnte. Auch mit der Arbeit an den Gewebelaminaten ging es voran. Diese waren in der Zwischenzeit laminiert und beschnitten und mussten jetzt eingepasst werden.

So langsam nahm der F-Cell Roadster Gestalt an. Als erstes wurde die Rückwand und der Fußboden an den Aluminiumrohrahmen der zwischenzeitig auch von Kollegen fertig gestellt wurde, eingebaut und danach die ganzen anderen Außenhautteile darum herum gebaut. Nun wurde es auch immer wichtiger sich über die Berufsgruppe hinaus mit den anderen Azubis abzusprechen, wer wann was machen wollte. Jede Berufsgruppe war von den anderen abhängig.
Immer wieder mussten wir an verschiedenen Dingen herumtüfteln und uns überlegen, was wohl die beste Lösung war, hier wurde unsere Problemlösefähigkeit geschult.

Zum Schluss ging es für unsere Berufsgruppe ans Zusammenbauen. War das eine Erleichterung als der F-Cell Roadster komplett zusammengebaut in hellstem mystikweiß leuchtete und in unseren Augen ein sehr gutes Bild abgab.

Manuel FaixNun zu einem kurzen Einblick in den Aufgabenbereich der Elektroniker:

Zu Beginn des Projektes bestand meine Aufgabe darin, die Brennstoffzelle für ihren Einsatz im Roadster vorzubereiten. Dazu musste sie mit einer Kontrolleinheit, einem Wasserstoffsensor und weiteren Komponenten elektrisch verbunden werden. Nachdem die Brennstoffzelle betriebsbereit zusammengebaut war, brachte ich diese gemeinsam mit zwei Ausbildungsmeistern in die Hochschule Esslingen, um sie dort zum ersten Mal in Betrieb zu nehmen.

Eine kurze Bilderstrecke gibt’s hier.

Ein weiterer Arbeitsschritt war, den Antrieb sowie die Steuerung des Fahrzeugs über einen Joystick zu realisieren. Dazu habe ich gemeinsam mit einem Studenten einen Versuchsaufbau gemacht, um alle Funktionen, sowie die Software auf dem Motorsteuergerät zu testen. Nach einem gelungenen Funktionstest, platzierte ich die Komponenten in die Rohkarosse des Fahrzeugs und begann mit der elektrischen Verdrahtung. Auch die Anzeigeinstrumente und das Zündschloss mussten getestet und angeschlossen werden.

Zum Abschluss des Projektes begleiteten ein Ausbildungsmeister der Kraftfahrzeugmechatroniker, Friederike und ich den F-Cell Roadster nach Hamburg zu einem Fotoshooting der Autobild und der Bildzeitung und präsentierten ihn bei einer Pressekonferenz der Hansestadt Hamburg, der Daimler AG und den Unternehmen Shell, Total und Vattenfall Europe. Bei diesem Event hatten wir auch die Gelegenheit, unser Fahrzeug dem Vorstandsvorsitzenden unseres Unternehmens, Herrn Dr. Dieter Zetsche vorzustellen und mit anderen Vorstandsmitgliedern zu sprechen um ihnen unser Fahrzeug etwas näher zu bringen.

Dieses Projekt war eine Herausforderung, der wir uns gerne gestellt haben und die uns in unserem späteren Berufsleben sicherlich hilfreich sein wird. Es hat uns gezeigt, dass es für alles eine gute Lösung gibt, wenn man hartnäckig danach sucht und sich von Misserfolgen nicht entmutigen lässt.


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