Sind Sie alle so? – Ich glaube schon!

Am Mittwochabend nahm ich in der HP-Deutschlandzentrale in Böblingen an einem Diskussionsabend zum Thema „Lesen Sie noch oder bloggen Sie schon?“ teil, der vom Bundesverband deutscher Pressesprecher (Landesgruppe Baden-Württemberg) ausgerichtet wurde. Die Diskussion wurde angeregt durch drei Panelisten:

Unter den ca. 50 teilnehmenden Presse- und Kommunikations-verantwortlichen entspann sich eine angeregte Diskussion über die Rolle des Web 2.0 in der Unternehmenskommunikation. Moderiert wurde das Ganze von Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach

Lesen Sie noch oder bloggen Sie schon?

Medienlandschaft im Wandel

Dass die Medienlandschaft derzeit einen dramatischen Wandel durchmacht – darüber waren sich alle einig. Einerseits schwindet die Bedeutung des Zeitungsreporters (wobei Einigkeit bestand, dass Journalisten auch weiterhin die wichtige Rolle der professionellen Hintergrundberichterstattung übernehmen, bspw. in Zeitschriften oder eben online). Andererseits gesellen sich dazu die Bürgerjournalisten und zunehmend auch Unternehmen, welche beginnen selbst als Medium zu agieren. Allerdings ist mein Eindruck nach dieser Veranstaltung, dass in vielen Firmen die Unsicherheit über die Auswirkungen auf die eigene Kommunikationsarbeit noch sehr hoch ist.

Generation Internet

Besonders spannend fand ich dabei die allgemeinen Reaktionen auf den vorgebrachten Lebensablauf des Digital Native, welcher sich von Twitter, RSS-Feeds und Blogs durch den Tag begleiten lässt (anschließende Frage: „Sind Sie alle so?“, Antwort: „Ich glaube schon!). Denn im Endeffekt geht es bei der Öffentlichkeitsarbeit genau darum, diese Digital Natives auch zukünftig mit Informationen zu versorgen – direkt oder indirekt. Viele Verantwortliche sehen im Laufe dieser Entwicklung Ihre klassischen Ansprechpartner verschwinden und suchen Möglichkeiten diesen Verlust zu kompensieren.

So wie Journalisten sich inzwischen in verschiedenen Medien bewegen müssen, um ihrer Informationsaufgabe nachzukommen, müssen auch Pressesprecher im komplexen Medienmix heimisch werden und mit einer Vielzahl neuer Kanäle umgehen können. Ein Teilnehmer hob dabei hervor, dass die Koordination eben schwieriger wird, wenn man statt Kammermusik plötzlich ein Orchester dirigieren muss und das Ganze am Ende trotzdem harmonisch klingen soll.

Web 2.0 in der Unternehmenskommunikation

Besondere Ansprüche an die Unternehmenskommunikation entstehen durch die Möglichkeit eigene Kanäle im Internet zu betreiben. Der Schritt zum eigenen Unternehmensblog oder zum YouTube-Kanal mit speziellen Inhalten für die Digital Natives fällt aber noch schwer. Einige der Teilnehmer finden beispielsweise ihre eigenen Produkte nicht besonders „sexy“ und halten und sich daher (noch) im Umgang mit den neuen Medien zurück.

Andere wiederum fürchten, der Vielzahl an neuen Netzwerken und Kanälen mit den derzeitigen Abteilungskapazitäten nicht gerecht werden zu können und aufgrund der Schnelllebigkeit von einzelnen Internet-Plattformen Budgets zu verschwenden.

Fazit war allerdings, dass eben jene latente Unsicherheit nur durch praktische Erfahrungen bekämpft werden kann – durch Leuchtturmprojekte und Testballons. Die Bereitschaft zum Engagement in der Blogosphäre oder auf sozialen Netzwerken à la Facebook, Xing oder Twitter scheint jedenfalls zu steigen. Die Universität Amsterdam führt derzeit eine Befragung von Lesern des Daimler-Blogs durch. Über Ihre Teilnahme würde sich der durchführende Lehrstuhl sehr freuen: http://www2.fmg.uva.nl/comlab/surveys/Daimler_Blog.html


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