UMFRAGEERGEBNIS: Wer sind unsere Leser? – Teil II

In der letzten Woche habe ich an dieser Stelle schon eine erste Auswertung unserer Umfrage vorgenommen. Die erhobenen Daten erlauben aber noch eine weitere Auswertung bezogen auf das Verhältnis verschiedener Gruppen zu Social Media. Meiner Meinung nach besonders spannend sind dabei die Zusammenhänge von Alter, Geschlecht sowie Lesertyp und den ‚Social Technographics’.

Jüngere sind sozialer, Ältere aber kreativer

Schaut man sich die Online-Aktivitäten der verschiedenen Altersgruppen an, kann man zwei Schlüsse ziehen:

  1. Auf den ersten Blick sind die jüngeren Gruppen, wie erwartet, online-affiner. Entsprechend sinkt der Anteil von Netzwerkmitgliedern, sowie die passive Internetnutzung mit dem Alter deutlich ab.
  2. Erstaunlich ist jedoch, dass sich vor allem bei Kreativität und Kritik das Bild wandelt. So ist der Anteil derjenigen, die Texte, Bilder und Videos ins Netz stellen bei den Teilnehmern ab 30 deutlich höher als bei der Gruppe zwischen 20 und 29 Jahren. Ähnliches trifft auf das kritische Engagement zu, also bezogen auf das Kommentieren und Bewerten von Inhalten. Während für jüngere Zielgruppen die Kontaktmöglichkeiten des Internets im Vordergrund stehen, nutzen Ältere das Netz eher um sich kreativ und kritisch mit Inhalten auseinanderzusetzen.

Kreativ-Barrieren im Web 2.0 für Männer niedriger

Schaut man auf die unterschiedliche Nutzung von Männern und Frauen, sticht ebenfalls ein Fakt ins Auge: Frauen sind (mindestens) genauso in Netzwerken aktiv und konsumieren Internetinhalte. Verglichen mit Männern, weisen sie jedoch bei der aktiven und kreativen Tätigkeiten eine deutliche Zurückhaltung auf. Damit bestätigt die Umfrage bisherige Erkenntnisse. Zwar sind Frauen und Männer im Privatleben beinahe in gleichem Maße kreativ (2/3 kreieren jeweils, Texte, Fotos und Videos), Männer stellen diese Werke jedoch überproportional häufig ins Internet.

Kreative Kunden, aktive Aktionäre

Zu guter Letzt war es spannend, die Aktivitäten nach Lesergruppen auszuwerten. Was dabei ins Auge sticht ist die sehr intensive Nutzung von Social Media unter der Gruppe der Kunden. Der Anteil der ‚Creatives’ ist hier doppelt so hoch wie bei Mitarbeitern und auch bei den anderen Aktivitäten ist die Differenz zu Mitarbeitern und Aktionären recht groß.

Zwar haben wir nicht explizite Netzwerkmitgliedschaften abgefragt, aber der hohe Anteil an Kunden die auf Netzwerken aktiv sind, würde es zum Beispiel rechtfertigen, dort aktiver zu werden. Zudem könnte man bestehende Online-Auftritte weiterentwickeln, um so der Kreativität dieser Kunden eine adäquate Plattform zu bieten. Bilder, Texte und Videos, welche einfach in andere Social Media Anwendungen eingebunden werden könnten, wären nur ein Anfang. Beispielweise in Form eines Social Media Newsrooms.

Auch Aktionäre sind im Internet unterwegs, auch wenn sie deutlich weniger Inhalte produzieren. Ein ähnliches Bild zeichnet sich bei den Mitarbeitern ab.

Diese Daten sind natürlich nicht repräsentativ, aber fasst man sie zumindest als Trends auf, kann man daraus Erkenntnisse für die Unternehmenskommunikation ableiten.

Zielgruppenabhängig, wäre es auf jeden Fall möglich, durch verschiedene Inhalte unterschiedliche Altersgruppen anzusprechen. Aktivitäten auf Netzwerken sind beispielsweise besser geeignet, jüngere sowie speziell weibliche Zielgruppen (z.B. Bewerber oder Familien) anzusprechen. Zudem ließen sich eigene Online-Auftritte mit wenig Aufwand so anpassen dass sie bestimmte Zielgruppen besser erreichen.

Da beispielsweise Webseiten meist ohnehin auf eine der Gruppen ausgerichtet sind (Investor-Relations-Webseite für Aktionäre, Markenwebseiten für Kunden) sind differenzierte Formen der Ansprache gar nicht so schwierig in der Umsetzung.

Solche Veränderungen hätten zwei wesentlicher Vorteile. Einerseits, würde man die bei Kommunikation und Marketing üblichen Streuverluste senken. Andererseits erfährt auch der Nutzer einen Mehrwert, da er (wenn er die Seite über Empfehlungen oder Suchen erreicht) für ihn relevantere Inhalte findet – Vorteile, die Firmen durch den vernünftigen Einsatz von Social Media letztendlich zu einem Wettbewerbsvorteil ausbauen können.

Die Universität Amsterdam führt derzeit eine Befragung von Lesern des Daimler-Blogs durch. Über Ihre Teilnahme würde sich der durchführende Lehrstuhl sehr freuen: http://www2.fmg.uva.nl/comlab/surveys/Daimler_Blog.html


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