Streifzüge durch das Archiv: Schreibmaschinen bei Daimler?

Schreibmaschinen? Bei Daimler? Sie gab es wirklich!

Vor dem Hintergrund der Inflation um 1920 und eines fehlenden Absatzes bei der Daimler-Motoren-Gesellschaft bemühte man sich, die Beschäftigtensituation durch die Produktion von Ausweichprodukten beizubehalten. So begann die Daimler-Belegschaft in den Räumen und Einrichtungen des Untertürkheimer Werkes ab dem 27.11.1923 mit der Fabrikation von Schreibmaschinen, nachdem zuvor die Lissa-Maschinenfabrik GmbH gegründet und kurz danach in D.M.G. Büromaschinenfabrik GmbH umbenannt wurde.

DMG-SchreibmaschineDMG-SchreibmaschineAn einem Original der DMG-Schreibmaschinen, gut behütet in einer Vitrine des Daimler- Konzernarchivs, lief ich in den letzten Monaten fast täglich vorbei, ohne dieses jedoch bewusst wahrzunehmen. Das Interesse an dem Thema entstand erst in dem Moment, in welchem ich ein Werbeplakat entdeckte, das nie in den Druck ging. Erstaunlich, dass ich erst Werbung brauchte, um mich dem Thema zu widmen – zumal ich früher selbst gerne auf der Kofferschreibmaschine meiner Großeltern geschrieben habe. Interessant ist vielleicht noch die Tatsache, dass so genannte „Mercedes“-Schreibmaschinen einst von den Mercedes-Büromaschinenwerken in Zella-Mehlis (Thüringen) gebaut wurden. Warenzeichenverträge mit der DMG machten dies möglich. Daimler selbst hatte mit diesen Schreibmaschinen allerdings nichts weiter gemein als den Markennamen seines stärksten automobilen Zugpferdes.

Die D.M.G. Büromaschinenfabrik GmbH wurde am 9.2.1929 aus dem Handelsregister gelöscht und die Verbindung zwischen einem Automobilhersteller mit Bürokommunikationssystemen damit gekappt. Mehr als ein halbes Jahrhundert später – im Oktober 1985 – ließ die verstärkte Ausrichtung auf neue Technologien und der Erwerb der AEG Aktiengesellschaft eine alte Beziehung allerdings neu aufleben. Denn einer der unzähligen Geschäftsbereiche der AEG stellte die OLYMPIA Aktiengesellschaft als Hersteller klassischer Bürotechnik dar.

Wer kennt sie nicht, die legendären Olympia-Schreibmaschinen, deren Produktion bis in das Computerzeitalter vorreichte – dieses allerdings nicht überlebt hat und das zweite bzw. letzte Kapitel aus der Reihe „Schreibmaschinen bei Daimler“ damit enden lässt.


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