Weniger Arbeit = mehr Familie

Marina Krets hat es ja hier bereits objektiv und vor allem sehr verständlich geschildert. Aber wie sieht es für mich, als von allen Punkten Betroffenen aus?

• Welche Auswirkung hat der Produktionsstopp auf mein Arbeitszeitkonto?
• Wie läuft das mit den Abfindungen ab?
• Und wie es im Jahr 2009 weiter geht?

Unsere Arbeitszeitkonten sind zur Flexibilisierung der Arbeit da. Es lassen sich Stunden aufbauen, was im Allgemeinen der Fall ist. Oder um so wie jetzt den Produktionsstopp abzufangen. Ich baue pro Tag 40min „Überzeit“ auf. Das liegt daran, dass wir eine 35Stunden-Woche haben, allerdings von 22:25 bis 6:05 arbeiten, was 7:40h entspricht.

Und da wir in der Nachtschicht auch die Pausen voll bezahlt bekommen, entstehen diese 40min täglich. Aktuell habe ich ein Guthaben von ca. 30h auf meinem Arbeitszeitkonto, wenn ich am 11. Januar wieder ins Werk gehe wird sich das auf 73h reduziert haben. Minus selbstverständlich!

Dafür werde ich 110 Arbeitstage benötigen um mein Arbeitszeitkonto wieder auszugleichen. Wenn nichts dazwischen kommt.

Jetzt hört sich das erst mal schlimm an, allerdings darf man eins nicht vergessen: Ich habe 4 Wochen Winterurlaub ohne einen Tag meines Jahresurlaubs dafür opfern zu müssen und bekomme weiterhin mein Geld. Ich kann also recht gut damit leben, habe ich doch eh in den letzten Jahren immer mindestens die gleiche Zeit über Weihnachten zuhause verbracht. So mies, wie man überall lesen konnte, ist die Stimmung nicht gewesen in den letzten Tagen. Die meisten freuen sich, so wie ich, auf diese 4 Wochen!

Auch das Thema Abfindung betrifft mich nun direkter als angenommen. So verlässt meine Frau nach 15 Jahren den Konzern und kümmert sich um unsere kleine Tochter. Dieser Abgang wird uns durch eine stattliche Summe versüßt und hat es uns nicht schwer gemacht diesen Schritt zur klassischen Familie zu gehen!

Und wie geht es dann im nächsten Jahr weiter?
Kurzarbeit! Für 7 Wochen, bis Ende Februar! 3 Tage-Woche. Sonntags abends anfangen, Mittwochs morgen Wochenende! Und das bei rund 90% Netto-Lohn. Das sind die Fakten, das kann man überall nachlesen.
Aber wie ist die Stimmung? Gemischt. Weil wirklich klar darüber, welche Auswirkung das auf den Geldbeutel hat, ist sich niemand. Klar, 2 Tage „frei“ die Woche hört sich nicht schlecht an, aber als Daimler-Mitarbeiter Geld vom Arbeitsamt zu beziehen erzeugt ein Ziehen in der Magengrube. Und auch vom Schlafrhythmus mache ich mir etwas Sorgen. 5-Tage Woche mit Wochenende ist eingespielt. Aber 3 Tage Nacht und dann wieder 4 Tage frei, das dürfte anstrengend werden.

Und nach diesen 7 Wochen Kurzarbeit bin ich erst mal außen vor, da ich mich dann in den 2. Block meiner Elternzeit verabschiede und wir 3 Monate eine Vollzeitfamilie sein werden.

Und wer sich dafür interessiert, was ich in den nächsten Wochen so mache, kann gerne meinem Livestream bei Twitter.com folgen.


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